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Vettelschoß / Deutschland

Aktuelles

Derzeit heißt es Moped reparieren und DIA-Vorträge vorbereiten - ach ja arbeiten müssen wir auch wieder....

 

 

Wir haben uns sehr gefreut....am Samstag, 28.01.2017 durften wir um 16Uhr und um 19:30Uhr beim Lagerfeuer in Duisburg unseren Dia-Vortrag zur Panamericana-Reise halten. 

Mehr Informationen und andere tolle Vorträge gibt es unter www.lagerfeuer-duisburg.de

 

Unseren ausführlichen Reisebericht zur Ostseeumrundung 2016 findet ihr hier:

Europa-Ostsse

 

 

Julia+HaDi

F.A.T. - Stammtisch Westerwald

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Alaska verabschiedet mich mit Sonne; Kanada begrüßt mich mit Wind und Regen

20.Juni bis 10.Juli 2013 - 5000 km (Gesamt 8300km)

Die Route durch Kanada (mit Genehmigung von www.welt-atlas.de)

20.06.2013 - Kanada ist erreicht, genauer gesagt Yukon Territories. 

Ob er Spass verstehen konnte? Ich entscheide: "Besser schnell weg". Die Straße wird nicht besser – anders, aber nicht besser. Im Gegenteil: Kanada begrüßt mich mit Regen und starken Windböen. Nun, wie bereits gesagt: der „top of the world highway“ führt über die Bergkämme der Grenzregion. Es ist also tüchtig windig! Und ich fahre die Strecke stehend, um ein besseres Gefühl für das Motorrad zu haben. Zwar bin ich inzwischen mit 70-80 km/h unterwegs, doch der starke Wind, der Regen auf dem Visir und die „untiefen“ der Straße machen das Fahren sehr anstrengend.

Dann irgendwann ist es geschafft. Obwohl ich sehr langsam unterwegs war, hat mich keiner mehr überholt. Das macht mich stutzig und erklärt sich später. Wenn man von den Bergen runter nach Dawson City fährt liegt der stark strömende, breite Yukon vor einem. Die kleine, kostenlose Fähre die rüber führt wird ein ordentliches Stück stromabwärts gezogen, bevor sie sich mit Volllast gegen die Strömung am anderen Ufer wieder hochkämpft. Ich fahre mit zitternden Beinen (nach ca. 160 km stehend fahren) nach Dawson ein. Die Straßen sind nicht geteert. Der Permafrost ist hier so stark, dass man mehr mit Instandsetzung zu tun hätte, als alles andere. Deshalb bestehen die Straßen in Dawson einfach aus festgefahrenem Dreck. Der Campingplatz ist völlig überfüllt, doch ich bekomme einen Platz zugewiesen und kann für einen Dollar 6 Min. warme Dusche kaufen. Ich kaufe 10 der Einheiten und mache mich dran das Motorrad zu pflegen. Immer erst das Pferd versorgen! Dann das Zelt aufbauen und dann duschen!!!

Ich geb's zu: Momentan fällt mir alles etwas schwer. Ich bin ko, es regnet, alles ist dreckig und meine Mückenstiche tun richtig weh. Was allerdings sehr schön ist, ist die Tatsache, dass man überall direkt freundlich aufgenommen wird und alle lustig und gut drauf sind. Der Grund warum ich nicht überholt wurde ist übrigens, dass es zwei schwere Unfälle gegeben hat. Beide Fahrer müssen ins Krankenhaus und beide Motorräder sind Schrott. Jedesmal soll der Gegenverkehr – ein RV – schuld gewesen sein. Ich bin froh, dass ich alleine gefahren bin und mein Wohlfühltempo fahren konnte!

Gegen 23:30 Uhr falle ich auf die Isomatte, höre noch, dass der Regen zunimmt und die Lichter gehen aus.

Dust to Dawson - D2D

Heute werden verschiedene „Rennen“ angeboten, z.B. der Pockerrun. Ein Offroadrennen, bei dem man verschiedene Koordinaten anfahren muss. Dort kann man dann eine Pokerkarte finden. Man sammelt sie und am Schluss wird geschaut, wer das beste Blatt hat. Der bekommt den Pott. Er soll dieses mal ca. 1500 Dollar haben! - ich werde mein Glück nicht herausfordern und bei dem durch das Wetter schwierigen Bodenverhältnissen ggf stürzen. Deshalb sitze ich gemütlich im brühmten Downtown Hotel von Dawson und schreibe für die Homepage. 

Der Regen hat alles in eine Masse verwandelt, die mich stark an den Schlick im Wattenmeer erinnert. Ich bin heilfroh, dass ich den „Top of the World Highway“ bei dem gestrigen Wetter gefahren bin und nicht heute!!

Um 18 Uhr gibt es ein gemeinsames Steak essen. Ich gehe mit Marc und Singh dorthin. Marc ist der „Nativ“ den ich in Anchorage bereits kennen gelernt habe und Singh ist ein Kollege aus Anchorage – beide sind sehr freundlich und kümmern sich rührend um mich. Immer wieder mit den Worten, dass sie Stolz darauf sind, dass ich Ihr Land und Ihre Geschichte kennen lernen möchte. Nach dem Steakessen gibt es noch eine Verlosung, bei der ich auch noch eine Lammfellauflage gewinne. Toll! So eine wollte ich ohnehin immer schon haben. Außerdem bekommt jeder noch ein T-Shirt. Danach strömen alle zum Downtownhotel. Auf der Straße davor sind alle Motorräder (240) geparkt. Auf der Straße finden ein paar Spiele statt. Langsamrennen, Slalom, Blindfahren etc. Was auffällt ist, dass kein Alkohol getrunken wird! Das ist in der Öffentlichkeit ohnehin verboten und jeder will ja Nachts noch sein Motorrad wegfahren. Um 24:00 Uhr wird das obligatorische Foto gemacht. Meine Elenore ist ganz vorn mit dabei! (*stolz*) Außerdem wird noch ein Foto gemacht, auf dem Alle den ADV-Gruß machen. Die Insider unter Euch kennen ihn :))). 

Als ich gegen 01:00 Uhr mein Elenörchen „ins Bett" bringe bemerke ich, dass die Sonne auf der einen Seite scheint und auf der anderen Seite gerade der (fast) Vollmond aufgeht. Was für ein seltener Anblick!!! 

 

nächster STOP - Whitehorse

Das Motorradtreffen war ein klasse Event und hat viel Spaß gemacht! Dennoch freue ich mich den nächsten Tag wieder alleine unterwegs zu sein. Die Strecke von Dawson nach Whitehorse beträgt 533 km und ich fahre gegen 11:00 Uhr, nachdem ich getankt habe und den Reifendruck gecheckt habe los. Immerwieder verändert sich die Landschaft. Es ist wunderschön, wenn zunächst auch ganz schön diesig. Nachmittags, ich hatte gerade zum 2. Mal getankt (inzwischen fahre ich ja mit einem 2 Gallon Ersatzbenzinkanister), da kommt an einem der vielen Fotostopps eine BMW GS auf mich zugefahren. Drauf sitzt Jeromy, er ist Indonesier und reist seit 4 Jahren mit seinem Motorrad um die Welt. Er ist ein lustiger und freundlicher Typ. Während wie uns unterhalten gibt er mir seinen Aufkleber „Ride for peace“. Er hat einen eigenen Blog – auch auf ADV. Er wartet auf seinen Kumpel, den er auf dem D2D kennengelernt hat. Er und Paul wollen ein Stück zusammen fahren. Als Paul nach einigen Minuten auch eintrifft, macht dieser ein besorgtes Gesicht. Er hat sich bei seiner Benzin/Kilometerberechnung vertan und ist bereits seit geraumer Zeit auf Reserve. Die nächste Tankstelle ist aber noch 40 km entfernt! Da kommt meine Sternstunde und ich kann ihn mit meinen 2 Gallon Reserve retten. Paul ist überglücklich und füllt seinen leeren Tank mit 2 Gallon soweit auf, dass die restliche Strecke kein Problem ist. Wir verabreden uns bei der Tankstelle, damit er mir den Kanister auffüllen kann. Als ich dort eintreffe bekomme ich meinen gefüllten Kanister mit „Premiumbenzin“ - ich tanke immer „Regular“... und Paul will mir noch Geld geben und ein Essen spendieren. Ich lehne dankend ab, sage dass ich gerne ausgeholfen habe und mache mich weiter auf den Weg nach Whitehorse. Motorradfahrer helfen sich untereinander – gerade wenn man auf einer langen Reise ist, denn jeder wird mal Hilfe benötigen.

 

Als ich in Whitehorse ankomme nehme ich mir den „Stadtcampingplatz“ - auch wenn ich die Preise hier in Canada unverschähmt finde! 20 Dollar, Dusche kostet extra – Wifi auch! Wifi buche ich nicht – denn ich will morgen ohnehin nach Tim Hortens (eine Kaffeebude, wo man automatisch Wifi und Lademöglichkeiten hat). Was ich allerdings gegen 24 Uhr versuche ist mit meiner kanadischen Longdistancecall-Karte nach Deutschland an zu rufen. Das misslingt, da das Telefon kaputt ist. Ach ja, Kanada ist was die Kummunikationsinfrastruktur angeht ein Dritteweltland! Hier klappt kaum was und ganz oft liegen Störungen vor.. Tja dann halt erst morgen!

Gute Nacht.

Heute habe ich es ruhig angehen lassen. Drei Std. in der Kaffeebud verbracht und kommuniziert, dokumentiert, gesichert.... dann bin ich auf dem Klondike Highway Richtung Carcross gefahren. Zunächst dachte ich, es stimme etwas mit dem Motorrad nicht. Es war soooo....leichtführbar....dann fiel mir auf, dass ich Elenore das erste Mal ohne Gepäck ausführe! Nein, was für ein Fahrradgefühl! Aber irgendwas störte mich. So ein klingel-bring-schepper Geräusch – gaaaanz leise. Ich hab sofort den Zündschlüssel vermutet, da da noch andere Schlüssel dran sind und je nach dem wie die liegen, da kann's schon mal am Lenker surren.

Das war's aber nicht! Egal!!! - dachte ich blöderweise – war ja nur ganz leise!

 

Ca. 60 km später halte ich an um den Emerald See zu fotografieren. Dann hab' ich den Schlamassel gesehen: Von den vier Edelstahlschrauben mit den 8 Distanzscheiben, die normalerweise meine Koffer halten, waren nur noch eine Schraube und 2 Distanzscheiben übrig. Der Rest hat sich auf dem groben Asphalt abgerappelt. Das war das Geräusch! Ganz großes Kino! Jetzt kann ich morgen erst mal suchen, wo ich solche Schrauben bekomme.

Ich hatte genug für den Tag und bin zurück gefahren. Am Straßenrand war ein großer schwarzer Schäferhund, der sich beim Vorbeifahren als Schwarzbär entpuppte. Immerhin! ;)

(Der See sah toll aus!)

Sollte ich morgen Schrauben bekommen und bei der Post in Whitehorse das Päckchen sein, auf das ich warte, dann geht es weiter Richtung Watson Lake!

Die ganze Nacht bin ich immer wieder aufgewacht... irgendwie war ständig was um mich herum... hab' Schritte gehört, meine Zeltnachbarn waren mitten in der Nacht auf, etc.... Dann - so gegen 07:00 Uhr – schreit eine Frauenstimme: „Jo, wake up! You still need to pay!!!“ - also „Wach auf – du musst noch zahlen!“ 

Ich mach das Zelt auf und sage, völlig verschlafen – wegen dieser unruhigen Nacht: „Ich hab' bezahlt, ich bin schon 2 Nächte hier!“ … „Ja dann kannst du mir ja die Quittung zeigen! - Du hast nämlich hier auf dem Tisch die Aufforderung zu zahlen“ … ich völlig fertig, weil, schlecht geschlafen, aus den Träumen gerissen... krame rum, um die blöde Quittung zu suchen... da sagt diese Furie:“ Ach, bist du Julia?“ ich: „Ja!“ ...“ Ja dann schlaf weiter, ich hab' dich gefunden.!“ 

 

gggggrrrrrrr

 

Der Campingplatz hat 20 Dollar gekostet – Duschen und Wifi extra!!! Der Sanitärbereich war veraltet und unsauber! Solltet Ihr jemals in Whitehorse campen wollen- empfehle ich nicht den „Robert Servis Campground“!!! 

Nach dieser Spontanweckung, habe ich mich aufgemacht zur Post zu fahren. Denn da sollte ein Päckchen von meinem Schatz auf mich warten. :)))

Bei der Post angekommen, sagte mir eine sehr liebe und herzliche Postangestellte, dass kein Großbrief für mich da sei. Sie hat extra noch mal gesucht und alles durchforstet. Ich soll morgen wiederkommen! Mmmhhh... nöööhhh! Ich bitte sie den Brief direkt wieder zurück an den Sender zu schicken. Sie willigt ein. Danach fahre ich zu so einer Art kanadischem Obi und kaufe für 15 Euro 3 Schrauben und vier Distanzscheiben!!!

 

Kanada ist super teuer!!!!

24.06.2013 - Jetzt den Rest vom Alaska Highway bis Dawson Creek

 

Nachdem ich mein Zelt zusammengepackt habe geht es Richtung Watson Lake! 430 km sagt das Garmin. Ok – los! 

Die Gegenden die man durchfährt sind unbeschreiblich schön. Das Wetter ist durchwachsen... aber „mostly sunny“. Man riecht den warmen Waldboden, man sieht ständig Seen, die in den unglaublichesten Farben scheinen, man fährt eine Anhöhe hoch und dann öffnet sich ein Tal, welches am Horizont mit Bergketten umsäumt ist und gänzlich bewaldet ist, keine Häuser, keine Anzeichen von Zivilisation... ich wünschte ich könnte mit Worten beschreiben wie wundervoll dieses Land ist!

Es gelingt mir nicht und es gelingt auch nicht es in den Fotos darzustellen. 

Ich denke, Ihr müsst selber herkommen!

Nach 425 km war ich ko! Nach links ist der „Watson Lake Campingplatz“ ausgeschildert. John und Sheila – die beiden die mich zum Kaffee eingeladen hatten in Valdez!- hatten mir den Campingplatz empfohlen und mich gebeten dem Campingplatzbesitzer Grüße aus zu richten. Ich also links abgebogen: Schotter!

Nach ca. 5 km, wieder ein Abzweig: immernoch Schotter... jetzt aber als Waschbrettkack... Die Motorradfahrer unter Euch werden wissen was ich meine...

Völlig feritig – Elenörchen heiß, wegen dem langsamen Waschbrett-Mist, bemerke ich, dass es kein offizieller Campground war, sondern mal wieder so einer zum selbst registrieren. Das beudetet: kein Essen, keine Duschen, nur ein Plumsklo! 

Oh mann! Ich hatte nur Wasser dabei, nix zu essen, außer einer 1/8 Tüte Cheese Nachios. Elenore wurde zu heiß – ich will sie nicht wieder zurück über den Schotter treiben! Ich bleibe stehen und nehme den erst-besten Platz. Neben mir steht ein Trailer, Kinderspielzeug liegt rum... aber keiner da. Ich steige ab und werde noch bevor ich das Mückenspray rausziehen kann viermal gestochen.

Ich will gar nicht weiter drauf eingehen: Aber ich hatte den Hafen auf!

Auf dem harten Schotterboden, schlage ich einen der Husti-Super-Heringe krumm. :(

Danach laufe ich zum See runter: Zunächst mal durch den Spa-Bereich der Mosquitos... einem kleinen Sumpf. Ich zieh mich schnell aus und springe in einem in den See. Hier ist keine Zeit für langes Mädchen gehabe mit ouuu, aahhh, iiihhh ist das kalt, denn diese Blutsauger machen einen leer. Ich hab dann in Ermangelung einer Dusche mal über alles drübergewischt – ohne Seife – wegen der schönen Natur...

Auf dem Weg zurück bin ich natürlich mehrfach gestochen worden... Als ich zurückkam, waren die Bewohner des Trailors da: 1 Mutter mit 5 Kindern.

Fam. Flodder! Total laut! Die Mutter nur am fluchen... Es war schrecklich. Ich bin ins Zelt, habe meine Nachios gegessen... ein bisschen Wasser getrunken und bin verzweifelt eingeschlafen... Immer wieder wach geworden, da Fam. Flodder gestritten hat. Den nächsten Morgen bin ich dann recht früh auf und hab' diesen unseeligen Ort verlassen. 

Der Weg soll mich Richtung Fort Nelson führen. 512 km! 

Mann ich reiße hier Kilometer ab!!!!! Zunächst mal mache ich Fotos am Schilderwald. Der Schilderwald von Watson Lake ist eine Kuriosität. Vor vielen Jahren hat einer der Highwayerbauer aus Heimweh heraus ein Schild mit seiner Heimatstadt und einer km-Angabe hier angebracht. Die Idee haben viele nach ihm aufgenommen und so sind nun hier tausende von Städte und Straßenschildern!! Unglaublich!!! Ich wusste davon und habe den Bürgermeister von Vettelschoß - Herrn Falk Schneider - nach einem Schild von Vettelschoß gefragt. So dass auch Vettelschoß hier hängt. Er hatte keines. Zum Glück, denn inzwischen kostet es 25 Dollar, hier ein Schild aufhängen zu können!!! 

Nach ca. 80 km kommt die Warnung: Bison sollen auf dem Highway sein. Ich bin gespannt! Wieder einige Kilometer weiter, sehe ich am rechten Fahrbahnrand große Tiere langsam trotten. Aber: Weiße, braune, gefleckte, schwarze... Büffel sind doch immer braun, oder?

Als ich näher komme trottet eine Herde Pferde am Highway entlang...:)))

Ich fahr noch mal zurück, und noch mal dran vorbei... Klasse!

 

Weiter geht’s, wieder durch umbeschreibliche Natur. Das ist wirklich atemberaubend hier. Dann: wieder ein Tier – Katzengroß... ähnlich eines Opossums, aber mit dickerem Schwanz.... keine Ahnung was das war! (Hier neben mir beim Schreiben meint einer das sei ein Seeotter gewesen.) Nach weiteren 100 km, war ich so ko und hungrig … letzte Nahrungsaufnahme (abgesehen von den Chips), war ein Doghnut und ein Kaffee am morgen zuvor in Whitehorse. Ich hab' dann in Coal Creek angehalten. Da ist eine kleine Tankstelle und ein Restaurant – das wars!

Das Restaurant war klasse und total süß. Die Bedienung war ein Schatz und ich habe einen Bison Burger gegessen und drei Kaffee getrunken!! Dabei ist draußen die Welt untergegangen und ich saß trocken und satt und glücklich im Restaurant. Boah war das schön!! Ich hab' den Regen abgewartet und bin wieder los!

 

Weil das Wetter immernoch schlimm aussah, hab ich die Regenkleidung angezogen – und das war gut! Weil es langweilig würde, wieder von der Gegend zu schwärmen, lass ich das jetzt. Aber mal eine Geschichte am Rande:

Ich sah meinen ersten Bison und hab mit respektvollen Abstand angehalten.

Dann hab ich die Kamera geholt und bin vorsichtig drauf zu gelaufen, um in ca. 30 m Abstand Fotos zu machen. Der imposante Bulle stand auf, nahm den Kopf nach unten und scharrte, wie die Stiere in der Arena. Ich schnell wieder zurück aufs Bike, und ab dafür!

Keine 300 km weiter stehe ich in einer ganzen Herde!!!

schaut die Fotos!!!

26.06.2013 - Ft. Nelson nach Dawson Creek - Schrecken in den Knochen

So, nun sind zwei Tage vergangen und ich schreibe absichtlich erst jetzt weiter. Hätte ich direkt geschrieben, hätte ich vielleicht zur Dramatisierung oder Übertreibung geneigt. In Fort Nelson, meinem nächsten Stop, baute ich mein Zelt auf, ging duschen und freute mich über ein paar kleine Flaschen Bier im campingplatzeigenen Restaurant. Sie erlaubten sogar, dass ich mein Laptop, die Handys etc lade. Das ist dann immer eine große Erleichterung. Außedem hatten sie Wifi. Ich hab' mich zwar mal wieder geärgert, dass der Platz so teuer war und ich fürs Duschen wieder extra zahlen musste, aber dass ich da in Ruhe mit zuhause skypen kann, Homepagearbeit erledigen kann, Fotos sichern kann und ein Bier bekomme ist dann doch schon sehr versöhnlich. Nach einer sehr verregneten Nacht muss ich morgens mein Zelt im Nassen zusammen falten. Das war Mist – es regnete immer wieder und ich komme recht spät erst los. Der Himmel wird immer dunkler – der Regen wird heftigter. Nach kürzester Zeit bin ich völlig durchnässt und kalt! Ich habe Regenkleidung von einem "Discounter" - ich sach mal vom Hain, und der hat dem Starkregen hier in Canada nicht standgehalten. Im Gegensatz zu den vergangenen Tagen ist der Verkehr sehr, sehr stark. LKW die mir entgegenkommen, bringen jedesmal ein Schwall an Spritzwasser mit. Mein Helm ist sogar innen am Visir nass. Ich fahre weiter und denke: „ Nun, man kann ja nicht ein Jahr lang Glück mit dem Wetter haben!“ Ich hatte so viel Glück mit dem Wetter, dass es jetzt nur recht ist, dass es mal sauig wird. Irgendwann ist mir so kalt, dass ich wie wild bibbern muss. Die Kräfte lassen nach, ich bin ziemlich fertig und noch immer 30 km bis zur Destination. Nach einer „Follow-car“ Strecke beginnt eine Steigung und ich will einen langsamfahrenden LKW überholen. Als ich wieder einschere gibt es einen Knall und das Motorrad fängt an zu schlingern/trudeln. Ich habe Mühen nicht zu stürzen, bekomme aber nach wenigen Metern die Kontrolle wieder, fahre rechts ran und bemerke, dass mein rechter Koffer abgerissen ist. Der LKW, den ich überholt hatte hat gebremst, der Verkehr (wie gesagt es war viel los), stand und ich ging mit zitternden Knien Richtung LKW, der wieder anfuhr. Der Beifahrer rief mir zu:“ Bleib' da, wir bringen dir den Koffer!“ Sie hatten den Koffer kurzerhand aufgeladen und fuhren zu mir. Ich war völlig fertig und dachte nur: Wie bekomm ich das Zeug jetzt hier weg? Der Beifahrer bot an, den Koffer nach Dawson Creek zu fahren (da sollte ja mein nächster Stopp sein). Ich solle hinterherfahren – sie würden am Subway den Koffer abladen. Ich wieder rauf aufs Motorrad, dass sich jetzt fuhr, als hätte man an nur eine Seite Stützräder angebracht und gurkte im strömenden Regen dem LKW hinterher. Vor dem Subway in Dawson Creek, luden die Beiden den Koffer ab, ich fragte noch, ob ich sie zum Essen einladen könne: “Nein – wir haben Termin wir müssen weiter!“ Geld? „ Na hör' mal! Wenn du das nächste mal jemanden auf der Straße siehst der Hilfe braucht, dann hilfst du dem -. dann sind wir quitt!“ Ein breites Lächeln in einem sonnengegärbten Gesicht und weg waren die Beiden. Ich hätte anfangen können zu heulen, aber: Große Mädchen heulen nicht!

Ich hab den abgerissenen Koffer dann in den Subway reingeschlört – die Situation kurz erklärt und die Mädels haben mir erlaubt, den Koffer dort zwischen zu lagern. Dann hab ich das erst beste Motel genommen – 85 Dollar, für ein runtergekommenes Zimmer mit einer aufgerissenen Kondompackung neben dem Bett. mmmhhh lecker.... :(((. Egal! Zurück zum Subway - den Koffer geholt und dann erst mal HaDi angemailt – ich war fertig mit den Nerven! Aber nach ein paar beruhigenden Worten und Beistand und einer Nacht Schlaf, hatte ich mich wieder gefangen – hab' den Koffer repariert und bin nun in Prince George, auf dem Weg nach Jasper. Viele Fotos hab' ich nicht und sie sind wegen dem schlechten Wetter auch nicht schön. Aber mal ehrlich: Diese Erfahrungen gehören zu so einer Reise dazu.

Übrigens: ich denke im nachhinein, dass ich den Koffer nicht richtig festgeschraubt hatte. Es regnete in Fort Nelson, totzdem wollten mir die Mücken ans Leder...wahrscheinlich habe ich die Schrauben einfach nur per Hand eingedreht und nicht mit dem Imbus nachgezogen! Denn heute: Ich hab alle 100 km angehalten und kontrolliert: war alles perfekt!

Prince Georg ist überraschen toll!

Eigentlich sollte Prince Georg nur ein Zwischenstopp auf dem Weg nach Jasper sein. Ich komme Nachmittags in Prince Georg an einem der vielen RV Parks vorbei. Na - Fragen kann man ja mal. Ein völlig betrunkener, kleiner, dünner, ungepflegter Mann mit Jeans auf Halbacht und Bauarbeiterdekolletee meint: „25 Dollar die Nacht“. Ich wollte gerade dankend ablehnen, als er die Zauberworte: „Duschen und Wifi sind inklusive“, sagt.

Ja, dann, Wifi ist klasse, dann kann ich direkt HaDi Bescheid geben, dass mit dem Motorrad und der Ladung alles geklappt hat!

 

Gesagt getan: das Wifi ist wie so oft in Kanada unter aller Sau, aber FB geht und so kann ich Bescheid geben, dass es mir gut geht. Die Duschen sind klasse! Groß, sauber, liebevoll dekoriert! Und ich wäre beinah weitergezogen!!!

Abends bekomme ich noch Nachbarn: Cinthia, ihr Mann und noch zwei weitere Männer kommen. Die vier kochen und ich bin mit eingeladen, doch da ich satt war, hab ich abgelehnt. Aber das Lagerfeuer war schön und so wurde es ein netter Abend.

Am nächsten Morgen habe ich dann noch mit Cinthia Kaffee getrunken und wir haben über das Schulsystem in den USA geredet, darüber, dass Obama so viel versprochen hat, was er nicht gehalten hat und wie es mit der Wirtschaft in den USA und in Deutschland wohl weitergeht. Cinthia ist eine Lehrerin in Arizona. Sie bekommt keine Stifte, Papier etc. zu Verfügung gestellt und kauft das und teilweise auch Bücher selber um ihren Unterricht gestalten zu können. Intrinsisch motiviert! Ich finde Menschen toll, die hinter dem stehen, was sie machen!!

 

Jasper NP und Icefields Parkway

Dann geht es los. Richtung Jasper. Erst führt mich „Der Gerrääht“ noch durch einige Vororte von Prince Georg – wirklich eine süße Stadt! Dann geht es in Richtung Nationalpark. In Mc Bride mache ich Stop und esse etwas. Hier sieht irgenwie alles nach Süddeutschland aus und ich werde von einigen Leuten auf Deutsch angesprochen. Wahrscheinlich eine deutsche Auswandererenklave! Zumindest irgenwann in den 60ern! Einer von ihnen in Wayne Johnson. Er selber ist nicht deutschstämmig, hat aber viel von den Touristen gelernt, die er auf Pferden in irgendwelche Canyon geführt hat. Denen hat er dann immer Geschichten von Grizzlybären erzählt – die Deutschen haben das geliebt!!! (Ich wusste es – alles nur erlogen!!!). Aber er ist ein toller, uriger Typ (bis auf vielleicht die ungepflegten Zähne mit dem Kautabak dazwischen...)

Am Eingang zum Jasper Nationalpark muss ich knapp 10 Dollar bezahlen und darf mich nun bis morgen um 16:00 Uhr hier aufhalten. Ein Campingplatz nach dem anderen ist besetzt. Ich bin jetzt irgendwo mitten im Park am Jonas Bach. Es ist total voll hier – alles voller Touristen. Frechheit – wollen die sich doch auch alle hier die schöne Natur anschauen ;) So, werde jetzt beim Getöse des Jonas Baches einschlafen, das Bärenspray und mein Fiskasbeil griffbereit ;)

Ich fahre früh am Samstagmorgen los. Die Straße ist wie schon seit Eingang des Jasperparks landschaftlich toll! Nur Tiere sieht man keine. Das wundert mich nicht, denn der Verkehr auf dem Icefield Parkway ist stark. Ich würde, wäre ich selbst das blödeste Karibu, auch nicht an der Straße rumhängen, hätte ich so viel Quadratkilometer Naturpark! 

Wer also Tiere sehen will, muss einen Campingplatz oder Hotel vorbestellen und dann im Park wandern gehen. Die anderen, die Tiere während der Fahrt sehen möchten, sollten den Alaska Highway fahren! ;)

Dann kommt der Lake Louise. Alle schwärmen von dem See. Tja, was soll ich sagen..., m.E. Kann man den glatt rechts liegen lassen! Es gibt unzählige Seen in Kanada, die mindestens so schön sind! Da braucht man doch nicht zu so einer Touri-Veranstaltung zu fahren!!!

 

29.06.2013 - Weiter geht’s Richtung Kamloops.

Hier finde ich Abends einen Platz, an dem ich jetzt zwei Tage bleiben werde. Ich mache mal Pause und werde morgen Wäsche waschen... mich sonnen.... und kein Motorradfahren!

Nebenbei mal! 

Auf dem Weg vom Jasper Nationalpark nach Kamloops passierte es mal wieder. Es fing an zu Regnen – nicht stark, aber die Wolkenformationen am Himmel verhießen nichts Gutes. Wenn so was passiert, dann läuft bei mir im Kopf immer folgendes ab:

Die eine Stimme (ich nenn` sie mal Engelchen) sagt: „Halt bei der nächsten Gelegenheit an und hol das Regenzeugs raus!“

Eine andere Stimme (ich nenn` sie mal Teufelchen) dann sogleich: "Quatsch – das hört gleich auf – dahinten wird es schon heller!“

E: “Das Regenzeug nutzt nur was, wenn man es vor dem Nass werden anzieht!“

T: “Wir sind doch gerade erst wieder losgefahren! Jetzt wieder anhalten, absteigen, rumrödeln, das umständliche Zeug anziehen...DAS HÖRT GLEICH WIEDER AUF!!!“

E: “Und wenn nicht? Wofür nimmt man den Pröddel mit?“    

und so geht das normalerweise ne Weile, bis ich vom Regen durchnässt bin und eine übergordnete Stimme die Diskussion der Beiden beendet mit den Worten: “Jetzt ist eh egal!“ 

 

Gestern hab ich auf Engelchen gehört, hab' angehalten, mich geärgert, dass ich das Regenzeug mal wieder woanders untergebracht hatte und alles durchsuchen musste und bin dann regengeschützt weitergefahren, um nach wenigen KM im strahlenden Sonnenschein (wie machen die das hier in Kanada????), im eigenen Saft zu garen.

T: “Siehste!!!“

Ich habe mich entschieden noch eine Nacht länger hier zu bleiben und heute eine Tour in der Umgebung zu fahren. Quasi eine große Runde um den Okanagansee.

Ich habe die Route geplant und dann auf mein Garmin übertragen. Dabei muss ich aber was falsch gemacht haben, da ich hinterher nicht navigiert wurde, sondern nur einzelne Wegpunkte angezeigt wurden und der Rest Luftlinie war. Diese Luftlinienberechnung waren 449 km. Wird also was mehr gewesen sein. Landschaftlich eine tolle Strecke, obwohl es richtig heiß und damit anstrengend wurde. Mein Imo hat die für dieses Jahr heißeste Temperatur mit 46 Grad gemessen!!

 

In Oyama hab' ich gefrühstückt. Total lecker! Verlorene Eier auf Schinken und Brötchen und Bratkartoffeln. Dazu gabs Eiswasser und Kaffee. In Keremeos habe ich mir dann noch Früchte gekauft, da die Gegend quasie das Anbaugebiet für Gemüse, Früchte und Wein ist.

War alles sehr lecker!

Wieder auf dem Campground bin ich ob der Hitze und der vielen km ziemlich KO und freu' mich gleich „aufe Isomatte“!!!

 

Heute verlasse ich den kleinen sympatischen Campingplatz in Kamloops. (Knutsfort RV Campground am Highway 5a) Es geht zunächst Richtung Westen und dann Richtung Süden – Vancouver. Die Route habe ich mir ausgesucht, da mir mehrere Motorradfahrer dazu geraten haben. Die Aussichten auf diesem Weg solle toll sein!!! Von Kamloops aus fährt man zunächst auf dem Highway Kanada 1 in Richtung Westen. Dann geht es kurz hinter Cache Creek auf den Cariboo Highway – den Highway 99. Dieser ist auf Karten nur mit einem dünnen schwarzen Strich markiert und gilt als „Seanic Byway“ Aus Kamloops heraus ist die Gegend für mein „europäisches Auge“ bereits beeindruckend. Überall zerklüftete Hügel, die mit Gras bewachsen sind, aber felsisch/schroff abfallen. Immer wieder Seen, die in unterschiedlichen Farben leuchten – es ist unglaublich beeindruckend. Diese Schönheit der Natur! Wieder sind die Straßen leer und ich kann mich in Ruhe der Bewunderung der Natur widmen. In Lillooet mache ich meinen ersten Stopp – tanken, essen, weiter! Der CaribooHighway führt nun steil einen Bergkamm hoch. Man fährt durch ein enges Tal, welches wahrscheinlich eher zu beschreiben wäre mit dem Boden eines Canyons, oder einer Schlucht. Neben mir auf beiden Seiten türmen sich hohe Felsen, oben mit Schnee, teilweise stürzen kleine Bergbäche wasserfallartig herunter und ich bin schon wieder in Versuchung alle 10 m anzuhalten und Fotos zu schießen, die mich dann unendlich enttäuschen, da sie die Schönheit der Natur nicht wiedergeben können! Leider ist zeitgleich auch die Straße so schlecht, dass Schlaglöcher, Verwerfungen im Teer, etc. einen daran hindern einfach nur zu staunen – die Straße erfordert Aufmerksamkeit. Nach weiteren knapp 100 km, kommt man in den Olympiaort „Whistler“ Alles wirkt aufgeräumt und schön – um mich herum befinden sich Berge, deren Gipfel mit Schnee bedeckt sind. In Garibaldi suche ich eine Unterkunft. Der Campground Municipal liegt günstig und ich bin zu müde um weiter zu suchen. Ab Morgen werde ich meine Liebe zur Natur und deren Schönheit etwas aussetzen müssen – denn dann ist das pulsierende leben von Vancouver dran!!!

 

03. bis 07.07.2013 - Vancouver

Die Straße nach Vancouver hinein verläuft traumhaft schön am Wasser entlang. Ich genieße die Umgebung und halte mich wie immer an die Geschwindigkeitsvorschriften. Ich bin schließlich Gast in diesem Land und es wäre unverschämt die Regeln nicht zu akzeptieren. Jetzt ist der kanadische Autofahrer an- und für sich nicht so tiefenentspannt wie der alaskanische Fahrer und drückt schon mal lieber aufs Gas. Oftmals habe ich dann das Gefühl, dass der Hintermann drängelt. Bei der erst- besten Gelegenheit, lasse ich die dann vorbei. So auch am Mittwoch. Der Autofahrer fährt nach kurzer “Drängelphase“ an mir vorbei und Fahrer, Beifahrerin und Insasse hinten rechts gestikulieren wild, der Fahrer hupt. Ich bin direkt auf Krawall gebürstet und ärgere mich, dass die nicht verstehen, dass ich mich doch nur an ihre Gesetze halte!

Ca. 8 km später steht der gleiche Wagen an einer roten Baustellenampel und ich entscheide mich mit meinem Motorrad daneben zu fahren, um die Beifahrerin zu fragen, was ich ihrer Meinung nach falsch gemacht habe!!! Sie lächelt mich an und sagt: “Ich hab schon vermutet, dass du das falsch verstanden hast. Wir sind so begeistert, dass du eine so große Reise mit dem Motorrad machst! Du bist aus Europa, nicht?“

Tja, meine beste Freundin wird jetzt sagen: “Der Empfänger entscheidet über den Inhalt der Nachricht!“ :)

Gut, dass ich noch mal nachgefragt habe!!! Ich hätte echt unbegründet einen Hals auf kanadische Autofahrer gehabt!

 

Ich komme über West Vancouver nach Vancouver hinein. Die Ortsteile, die ich durchfahre sind sehr unterschiedlich, doch alles sieht extrem aufgeräumt und freundlich aus.

Auf der Granville Street beziehe ich mein kleines Hotel, entlade Elenore und spreche lang mit der Rezeptionistin über die Stadt. Magda ist aus Polen und hat jahrelang in Barcelona gelebt und gearbeitet und ist nun ihrem Freund hinterher gezogen, der in Vancouver studiert. Sie gibt mir Tipps, wie ich an Bustickets komme, und von wo U-Bahn Linien losgehen, etc.

Am nächsten Tag schau ich mir zunächst den Stanleypark an, und spaziere am Hafen entlang.

Ich bin ein Landkind und mag eigentlich keine Städte. Aber Vancouver polarisiert: alte Bauwerke, die zwischen verspiegelten Hochhäusern stehen, Parks, wunderschöne Straßenzüge und hippe Stadtteile. Die Atmosphäre ist freundlich und die Leute sind multikulti, arm und reich, hipp und konservativ. Keiner stört sich am Anderen.

 

Eine Ente steht auf einem kleinen Wiesenstück. Daneben ein Schild „Danger“. Tja wenn ich schon keine gefährlichen Bären gesehen habe, dann fotografier' ich mal die Ente – wenn die schon Danger heißt!!!! ;)

Freitagmorgen skypt Kristian Thees von SWR3 mit mir. Er möchte ein Interview für SWR3 Weltweit machen. Ich habe Kristian mal vor Jahren bei der Sendung „Wenn dir das gefällt...“ mal kennen gelernt und so wird es ein sympathisches Gespräch. Er will mir einen MP3 Mitschnitt schicken...den stellen wir dann hier ein.

 

Ich bleibe in Vancouver drei volle Tage. Meine Lieblingserfahrungen hier sind:

  • der Stanleypark

  • Fish and Chips im C-Lovers in der Denmanstreet

  • der Stadtteil Granville Island

  • der botanische Garten Vandusen

  • Gastown (Altstadt, Kongresszentrum und Blickn in den Hafen mit Landeplatz für Wasserflugzeuge – der ideale Platz für eine (…) Weißweinschorle

  • der Stadtteil Yaletown mit seinen tollen Restaurantes, insbesondere dem „Glowbal and Satay"

Ich kann nur sagen – Vancouver ist eine der schönsten Städte die ich je gesehen habe!

 

Sonntag breche ich in Richtung Vancouver Island auf!

 

Der heimliche Hauptgrund Vancouver einen fast viertägigen Besuch abzustatten war der Spontanbesuch meines Freundes. :) HaDi konnte sich ein paar Tage freischaufeln und so konnten wir die Stadt gemeinsam genießen.

Am letzten gemeinsamen Abend haben wir wiedermal besondere Menschen kennengelernt! Wir entschieden uns im Stadtteil Yaletown Abend zu essen. In dieser Stadt gibt es großartige Restaurants. Schon mal etwas von der 100-Mile-Diet gehört? Die beteiligten Restaurants verarbeiten ausschließlich Waren aus einem Umkreis von 100 Milen um Vancouver. Eine Idee, welche eine Familie aus der Not geboren hatte (plötzlicher Besuch hatte sich angekündigt und es gab nur noch eine Auswahl aus der unmittelbaren Nachbarschaft) wurde mit Begeisterung aufgenommen und heute von sehr vielen Köchen ausgelebt. Das Restaurant „Glowbal and Satay“ überzeugte uns mit einem kleinen Amuse-Gueule und so setzten wir uns auf die Terrasse. Links neben mir ein Ehepaar, die uns recht bald ansprachen und fragten wie lange wir in in der Stadt seien etc. So kam natürlich wieder die Sprache auf Motorradfahren, auf die getrennte Zeit, etc. Zugleich erzählten die beiden, dass sie ihren 44. Hochzeitstag feierten und ihr Sohn – praktischerweise der Chefkoch des Restaurants – sie zu einem 8-Gänge Menue eingeladen hatte. Ken und Debbie Kabush luden uns zum Dessert ein. Und obwohl wir nach einem phantastischen Essen pappsatt waren, konnten und wollten wir nicht ablehnen. Kris hat wirklich sein Handwerk gelernt und begeistert uns ein zweites Mal. Was für ein großartiger Abend!!! 

Am nächsten Tag – Nachmittags muss HaDi wieder zurückfliegen. Nach der tollen gemeinsamen Zeit ist das besonders schlimm!

Abends treffe ich mich noch mit Kevin, der nach einem Sturz mit dem Motorrad seine dreimonatige Abenteuertour leider unterbrechen musste. Zumindest hat er den Dempster und den Dalton Highway vorher noch gemacht. Nun ist er bei seinem Bruder in Vancouver untergekommen und wird Mittwoch zurück nach Texas fliegen.

Wir quatschen den ganzen Abend, trinken Bier und essen Nacios im „Two Parrots“.Es ist zwar ein schöner Abend, doch ich vermisse HaDi schon sehr.

Am nächsten Morgen freue ich mich darauf, dass es endlich wieder aufs Motorrad geht. Ich beherzige den Tipp von Ken und fahre über Vancouver West nach Norden, um von der Horseshoebay aus die Fähren in Richtung Powell River zu nehmen. Bei den Fähren hier ist es so, dass Motorradfahrer zuerst drauf fahren. So auch hier, ich bekomme eine eigene Lane und fahre ganz nach vorne, zu den anderen Motorradfahrern. Dann geht das erzählen los... Eric, ein deutschstämmiger Canadier gibt mir den Tipp kurz hinter dem Fährhafen auf dem Campingplatz von Salterybay zu fahren. Dieser sei besonders schön. Auch lerne ich Amy und Paul kennen. Amy erzählt viel mit mir und berichtet dass im Norden bei Lund ein tolles Restaurant sein soll. Auch Eric nennt das gleiche Restaraunt, als Geheimtipp. Die „lachende Oyster“. 

Ic h fahre auf den beschriebenen Campingplatz und der Platz ist wirklich wunderbar. Hohe Riesenbäume um mich herum und das Meer als Garten!

Nachdem ich das Zelt aufgebaut habe, fahre ich noch mal los. Ich will in Richtung Norden zur Mile 0 des Highway 101 in Lund. Außerdem esse ich im lachenden Oyster zu Abend. :)) Treffe Amy und Paul wieder. Auch das Restaurant ist traumhaft gelegen. Ach, die Umgebung hier ist einfach schön!! 

Tags drauf geht’s weiter, wieder auf die Fähre, denn ich möchte mir Vancouver Island anschauen. Der Plan ist nach der Überfahrt in Richtung Tofino (an der Westküste) zu fahren. Doch es kommt mal wieder anders, als ich dachte. An Board lerne ich Linda kennen. Wir unterhalten uns angeregt und viel. Plötzlich lädt mich Linda ein, mit ihr nach Hause zu kommen. Ich kann bei ihr schlafen, duschen und sie wird mir ihre Stadt zeigen – Cortenay. Warum eigentlich nicht?!? 

Gemeinsam fahren wir hintereinander her zu Lindas Haus. Das Motorrad kann ich im hinteren Bereich aufs Grundstück stellen. Das Haus ist wunderschön und man merkt deutlich, dass Linda eine künstlerische Ader hat!

Ich könnte in dem kleinen Garten Stunden schauen, betrachten suchen... und würde immer wieder ein neues Detail finden! Nachdem ich geduscht habe, gehen wir zu Fuß die Stadt erkunden. Alles ist gepfelgt und schön hier. Wir besuchen die Mutter von Linda – Loree. Sie ist Deutsche und in Schleswig Holstein geboren – Höhe Kiel. Allerdings ist sie bereits als kleines Kind nach Kanada gekommen. Sie erzählt, dass ihr Mann ein Polizist war und man eine Freundschaft mit einem Kollegen aus Leverkusen gehabt habe! Noch vor einem Jahr habe man E-Mail Kontakt gehabt. Mann die Welt ist klein!! 

Linda lädt mich zum Abendessen ein. Das Restaurant liegt direkt am Meer und wir sitzen auf der Terrasse. Es ist der Hammer! Was für ein toller Tag! Nicht nur habe ich viel von der Umgebung gelernt, nein ich bin auch gehegt und gepflegt worden. Linda hat mich einigen ihrer Freunde vorgestellt und alle waren so nett und freundlich!

Linda kennt mich nicht, sie hat mich spontan zu sich nach Hause und zum Essen eingeladen und ihren Freunden vorgestellt. Würde das einem kanadischen Motorradfahrer in Deutschland auch passieren?

Linda sagt: “Ich finde deine Reise bewundernswert und freue mich, dass ich dir meine Gegend auch vorstellen kann. So bin ich Teil deiner Reise geworden, denn ich bin stolz auf dich!“ 

Ich bin gerührt und beschämt, wegen der Großzügigkeit! Zum Abschied am nächsten Morgen schenkt mir Linda noch eines ihrer „tanzenden Gartenlichter“ Ich hoffe ich bekomme es unfallfrei nach Hause!

Während der Überfahrt nach Tofino überlege ich mir, dass ich Lindas tanzendes Gartenlicht nicht erst zuhause aufhängen werde. Ich bin jeden Tag woanders und überall ein bisschen zuhause und werde überall wo ich nächtige das tanzende Gartenlicht aufhängen und davon Fotos machen, die ich dann Linda schicken werde. So kann sie sehen, wo überall ihre Lichter den Übernachtungsplatz verschönert haben.

Auf dem Weg nach Tofino halte ich an einem der tausenden wunderschönen Flüsse an. Dieser ist besonders grün und sein Wasser ist ganz klar. Vor mir steht ein anderes Motorrad und ein Pärchen steht daneben. Wir sprechen miteinander. Kiel (gesprochen Keil) und Ashley sind mit Kiles BMW 650 GS bis nach Panama und zurück gefahren. Ich bemerke sofort, dass er Heidenaus aufgezogen hat (wie hier drüben 90% der Motorradfahrer!!!), er lacht und sagt, dass der Vorderreifen (der momentan montiert ist) der gleiche Reifen ist, wie zu Beginn der Panamareise. Dieser Reifen hat momentan 39.000km drauf!!!

 

Beide laden mich ein heute Abend um 19:00 Uhr in dem Restaurant vorbeizukommen, indem sie arbeiten.

Das nehme ich mir vor, denn die beiden sind sehr sympatisch und ich erhoffe mit Insiderwissen von Panama.

Aber zu erst fahre ich nach Ucly (den richtigen Namen kann ich mir nicht merken). Dort will ich den „wild pacific trail“ laufen.

Gleich zu beginn sehe ich zwei große Wale, di in der Bucht zickzack schwimmen. Na da wird’s wohl was leckeres geben!

Der Trail ist traumhaft und ich mache mal wieder tolle Fotos – inzwischen zum 2000. mal!

Danach fahre ich in Richtung Tofino. Es ist bereits nachmittags, als ich dort ankomme und ich merke, wie so oft auf dieser Reise, dass es genug ist, da meine Kräfte und die Konzentration schwinden. Also rauf auf den Campground!

Ich soll mir einen Platz suchen (es sind noch 7 frei) und dann 40 Dollar die Nacht zahlen. 40 DOLLAR!!!! ohne Dusche, ohne Wifi. Nur das Zelt, das Motorrad und ich!!!

Leider bin ich zu ko um erst wieder aus dem Naturschutzgebiet raus zu fahren (denn innerhalb von der NationalParks darf nicht wild campiert werden!) und mir was anderes zu suchen. Ach zu Zweit wäre das alles viel leichter!!

Also zahle ich zähneknirschend 40 Dollar + 2 Dollar Tax und baue mein Zelt auf.

 

Der Platz ist zugegebenermaßen ein Traum! Mein Zelt steht im Regenwald und bis zum Strand sind es 7 Meter!!

 

Nachdem das Zelt aufgebaut ist, lege ich mich ans Meer und genieße eine stundelang die Sonne und das Meeresrauschen.

Danach mache ich mich auf Ashley und Kiel zu besuchen. Als ich dort ankomme, bemerke ich, dass die Beiden in einer 5 Sterne Lodge arbeiten und ich mit meiner Jeans, meinen dreckigen, unmanikürten Füßen in Flippflopps deutlich underdressed bin!!

 

Dennoch werde ich freundlich aufgenommen, Kiel erzählt von der Reise und das Ashley und er sich 7 Monate freigenommen haben, indem sie ihre Jobs kündigten und mit dem Motorrad nach Panama fuhren. www.toseetheelephant.tumblr.com

 

Ich bin zum Wein eingeladen und freue mich über die tolle Atmosphäre und die interessanten Geschichten.

Jetzt liege ich im Zelt – das Handy ist leer, das Netbook fast und ich werde beim Rauschen der Pazifik-wellen einschlafen. Gute Nacht!

Den nächsten Morgen geht’s früh los! Ich möchte Rtg. Victoria.Essen/Kaffee ist nicht – das ist hier alles nicht meine Preisklasse!

Der erste Teil ist anstrengend, da die Straße (die ich auch hergekommen war – es gibt hier nur einen Weg raus) stark beschädigt ist (Schlaglöcher, Verwerfungen etc – jetzt ist mir auch klar, warum ich gestren so fertig war!), und sehr kurvig. In Port Alberti suche ich herum, das muss doch hier irgendwo einen Tim Hortens oder ähnliches geben, wo ich mal ans Wifi komme und einen Kaffee kriege!

Ich finde nichts! Ahh – da, zumindest ein Subway. Das ist nich so mein Ding, aber egal! Ich werd mir ein 6inch Sandwich gönnen und nen Kaffee. Bestellt, gegessen und Wifi an: Nix!>>> „Psssst Warrrrum?“<<<

Auf meine Nachfrage: “Wir haben kein Wifi – sorry!“

Da habe ich doch den wahrscheinlich einizigen Sub getroffen der kein Wifi hat!!!! Das ist ein Frenchising – Unternehmen …. die haben ansonsten ALLE Wifi!!

 

Ok, ich merke mir fürs nächste Mal: Erst fragen, dann bestellen!!

Als ich aus der Stadt heraus Richtung Naimoo fahre, kommen sie alle: Mc Donnalds, Tim Hortens, Starbucks....

grrrrrrrr.....

 

Ich komme um ca. 14:30 in Victoria an. „Der Gerrääht“ hat mich brav zum Visitor-Center mitten in der Stadt gelotst und ich finde natürlich keinen legalen Parkplatz für Elenore. Da! Ein RTW...meine Chance, davor ist nämlich Platz!

Die beiden Jungs sind nett und versprechen sogar, sollte kein Einsatz kommen auf Elenore auf zu passen. Klasse Im Visitor-Center hilft man mir und gibt mir die Adressen zweier Stadtcampingplätze und den Zeitplan der Fährverbindungen nach Port Angeles, USA.

 

Ich schnell wieder zurück zum RTW – kurz noch erzählen, das übliche...ich wiederhole es nicht mehr...ihr wisst es ja....

dann gebe ich die Adresse ins Garmin ein, das damit leider nichts anfangen kann. Also manuell: erst die Karte kleinmachen, dann ungefähr dahintippen, wo der Platz sein könnte, dann auf „los“ tippen.

 

 

Mhhh.. der Platz ist zwar ein Stadtplatz, aber doch was draußen, und wie ich so aus dem Zentrum von Victoria fahre, denke ich mir:“Wenn ich irgendwann den Platz gefunden habe und dann mich um Elenörchen gekümmert habe, das Zelt aufgebaut habe.... dann fahre ich doch nicht noch mal in die Stadt um mir hier alles anzuschauen?!?

Dann kam mir der Gedanke: die letzte Fähre fährt um 19:30h. Ich fahre da jetzt hin, buche, lasse das Motorrad da stehen (der Fährhafen liegt keine 5 min Fußweg von der Innenstadt entfernt) und schau mir noch 3 Std. Victora an!!

Gesagt getan.

Das ist zwar deine eine überstürzte Flucht aus Kanada, aber um ehrlich zu sein: Kanada ist zu teuer für mich!

Die Menschen sind so freundlich und herzlich, die Natur ist ein Traum, die Tierwelt klasse... aber wenn man nicht so reich ist fährt man auch keinen Porsche, sondern Fiat. Halt so wie man es sich leisten kann und will.

Drei Wochen Kanada kann man sich sicher zusammensparen, aber ich werde monatelang unterwegs sein und Preise wie hier treiben mich in den Ruin.

Als ich den Entschluss gefasst hatte und mein Ticket in die USA in Händen halte bin ich erleichtert.

 

Victoria ist eine schöne Stadt und alle behaupten sie hätte was britisches. Ich empfinde sie eher holländisch. Überall Blumen, gerade ist ein Festival und eine Band spielt, viele kleine Stände an denen man Fritten und Hotdogs bekommt....

 

Um 18:00 Uhr soll ich am Pier sein – Zollabfertigung. Ich bin als einzige Motorradfahrerin die erste und bekomme das Schild“Homeland Security 1“ :)))

Dann um 19:30 rauf aufs Schiff – eine Fähre auf der ca. 100 Fahrzeuge Platz haben (grob geschätzt). Das abladen, bevor wir drauf dürfen verzögert sich und die Crew scheint ungeduldig. Überhaupt habe ich das Gefühl, dass sich da einige sehr wichtig nehmen. Die heißen übrigens Black Ball. Ich weiß nicht ob das was kanadisches, oder US-amerikanisches ist.

Ich fahre dann als erstes drauf und die Männer die unten im Frachtbereich arbeiten sind sehr freundlich, rühren aber mein Motorrad nicht an – ich soll das selber machen. Dazu bekomme ich eine der üblichen „Holztreppen“ - die werden unter den Motorschutz geschoben und sollen verhindern, dass das Motorrad, welches auf den Seitenständer steht zur rechten Seite wegkippen kann. Dann bekomme ich zwei Seile zugewiesen, die von oben runterhängen. Die soll ich vorne und hinten festmachen. ????

Ich bitte um Hilfe, doch man sagt ich sei dafür selber verantwortlich.

Ich knote also vorne am Sturzbügel und hinten am Kofferträger. Da die Seile aber von oben komme, versteh ich den Sinn nicht. Egal. Elenore ist gefesselt.

 

Dann gehe ich hoch und suche mir einen Platz hinten auf dem Schiff. Das fährt sodann auch schnell los, allerdings mit voller Kraft rückwärts. Auf meine Frage hin, sagen Stammkunden, dass das normal sei und man im Hafen von Victoria zunächst quasi rückwärts ausparken müsste (Die Seefahrer unter Euch verzeihen mir bitte meine laienhafte Ausdruckweise)

 

Der fuhr aber echt schnell rückwärts. Ich meine das Hafenbecken von Victoria ist groß, deshalb hab ich mir zunächst keine Gedanken gemacht.

Doch als das ggü liegende Ufer mit einem großen Holzsteg und einem Segelschiff dahinter (auch nicht klein) immer näher kommt, bin ich nicht die einzige, die sich wundert warum wir immer noch mit voller Wucht rückwärts fahren. Die Passagiere rennen zu Reling. Ich bleibe schön sitzen wo ich bin und halte mich gut fest. Die anderen Passagiere fangen an zu schreien und brüllen in Rtg. Brücke. Dann splittert Holz, das Segelschiff hinter dem Holzsteg kippt und Menschen in dem Hotel an Land fangen an zu schreien und brüllen. Na klasse!

Ich hoffe nur, dass Elenore, die direkt untermir, quasi als ersten Fahrzeug hinten im Schiff geparkt ist, noch steht!

Ob Menschen auf dem Steg, dahinter oder im Bereich verletzt wurden kann ich nicht sagen, denn wir flüchten gerade. Mit Volldampf vorraus, aufs offene Meer. Die Besatzung springt rum, rennt, schreit... Ich überlege mir, dass ich, bevor wir sinken die schweren Crossboots ausziehen sollte... Zwei große Tankschiffe, die zum Glück weit weg sind machen uns langsam Platz, während wir mit dröhnenden Motoren zügig „abhauen“. Dann auf dem offenen Meer: „Stillstand“. Die Besatzung ist immernoch hektisch und rennt mit riesen Brechstangen und anderem Gerät umher.

Irgeneiner der anderen Passagiere meint, die seien über eine Boje gefahren, die sich dann im Anker verhakt hätte. Keine Ahnung. Nachdem alles wieder ok war (zumindest waren alle etwas ruhiger geworden) hab' ich mal freundlich nachgefragt: „No comment!“

Es sei alles perfekt in Ordnung. Klar, so parken die immer aus!

 

Tja na dann!

Hoffentlich wurde in Victoria keiner verletzt! Denn der Steg und das Segelschiff sind hin!

Ein LKW Fahrer spricht mich an, er war zum VU Zeitpunkt unter Deck und hat nichts gemerkt. Unsere Fähre ist so groß, dass die durch den Steg und das Segelschiff wie ein Messer durch Butter ist!

 

Als wir runter dürfen bin ich erleichtert, dass Elenore unversehrt scheint. Ich darf sofort runterfahren und beeil' mich den Kahn zu verlassen!

 

>> Nachtrag: habs gefunden, vielleicht klappt der Link: http://www.vicnews.com/news/215087001.html

 

Es ist bereits dunkel – wir hatten durch den VU ca. 1 Std. Verzögerung – das bedeutet, dass ich hablblind mit dunklem Visir mir den erst besten Campground nehme und im Dunkeln das Zelt aufbaue. Das geht ohne Probleme, das kann ich inzwischen im Schlaf!