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Derzeit heißt es Moped reparieren und DIA-Vorträge vorbereiten - ach ja arbeiten müssen wir auch wieder....

 

 

Wir haben uns sehr gefreut....am Samstag, 28.01.2017 durften wir um 16Uhr und um 19:30Uhr beim Lagerfeuer in Duisburg unseren Dia-Vortrag zur Panamericana-Reise halten. 

Mehr Informationen und andere tolle Vorträge gibt es unter www.lagerfeuer-duisburg.de

 

Unseren ausführlichen Reisebericht zur Ostseeumrundung 2016 findet ihr hier:

Europa-Ostsse

 

 

Julia+HaDi

F.A.T. - Stammtisch Westerwald

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Chile

12.12.203 bis 28.12.2013, 3500 km (Gesamt: 40.200km)

(mit Genehmigung von www.welt-atlas.de)

12.12.2013 und wir sind in Chile! Nach nur 36700 km fahren wir über die letzte Grenze. Die Grenzformalitäten dauern 1 ½ Std. und beinhalten das übliche hin- und her. Danach geht es in die nur ca. 30 km entfernte Stadt Arica. Erste „Dakar-Schilder“ deuten auf das bevorstehende Ereignis hin. Wir freuen uns über den deutlich geordneteren und ruhigeren Verkehr und sind gleichermaßen unangenehm überrascht von den hohen Hotelpreisen. Na da wird wohl einiges an Camping/Wildcampen auf uns zu kommen.

Wenn man Arica googelt kommen drei Sehenswürdigkeiten zu Tage. Eines ist der „ Morro de Arica“ - ein hoher Fels, auf dem die riesige chilenische Flagge steht. Man hat einen tollen Blick über die Stadt. Dann wird noch auf die Kirche der Stadt hingewiesen, denn sie ist wie die dritte Sehenswürdigkeit, das Zollgebäude von Gustav Eiffel konstruiert worden. Alle drei Topp-Sehenswürdigkeiten sind schnell abgefrühstückt und dann geht’s ab zum Hafen, wo ich begeistert bin vom Grün der hineinrollenden Pazifikwellen.

 

Nach dem Schock über die hohen Übernachtungspreise, fahren wir am nächsten Morgen los und reden viel über die Helmkommunikation was wir denn nun machen. Wir wissen, dass wir einiges an km vor der Brust haben und auch nicht so wahnsinnig durch preschen wollen, da einige Sehenswürdigkeiten (neue und alte) auf dem Weg nach Iquique (Stadt im Norden Chiles – am Pazifik) sind.

 

Wir entscheiden zu campen. Auf dem Weg durch die Wüste genießen wir die Sonne und die Hitze, sowie die klasse Straße. Als erste Sehenswürdigkeit kommen große Betonfiguren, die leider nicht erklärt sind. Wir könnten mit den Motorrädern zwischen die Figuren fahren und ein paar „Poserfotos“ machen, doch Schilder verbieten das Befahren, und so sind wir brav und lassen die Pferde auf dem Sand vor den Skulpturen. Weiter geht’s, immer weiter in die trockene Wüste hinein. Die Gegend hier gilt noch nicht als Kern der Atacama-Wüste. Dennoch ist es hier absolut trocken und heiß.

 

Nach einer ausgiebigen Mittagspause an der einzigen Kreuzung, sehen wir große Geoglyphen in die betonharten Dünen geritzt. Man berücksichtige: wir sind hier ca. 700 km südlich der Nasca-Region Perus! Zwischen dem 9. und 16. Jahrhundert sind über 5000 Scharrbilder im Norden Chiles entstanden. Man hat nur Vermutungen darüber, warum diese entstanden sind. Die Vermutungen reichen von spirituell bis Kalender.

Da diese Scharrbilder ja nun so „in“ waren, habe ich (Julia) dann auch eines gemacht und der Nachwelt hinterlassen. Wer errät welchen großen Humoristen (leider 2011 verstorben) ich nachahme und aus welchem Sketsch mein Scharrbild stammt, sowie welche Filmfigur aus dem Sketsch das Zitat (meines Scharrbildes) bringt, bekommt ein signiertes Foto vom „Giganten“ und meinem Scharrbild! Lösung bitte ins Gästebuch schreiben!

 

(FAT ausgenommen – Ihr hattet Eure Chance!)

 

Der „Gigant“ ist das letzte Scharrbild, welches wir besuchen. Dazu müssen wir auf eine Sand/Schotterpiste. Um uns herum sind ca. 10 Windhosen (Dustdevil) die Sand hochwirbeln. Die Gegend sieht fast schon gruselig aus. Der „Gigant“ allerdings sieht aus, als sei er aus der „Sendung mit der Maus“. Hätte man rechts daneben einen Elefanten in den harten Boden geritzt und links eine Maus, wäre ich nicht überrascht gewesen. :)

 

Dann kommen wir an einer „Geisterstadt“ vorbei – eigentlich eine Geistermine. „Humberstone“ Hier wurde Ende des 1872 bis 1961 Salpeter abgebaut, insgesamt lebten hier 3500 Menschen, mit allen Annehmlichkeiten (Schwimmbad, Theater, etc.). Salpeter wurde als Sauerstofflieferant für Sprengstoff oder Stickstofflieferant für Kunstdünger verwandt. Wegen Salpeter führten Bolivien/Peru und Chile erbitterte Kriege um die Minen (Salpeter-Krieg). Die Beziehungen sind bis heute deswegen angespannt, insbesondere da Bolivien seit dieser Zeit keine Pazifikküste mehr besitzt. Lächerlich, da Deutschland Anfang der 30er Jahre einen Weg gefunden hatte Salpeter künstlich herzustellen. Humberstone ist klasse erhalten – hier regnet es nicht und so scheint der Zahn der Zeit nicht ganz so schlimm an den alten Gebäuden und Maschinen zu nagen.

 

Wieder geht es weiter. Als wir am späten Nachmittag nach Iquique einfahren, ist mein Mopped leer und heiß und ich habe schwere Bedenken, ob wir das ganze ohne Notstopp schaffen. Dennoch: es klappt. Den anberaumten Campingplatz finden wir zwar nicht, und wild campen geht auch nicht (nicht eingekauft), aber wir finden ein total „chilliges“ Hostel, welches – wenn man langsam geht – ca. 1 Minute vom Strand entfernt liegt und bezahlbar ist. Wir entscheiden nach kurzem Überlegen: Hier bleiben wir zwei Tage und legen einen Strandtag ein, denn das Wetter, das Meer und das Hostel sind erstklassig! Wir haben zwar noch nie was von Iquique gehört, aber hier ist es schön!

 

Der Tag am Strand ist toll. Nach einem gemütlichen Start in den Tag genießen wir zunächst bis Mittag die Wellen am Strand, danach gibt es einen Stadtrundgang – Iquipe hat eine kleine, schöne aber recht einsame Altstadt und dann den späten Nachmittag wieder am Strand. Die Wellen laden einfach dazu ein in sie hinein zu tauchen. Den Abschluss einen wirklich schönen Tages finden wir dann beim BBQ, welches vom Hostel organisiert wird. Argentinisches Rindersteak, verbunden mit Salat und Rotwein – nach den Monaten ohne Fleisch am Stück vom Wiederkäuer ein absoluter HOCHGENUSS.

 

Am Sonntag, 3. Advent, fahren wir ganz gemütlich um 10:00Uhr los. Wir wollen ja nur etwa 220km südlich am Pazifik entlang fahren. Was soll ich sagen, es rutscht einfach gut! Die Straße ist top, das Meer immer an der rechten Seite und so kommen wir gut gelaunt echt zügig voran und entscheiden unterwegs ganz kurzfristig weiter zu huschen und nach San Pedro de Atacama zu fahren. Das sind dann statt der entspannten 220km lächerliche 490km....aber es macht einfach nur Spaß. Nach der Küstenstraße geht es einmal quer durch die Atacama-Wüste, eine der trockensten Wüsten der Welt. In der Mitte soll es seit Beginn der Wetteraufzeichnungen (schon mehr als 100Jahre) nicht mehr geregnet haben. Trotzdem ist es eine beeindruckende (und saubere) Landschaft. Wüste in schön eben. Ganz unmerklich geht es dabei mal wieder hinauf auf 3500m und dann hinunter ins Tal von San Pedro, wo wir gegen 18:00Uhr ankommen.

 

San Pedro de Atacama ist eine uralte Siedlung am Rande der Atacama-Wüste. Eigentlich ganz schön, wenn nicht vor einigen Jahren der Tourismus eingekehrt wäre. Das Dorf, wirklich ein kleines Dorf, ist voll von Touristen, Hotels, Touri-Shops und Reiseveranstaltern, denn nicht das Dorf ist die Attraktion sondern die Landschaft drum herum. So ist es aber leider auch extrem teuer. Wir finden einen Campingplatz, echt toll gepflegt und super ausgestattet, aber eben auch sehr teuer (15€ pro Person). Egal, wir sind nun mal hier!

Am nächsten Morgen genießen wir die Ruhe und starten um 10:00Uhr zunächst in den „Salar de Atacama“ und den dazugehörigen Nationalpark. Dieser Salzsee liegt nur wenige km entfernt. Wir fahren über ein präparierte Salzpiste und sind beeindruckt. Am Ende gibt es eine kleine Lagune, unser Ziel, denn hier leben Flamingos, Caiti, Eidechsen und viele andere Tiere. Toll kann ich nur sagen. In einer absolut unwirklichen Gegend leben wunderschöne Tiere. Wie geht das? In einem echt ansprechendem Besucherzentrum wird alles genauesten erklärt. Hier die Kurzversion:

Regenwasser aus den Bergen versickert in der Erde und nimmt dabei Mineralien und Salze auf (insbesondere aus den Vulkanen der Anden). Im Tal von San Pedro (und ähnlich bei den vielen weiteren Salaren der Anden) gibt es keinen natürlichen Abfluss des Grundwassers und es kann auch nicht weiter versickern. So tritt es an die Oberfläche wo es durch die Wüstensonne verdunstet, übrig bleibt die Salzkruste, welche so reich an Mineralien ist, dass sie abgebaut und in alle Welt exportiert wird. Hier allerdings wird sie geschützt. Im Wasser der Salzseen leben kleinste Mikroorganismen, welche von Minikrebsen ( max 1cm, uralt, extrem anpassungsfähig) gefressen werden. Diese Minikrebse werden von den Flamingos gefressen. Da sie so viel Karotin enthalten wird das Gefieder der Flamingos rosa. Und wieder haben wir etwas gelernt....

Der Nachmittag gehört ganz kurz der Stadt und dem Pool des Campingplatzes. Gegen 18:30 Uhr fahren wir zur nächsten Attraktion, dem Valle de la Luna, welches beim abendlichen Sonnenuntergang in wunderschöne Farben getaucht werden soll. Das Tal hatten wir schon auf der Anfahrt gesehen und die interessanten Formationen aus Sand, Fels, Salz und Kristallen ist einfach unbeschreiblich.So auch der Sonnenuntergang, welcher leider ein wenig von Wolken getrübt ist, dennoch hat sich dieser wundervoll romantische Abend gelohnt. Voller Eindrücke geht es zurück zum Campground, wo wir zum Abschluss den Grill anwerfen. So schön kann „Weltreisen“ sein.....

 

Wie es morgen weiter geht, das wissen wir immer noch nicht. Einerseits lockt die Küste und die Mitte Chiles mit seinen Weinanbaugebieten, andererseits gibt es hier noch so viel zu sehen, Geysire, heiße Quellen, salzige Badeseen, Kakteenlandschaften, Ausritte und, und, und. Wir entscheiden beim Frühstück!!!

Wir haben uns entschieden....wir haben keinen Bock mehr auf Wüste und würden gerne noch einmal so richtig saftiges grün sehen, das wird allerdings schwierig hier in Chile. Also fahren wir zunächst zurück zum Meer und dann weiter bis Santiago, das ist echt noch weit, aber dort soll es deutlich grüner werden – und es gibt dort leckeren Wein, hoffentlich!

Heute, 17.12.2013 fahren wir also bis Antofagasta, eine ziemlich hässliche Stadt am Pazifik. Auf dem Weg dort hin geht es wieder quer durch die Atacama. Wer aber denkt, dass eine solche Wüste für nix gut ist, der ist getäuscht. Die Atacama-Wüste wird seit hunderten von Jahren bewirtschaftet, es reiht sich Miene an Miene. Salpeter (das haben wir bereits beschrieben), Salze und Kupfer sind wohl die Hauptstoffe die hier hervorgebracht werden. Über viele km erinnert die Landschaft und die Industrie an unseren Niederrhein, Tagebau so weit das Auge reicht. Allerdings mit kleinen Unterschieden: es müssen keine Dörfer und Städte umgesiedelt werden und die Bereiche die ausgebeutet wurden werden einfach zurück gelassen, incl. aller Gebäude und Maschinen. Das ist sicherlich ziemlich hässlich, hier und da bietet es aber für Freunde historischer Industriewn interessante Einblicke. Mancher Orts gibt es Industriemuseen, die mal top sind (wie im Humberstone) oder auch einfach nur am Straßenrand liegen.

Ich habe mir auf der Karte das Eisenbahnmuseum von Baquedano ausgesucht und angesehen. Wer hier glaubt ein typisches Museum vorzufinden, der wird getäuscht. Die Stadt war wohl mal Hauptgüterbahnhof und hat mit Stilllegung der umliegenden Mienen an Bedeutung verloren. Heute fahren zwar noch viele Güterzüge hindurch und es gibt noch ein Ausbesserungswerk für Züge (aktiv, sieht aber aus als würde maximal 1x im Monat gearbeitet), mehr aber nicht. Die alte Lokomotivenhalle ist mit kleinen Schildern als Museum gekennzeichnet und dort sind diverse Dampfloks und Waggons dem Wüstenklima und dem Verfall ausgesetzt – fertig ist das Museum. Jeder deutsche Eisenbahnfan bekommt hier Tränen in den Augen. Ich fand es trotzdem interessant, zumal alles zwischen aktiven Gütergleisen stattfindet – fast so wie in US-Filmen rattern Güterzüge in unendlicher Länge direkt an einem vorbei.

Recht spät fahren wir nach Antofagasta ein. Der Campingplatz, den der „Lonleyplanet“ empfiehlt finden wir zwar – aber er ist verrammelt. Ein weiterer ist ebenfalls geschlossen. Gut... dann halt zum Hostel, welches der „Einsame Planet“ empfiehlt: gibt’s an der beschriebenen Adresse, ist aber voll. …. Manche Tage sind anstrengender als andere. Wir finden ein kleines Hostel mit freundlichem Personal. Der Preis ist hoch, aber irgendwo müssen wir ja unterkommen. Morgen geht es weiter...wieder eine Mammut-Strecke durch die Wüste und wieder ein Campingplatz, von dem wir nicht wissen, ob es ihn wirklich gibt und/oder ob er noch betrieben wird.

Am 18.12.2013 frühstücken wir lecker in einer Garage ggü. des Hostels. teuer, aber lecker. Wir sind beide etwas wortkarg, denn die vielen km durch die Atacama-Wüste die vor uns liegen und die Ungewissheit ob wir einen sicheren/guten Schlafplatz finden, drücken die Stimmung. Der gestrige Tag war so anstrengend, da er so lang war, so viele km hatte, der Wind so stark zunahm und das Fahren immer schwieriger wurde. Und heute dann noch mal?!?

Aber es nutzt nix – weiter! Nach dem Volltanken (450 km liegen vor uns und wir wissen nicht wo die nächste Tanke ist!) geht es los. Das Wetter ist traumhaft und die Atacama ist früh am morgen angenehm frisch. Nach ca. 30 km kommt ein Hinweisschild: „Escultur Mano del Desierto - 3 km“

Da wollen wir auf jeden Fall Fotos machen! 1992 wurde diese Skulptur als „Mahnmal“ in die Wüste gestellt. Man soll mit der Natur vorsichtig umgehen, sonst wird alles zur Wüste. Schon von Weitem sehen wir sie – sie ist wirklich groß! Leider haben irgendwelche Spackos sie am 15.12. mit Grafitti versaut... Schade – auf den Fotos kommt das gar nicht gut. Naja, dann machen wir halt Fotos von der anderen Seite. Die riecht unangenehm nach Urin, da vermutlich die gleichen Spackos die Rückseite der Hand als Toilette benutzt haben, aber das sieht man auf den Fotos nicht.

 

Es geht weiter und die Kilometer ziehen ins Land. Das fahren ist viel angenehmer als gestern. Kaum Wind, toller Himmel und eine schier endlose Wüste, die Stunde um Stunde nicht zu enden scheint. Plötzlich ist der Zeitpunkt gekommen. HaDi ruft „Stopp!“ wir haben 20.000. Kilometer gemeinsam vollendet. Natürlich wird wieder ein Foto gemacht! Die 10.000km war in Panama – was ist das lange her!!!

Am frühen Nachmittag kommt zum Glück eine Tankstelle. Wir tanken auf und machen Mittagspause. Es liegen nur noch ca. 130 km vor uns und wir sind uns einig: Aus fahrerischer Sicht ist der Tag toll! Wieder 100 km weiter biegen wir von der Routa 5 ab und fahren über eine Offroadpiste 500 Höhenmeter runter ans Meer. Wir finden den erhofften Campingplatz und freuen uns so sehr über alles: das Wetter, den Platz, das Motorradfahren, ein Feierabendbier mit tollem Namen, und, und, und... manche Tage sind leichter als andere!

 

Am nächsten Morgen sehen wir beim Frühstück Delfine an unsere Bucht vorbei schwimmen. Es scheint eine Großfamilie zu sein, denn wir können minutenlang an immer wieder anderen Stellen ihre Rückenflossen bogenmäßig aus dem Wasser kommen sehen. Fast zur gleichen Zeit, etwas weiter draußen auf dem Meer sehe ich noch die Wasserfontaine und den Rücken eines Wales. Was für ein toller Platz!! Etwas weiter campen zwei Fahrradfahrer. Hugo und Javier. Beide kommen aus Antofagasta/Chile – im Norden und sind auf dem Weg nach Punto Arenas/Chile – im Süden.

Wir verabreden uns zum Fischessen, denn die Fischer des Dorfes haben am frühen Morgen einen tollen Fang gemacht und wir können ihnen einige Fische abkaufen.

Vorher fahren wir noch mit Javier und Hugo und 5 weiteren Touries raus aufs Meer. Denn vor der Küste des Naturparks „Pan de Azúcar“ liegt eine kleine Insel. Sie steht unter besonderem Schutz und man darf sie nicht betreten, denn hier lebt die größte Humboldtpinguinkolonie Chiles . Zeitgleich ist es auch die nördlichste Pinguinkolonie der Welt. Die Pinguine lieben die Gegend, da das Wasser hier noch mal 4 Grad kälter ist als sonstwo an der Küste. Der Humboldtstrom sorgt dafür, dass das Meer hier 12-14 Grad kalt ist. HaDi scheut sich deshalb auch sehr ein zweites Mal ins Wasser zu gehen – irgendwie überrede ich ihn aber – wegen der Fotos!!! ;).

Die Insel ist zur Tierbeobachtung wunderschön! Das Wasser ist glasklar und außer den Pinguinen sehen wir noch Seelöwen, Seeotter, Pelikane, Leguane und Yuncos – eine winzige Pinguinart, die fliegen kann und zu 95% im Wasser lebt. Nur Nachts sollen sie zum Nestbau raus kommen. Wenn das Gelege dann da ist, bleibt das Weibchen an Land.

 

Die Natur hier ist sehr beeindruckend hier.

Am Nachmittag bitten uns Hugo und Javier, ob sie uns zum „Mirador“ begleiten dürfen. Klar! Sie freuen sich mal nicht selber strampeln zu müssen, sondern als Sozius auf dem Motorrad mitfahren zu können. Die Strecke zum Mirador sind nur 10 km, aber bergauf und Sand! Ich hasse Sandfahren! Ich kann es nicht und ich liege regelmäßig auf der Nase. Und dann jetzt mit Sozius! Aber es klappt, der Sand ist nur an drei Stellen tief...

Auch hier sehen wir viele Leguane, besondere Kakteenarten und viel trockene Umgebung. Und als wir hoch zum Mirador wandern, sehen wir den für diese Gegend berühmten Chilla-Fuchs. Ich hatte so gehofft ein Foto von dem „possierlichen Tierchen“ zu bekommen, doch eigentlich nicht damit gerechnet, da der Chilla-Fuchs eine bedrohte Tierart ist. Aber „unser“ Exemplar schein ein „Poser-Fuchs“ zu sein. Er läuft uns quasi nach! Was für ein süßer Kerl!

Der Nationalpark „Pan de Azúcar“ übersetzt in Wickipedia mit „Zuckerhut-Park“, ist ein weiteres Highlight auf dieser Tour und Reisenden im Norden Chiles nur wärmstens zu empfehlen!!!

 

Zurück am Campingplatz beginnt Javier eine Fischsuppe zu zu bereiten. HaDi macht den Grill an für den restlichen Fisch. Nach und nach treffen die Gäste ein: Miky aus LA/USA und Bernenice und Edna aus Frankreich. So sind wir eine bunte Truppe, die mit den 6 kg Fisch + 4 kg Fisch (Geschenk von Claudio unserem Campgrundbesitze) erst mal fertig werden müssen!!! Wir haben 11 Cojinova und 1 Congrio für die Suppe. (Cojinova = Schwarzmakrele und Congrio= Chile-Kingklipp). Der Abend ist toll, die Gespräche super und das essen spitze! Aber obwohl wir alle essen wie die Scheunendrescher, schaffen wir den vielen Fisch nicht! Ca. 3 gegrillte Fischfilet wandern in ca. 1 L übrig gebliebene Suppe. Da Claudio uns gewarnt hat, das nachts Füchse kommen, beschweren wir den Deckel auf den Topf mit Steinen.

 

Am nächsten Morgen sehen wir den Erfolg dieser Maßnahme („Durchgefallen!!!“):

Der Deckel des Topfes liegt daneben, die Steine liegen im Topf! Die Suppe, der Fisch etc. ist „fott“! Gehört haben wir Nachts nichts – aber das bedeutet nichts.

 

Als wir morgens zusammenpacken, Javier und Hugo verabschieden wissen wir eines: Pan de Azúcar ist es Wert in die besonderen Orte aufgenommen zu werden!

LEIDER IST ES WIE IMMER. Egal wie schön ein Platz ist ...es zieht uns weiter. Wir fahren 531 anstrengende Kilometer bis La Serena. La Serena ist die 2. älteste Stadt Chiles und liegt am Pazifik. Sie hat einen denkmalgeschützten, aber aus unserer Sicht unspektakulären Stadtkern. Sie ist aber der erste grüne Fleck mit Blumen, Wiesen und Palmen seit mehreren 1000-km. Schon deshalb zieht sie uns an. Wir finden auf Anhieb ein wunderschönes Hostal, mit Abstellmöglichkeit für die Motorräder. Unser Zimmer ist grandios, mit Flatscreen, eigener Terrasse und wunderschönem Badezimmer. Aber nicht nur die Rahmenbedingungen stimmen, die ganze Anlage ist äußerst liebevoll dekoriert, überall blühende Pflanzen und der verwinkelte Innenbereich ist wunderschön angestrichen. Alles ist akkurat! Wir wundern uns nur kurz, denn: die Inhaber sind Deutsche und so sind die Elektroinstallationen, die Malerarbeiten und die Deko topp!

 

Wir werde drei Nächte hier bleiben und am zweiten Tag die Stadt und eine Sternenwarte erkunden.

Die Sternwarte ist eine touristische Sternwarte und liegt 70 km östlich von La Serena. Die heißt Mamalluca. Hier kommen wir nach einer Busfahrt an und werden von einem Typen, der locker sofort bei der BigBangTheory mitspielen könnte zum Teleskop geführt. Chile ist unter Astronomie-Fans bekannt für seine unzähligen Observatorien. Der Himmel ist hier schlichtweg klarer und Nachts gibt es keine „Light-Pollution“ - also keine Verunreinigung durch Streulicht. Ich habe bereits Mitte der 90er Jahre einen Bildschirmschoner von SETI gehabt. SETI= „Search for Extraterrestrial Intelligence.“ Das war ein Projekt der Universität Berkely, dass sich mit der Suche außerirdischem intelligentem Leben befasst und in dessen Rahmen man den eigenen Bildschirmschoner in Form von Rechenleistung Daten von Sternwarten ausrechnen lässt. Diese Daten kamen IMMER! aus Chile. Wir und ca. 15 weiter Touristen sind beeindruckt von dem Wahnsinns Sternenhimmel. Wir sehen mit bloßem Auge andere Galaxien, mit dem Telescop verschiedene Sternennebel und Doppelsterne. Leider schaffe ich es nicht den Sternenhimmel vernünftig auf ein Foto zu bekommen. Zu Letzt sehen wir noch den noch jungen Stern Sirius und ich werde unweigerlich an den Siriusfall des deutschen Strafrechts erinnert. Die Erklärung für diese BGH – Musterentscheidung und die brillante (wie ich (Julia) finde ) Urteilsbegründung ginge an dieser Stelle zu weit. Aber wer sich dennoch für den skurrilen Fall interessiert: Auf Wikipedia ist er sehr schön kurz zusammengefasst: „Klickst du hier“.

 

Der Sonntag gehört nun dem nördlichsten Weinanbaugebiet Chiles, gleichzeitig Ort eines erbitterten Warenstreits zwischen Chile und Peru. Denn hier wird ebenfalls „Pisco“ hergestellt. Beide Länder beanspruchen das Recht für dieses Getränk für sich und verbieten gegenseitig die Einfuhr von „Pisco“ aus dem Nachbarland. Das Nationalgetränk „Pisco-Sour“, eine Mischung u.a. mit Limettensaft ist echt LECKER, aber auch hier streiten sich beide Länder zum Ursprung.

Wir fahren also durch ein wunderschönes grünes Tal – nein nicht das ganze Tal, nur der Talboden ist grün und voller Weinpflanzen, die Hänge sind staubtrocken und von Kakteen besiedelt. Je weiter wir ins Tal hinein kommen, desto mehr wird auch an den eigentlich trockenen Berghängen Wein angebaut – eine Mischung aus Pfälzer Weinstraße und Moselhanglage. Unser Ziel ist das Dorf Pisco-Elqui welches erst 1936 im Rahmen des Pisco-Streits umbenannt wurde, um Namensrechte zu sichern. Hier ist eine der ältesten Pisco-Destillen von Chile, „Los Nichos“. Pisco ist ein Brand aus Traubenmost. In der Destillerie nehmen wir an einer Führung teil und erfahren neben der Herstellung auch etwas zur Tradition des Unternehmens. Anders als beim uns bekannten Grappa werden nicht die festen Bestandteile nach dem Pressen der Trauben (der Trester) sondern der reine Traubensaft verwandt. Hierbei wird fein darauf geachtet, dass nur der gute Alkohol in die Fässer kommt. Auf chilenisch heißt das, „Cabeza“ und „Cola“ (Kopf und Schwanz) kommen in den Abfall, nur das „Corazòn“(Herz) kommt ins Fass und später ins Glas. Die alte Anlage von 1868 wird heute noch genutzt und die Auszeichnung bestätigen, dass hier einer der besten Pisco Chile hergestellt wird.

Im Keller der Destille erfahren wir auch interessante Geschichten. So trafen sich dort die Eigentümer mit Freunden und spielten und tranken was das Zeug hält. Sollten ausnahmsweise mal Frauen (verbotenerweise) im Keller auftauchen, so verschwanden sie in einem kleinen – noch tiefer gelegenen – Kellerloch. Diese beherbergt heute Artefakte aus der 150-jährigen Geschichte und ist nicht öffentlich – was da wohl alles gelagert wird??? Da das Familienunternehmen wurde mehrfach verkauft und Ende der 90er Jahre umbenannt. Auf der Suche nach einem Namen war der Keller behilflich. Hier sind lauter „Nischen“ welche an Gruften erinnern und in denen uralte Weine gelagert werden. Also kam man auf den Namen „Los Nichos“. Ach ja, natürlich treibt der Gründer immer noch sein Unwesen und taucht u.a. auf Fotografien als „Geist“ auf, was zu einem interessanten Wandbild führte. Ein schöner und unterhaltsamer Tag, der Freude macht auf die Weinregionen die wir noch vor uns haben.

 

Am 23.12.2013, also kurz vor Weihnachten, machen wir uns auf den Weg nach Valparaiso. Diese 430km sind die wohl langweiligsten der ganzen Reise, dazu auch noch kalt und wolkenverhangen. Also keiner weiteren Worte wert. In Valparaiso ist die Villa Kunterbunt unser Ziel, ein unter Motorradreisenden überaus bekannter Ort. Martina und Enzo empfangen uns herzlich und wir fühlen uns sofort heimisch. Schon seit Beginn der Reise stehen wir in E-Mail-Kontakt, denn beide organisieren auch den Rücktransport unserer Motorräder. So ist es schon ein komisches Gefühl sozusagen schon jetzt am Ende der Reise anzukommen.

Heiligabend „schlendern“ wir knappe 10km durch die hektische vorweihnachtliche Innenstadt. Unser Fazit: Valparaiso hat sicherlich die eine oder andere schöne Ecke, allerdings haben wir bisher nur ganz ganz wenige gefunden. Die Stadt ist dreckig, chaotisch, übersäht mit Graffiti (Hässlich und schön), an vielen Ecken baufällig und stinkt, insbesondere nach den 100.000 Tretminen der Straßenhunde, die wir in keiner Stadt häufiger gesehen haben. Man kann sie vergleichen mit Berlin-Kreuzberg oder Prenzlauer Berg zu den schlimmsten Zeiten. Dazu fällt auf, dass es zwar den gewohnten Einkaufsstress gibt, Weihnachtsdekoration fehlt aber fast komplett, ab und an in den Geschäften leuchtet ein kleiner Plastikweihnachtsbaum. Ach ja - die Geschäfte sind ziemlich leer, denn der Handel findet ganz wesentlich auf der Straße statt. 1000de von kleinen Straßenständen bieten alles an, jeder ein spezielles Produkt...ein Stand  für T-Shirts, einer für Unterwäsche, einer für Wassergläser, einer für Decken, einer für Wasserpistolen, einer für Barbiepuppen, usw. - alle nicht nach Gruppen sortiert sondern kunterbunt in der Stadt verteilt. Das engt nicht nur die Gehwege ein, mir ist es ein Rätsel, wie jemand ein speziells Weihnachtsgeschenk findet, wenn er nicht weiß wo der passende Stand ist und ob es das Produkt gerade überhaupt gibt.... Auf der Suche nach einem leckeren Abendessen entscheiden wir uns für eine einfache Variante: Gulasch mit Nudeln und Apfelmus. So genießen wir den heiligen Abend – ganz anders als gewohnt!

Am 1.Weihnachtstag zeigt uns Enzo sein Kistenlager. Er hat wirklich alles, um Motorräder zu verschicken und so sind wir beruhigt und freuen uns auf die Verschiffung. Später unternehmen wir eine erneute Wanderung, diesmal am Strand und Hafen entlang. Was soll ich sagen – auch nicht besser! Mut macht uns die Aussage, dass es wirklich hübsche Stadtteile geben soll, diese behalten wir aber für unseren zweiten Besuch zurück!

Heute Abend sind wir dann von Martina und Enzo zum BBQ mit der ganzen Familie eingeladen. Nicht nur ein vermutlich einmaliges Weihnachtsessen (in Deutschland wird selten zu Weihnachten gegrillt) sondern auch sehr sehr lecker. Enzo bereitet das halbe Rind vorzüglich zu, dazu gibt es leckeren Salat und als Highlight „Rote Beete aus dem Feuer“ - ein wunderschöner Abend.

 

Morgen verlassen wir die Villa Kunterbunt noch einmal und fahren ein wenig nach Süden, dort wollen wir in der Natur die Reise gemütlich ausklingen lassen und hoffen darauf ein paar der wirklich vorzüglichen chilenischen (Rot-) Weine probieren zu können.

26.12.2013 Es ist bereits Mittag als wir loskommen. Noch kurz tanken und dann rollen die Räder Richtung Süden. Wir sind beide happy und bemerken, dass diese zweitägige Pause, die Lust auf das Motorradfahren wieder gesteigert hat. Wie soll das erst sein, wenn wir mal ne Woche kein Motorrad fahren???

Jedenfalls sind wir glücklich, dass wir rollen. Die Landschaft hat sich so was von verändert. Für mich sieht es aus (und riecht!) nach französischer Atlantikküste. Dieser warme Kieferwaldboden mit den vielen Eukalyptusbäumen hat einen wunderbaren Geruch, der schon fast nach Saunaaufguss riecht. Die Straße ist sehr kurvig und schmal und wir genießen jeden Meter. Als wir nach Algarrobo kommen, blicken wir von oben auf die Kleinstadt hinunter und sehen, dass große, neue Hochhäuser in erster Reihe am Meer gebaut sind. Alle sind miteinander verbunden, indem ein riesiger Swimmingpool (mehrere hundert Meter lang, ehrlich!) zwischen den Häusern und dem Meer gebaut wurde. Wow. HaDi kann nicht anders, er will zu einem der Häuser und fragen, ob man hier übernachten kann. Leider nicht, alles ist mit Sicherheitspersonal und Schranken abgesichert.

Hier scheinen recht reiche Menschen zu wohnen. Dann halt weiter. Wir fahren durch herrliche Landschaft bis zum Rapel-See. Hier finden wir nach kurzer Suche einen Campground direkt am See und lassen den Tag angenehm relaxt ausklingen.

Der 27.12.2013 ist lustig. Wir wollen zum Nationalpark „Siete Taszas“, entscheiden aber mehrfach um! Da wir durch ein großes und herrliches Tal mit Weinanbau fahren, kommt schnell die Idee auf einem der Weingüter Wein zu probieren und zu zelten. Das erste Weingut hat ein großes Portal und einen langen Zufahrtsweg zum Haupthaus. Um den Leuten keine Angst ein zu jagen, gehe ich zu Fuß zum Herrenhaus. Dahinter befindet sich ein englischer Garten mit einer großen und antique wirkenden Poolanlage. Alleine die Möblierung am Pool wird mehr gekostet haben als ein durchschnittliches Einfamilienhaus. Als ich endlich einen Menschen auf dem großen Anwesen gefunden habe (ein Gärtner), sagt dieser, dass das Weingut ausschließlich privat sei. Etwas weiter sei jedoch ein weiteres Weingut, mit angegliedertem Hotel. Gut, dann fragen wir da.

 

Das 2. Weingut ist noch größer und wir fahren einen guten Kilometer durch verschiedene Weinsorten und kommen schließlich an einer Landebahn für kleinere Flugzeuge vorbei. Langsam kommt uns der Gedanke, dass das vielleicht nicht ganz in unser Reisebudget passen könnte...

Der Verdacht bestätigt sich, die Nacht ist ab 200 Dollar zu bekommen – leider ist jedoch alles ausgebucht, wir könnten ab dem 10.01. vielleicht was haben... Schade... :-) … Gut... weiter! Am frühen Nachmittag erreichen wir das traumhaft gelegene Weingut „Santa Cruz“.

Auch hier fahren wir durch ein bewachtes Portal – die Namen und Kennzeichen werden erfasst – dann über eine überdachte Brücke über einen Bach und dann vorbei an verschiedenen Weinreben (alle wunderbar beschildert) hoch auf eine Anhöhe, wo ein altes herrschaftliches Haus steht. Hier parken wir und bekommen die nächste wirklich freundliche Abfuhr: “Nein! Übernachten geht auf keinen Fall!“ das Problem mit den Weingütern ist schlichtweg, dass diese so reich sind, dass da keiner auf zwei abgehalfterte deutsche angewiesen ist. ;) Aber es ist so schön auf dem Weingut „Santa Cruz“, dass wir hier Pause machen und die Atmosphäre genießen.

 

Danach geht es weiter bis Richtung Pazifikküste zurück. Kurz vor der Küste haben Elenore und ich auf dieser Reise die 40.074 km gemeinsam vollendet. Wickipedia gibt als Erdumfang diese Distanz an. Wir sind also quasi einmal um die Welt gefahren!!! Was für ein zuverlässiges und gutmütiges Motorrad!!!

 

Zu guter Schluss quälen wir uns noch über 12 km Offroadpiste, die eigentlich traumhaft zu befahren wären, wäre da nicht dieser Waschbrettkack, der Motorrad und Fahrer durchrüttelt. Aber dann werden wir belohnt. Der Campground der Conaf ( chilenische Ranger/Naturparkaufpasser) ist wunderbar abgelegen und einsam, mit riesen Parzellen, Feuerstelle und Wasser. (Die Sanitäranlagen beschreibe ich mal wieder lieber nicht!)

 

Nach dem Zeltaufstellen gehen wir los und bewundern eine kleine Lagune mit vielen Wasservögeln. Leider brettern wie bekloppt Fahrzeuge an uns vorbei. Bei jedem werden wir einmal neu eingestaubt, denn die Straßen hier sind allesamt ungeteert und bestehen aus Sand, Dreck, Staub und Schotter.

 

40074 km!!! Ein mal um die Welt!

Nach einem wunderbaren Abend am Feuer und einer erholsamen Nacht, geht es am nächsten Morgen so weiter, wie wir aufgehört haben: offroad. Aber diesmal mit nur wenig Waschbrett und viel wunderschöner Natur. Rechts von uns liegt der Pazifik, links von uns ein See und wir auf einem „Bergkamm“ (400 Höhenmeter) dazwischen. Nach 25 km kommen wir auf eine geteerte Straße, die uns direkt am Meer entlang nach Süden führt. Hinter der Kleinstadt Constitution ( nicht zu verwechseln mit Conzeption), finden wir einen Campingplatz, der direkt am Pazifik liegt. Hier soll unsere „letzte Nacht in Freiheit“ sein. Ab morgen sind wir nur noch in Hostels oder Hotels. So schnell sind mehr als 7 Monate um! Theoretisch könnte ich (Julia) noch ein bisschen länger, aber das war mir bereits nach den drei ersten Monaten klar, dass ich nach der wunderbaren gemeinsamen Zeit nicht „Hasta la vista, Baby!“ sagen und alleine weiterfahren könnte. Außerdem: Ich freu' mich tierisch auf zuhause! Auf Familie, Freunde, Sauna.... :))

Eine kleine Anmerkung von mir (HaDi): Einerseits habe ich gedacht ich sei kein Weltenbummler, andererseits habe ich unterwegs mehrfach davon geträumt den Mut zu finden und einfach nur weiter zu fahren. Mehrfach hatte ich die Gedanken mich einfach ab zu setzen....Julia wollte mich nicht mehr alleine zum Einkaufen lassen....und gerade am südlichsten Punkt unserer Reise, dort am Pazifik habe ich diesen Traum ausgiebig erlebt, leider kann ich diesen Schritt nicht vollenden. Diese Welt ist zu groß für ein „normales“ Leben und ich bewundere alle, die diesen Mut hatten, um diese Entscheidung zu treffen, denn Reisen ohne gesichertes Einkommen ist noch einmal eine größere Nummer. So muss ich mich leider damit abfinden mich auf deutlich kürzere Reisen zu beschränken.

 

Der Platz ist super gewählt, der Pazifik ist hier wild und laut, die Wellen klatschen spektakulär an die schroffen Felswände... (HaDi kann den Pazifik hier im Süden nicht so gut leiden, er ist einfach zu kalt zum baden, aber HaDi ist eben ein Wassertier...) Dennoch, irgendwie ist es bedrückend...“die letzte Nacht in Freiheit“....HaDi spricht schon seit Tagen davon, dass er weiterfahren könnte...ich freue mich tierisch auf zu Hause, bin aber dennoch etwas überrumpelt, dass es nun so schnell geht...

 

Wir grillen Fleisch und essen Pasta dazu und genießen die unter gehende Sonne über dem Pazifik.

Ach: Prof.Dr.HaDi hat eine Kinderlüge entlarvt: „Im Osten geht die Sonne auf, im Süden nimmt sie ihren Lauf, im Westen wird sie untergehen, im Norden ist sie nie zu sehen.! … ist quatsch!!!

...zumindest auf der Südhalbkugel...denn hier nimmt die Sonne im Norden ihren Lauf! :))

Im Höhe des südlichen Wendekreises hatte er den Versuchsaufbau kurz vor Weihnachten bereits einmal gestartet. Hier was das Ergebnis jedoch uneindeutig. Nur deshalb sind wir soweit südlich gefahren! ;)