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Derzeit heißt es Moped reparieren und DIA-Vorträge vorbereiten - ach ja arbeiten müssen wir auch wieder....

 

 

Wir haben uns sehr gefreut....am Samstag, 28.01.2017 durften wir um 16Uhr und um 19:30Uhr beim Lagerfeuer in Duisburg unseren Dia-Vortrag zur Panamericana-Reise halten. 

Mehr Informationen und andere tolle Vorträge gibt es unter www.lagerfeuer-duisburg.de

 

Unseren ausführlichen Reisebericht zur Ostseeumrundung 2016 findet ihr hier:

Europa-Ostsse

 

 

Julia+HaDi

F.A.T. - Stammtisch Westerwald

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Honduras

10.+11.10.2013, 150km (Gesamt: 27.100km)

mit freundlicher Genehmigung von www.welt-atlas.de

Die Grenze nach Honduras gilt als nervigste und schwierigste in Mittelamerika. Des weiteren wissen wir schon, dass die Einreise nach Honduras Geld kosten wird. Bereits einen Kilometer vor der Grenze versuchen uns zwei Spackos an zu halten. Wir ignorieren sie und fahren Slalom um sie rum. Die Beiden springen in einen Nissan Pickup und verfolgen uns. Als wir an eine ca. 1 km lange Reihe wartender LKW kommen, fahren wir an denen einfach vorbei. Der Nissan verfolgt uns. Vor dem Grenz/Zollhäuschen halten wir an. ca. 20 unangenehme junge Männer umlagern uns sofort. „Hey Amigo!“ „My Frind! I help!“ „Ey!!!“ 20 Stimmen reden gleichzeitig versuchen uns alle anzupacken, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. HaDi ist kurz davor komplett aus der Hose zu springen, als ich den Helm abziehe und mit lauter Stimme sage:“ Señores, por favor! No quieremos ayuda! Gracias!!“

 

Zumindest eine Sekunde ist Ruhe und alles schaut mich geschockt an. Ich weiß jetzt nicht, ob es daran liegt, dass die Frau sich erlaubt hat was zu sagen, oder ob man nicht damit gerechnet hatte, dass wir spanisch sprechen. Zumindest haben wir ein paar Minuten Ruhe. Leider müssen wir nach der Ausreise aus El Salvador noch ein paar Meter weiter zur Einreise nach Honduras. Alle Kerle von zuvor, stürzen sich erneut auf uns wie Schmeißfliegen auf die Kacke. Ich überlege bereits gedanklich, wie ich HaDi aus dem Knast bekomme, wenn er die kleinen Kerle umgehauen hat, als er grinsend mit einem zurückkommt. Osman (typischer mittelamerikanischer Name;)) ist nun unser Helfer. Er hatte eine günstige Gelegenheit genutzt und HaDi alleine getroffen und freundlich seine Hilfe angeboten, ohne aufdringlich zu sein – das hat funktioniert! Für 20 Dollar will er uns in einer Stunde durch die Grenzformalitäten bekommen.

Während wir im Schatten vor uns hin schwitzen rennt der Kerl hin und zurück, vor und quer und macht gefühlte 100 Kopien (jedem Schritt, jedem Stempel folgt eine Kopie, die wieder kopiert werden und gestempelt werden muß, usw.) die er immer mal wieder zum Unterschreiben HaDi gibt. Nebenbei gibt es dann auch immer wieder ein neues Formular, gefühlte 20!

Die Grenze und die Grenzformalitäten sind das Lächerlichste was ich jemals erlebt habe. Ich bin froh, das Osman den Mist für uns erledigt (er macht es kompetent und seriös, für jeden Dollar bringt er eine Quittung mit) und schwöre mir, dass ich, wenn ich zurück in Deutschland bin an den Touristikverband von Honduras schreiben werde und das Erlebte schildern werde. Wenn die jemals Touris haben wollen, muss das aufhören. Das ist das allerletzte!

Nach 2 Std. kommt Osman völlig fertig von der ganzen Rennerei bei 45 Grad und hat es geschafft. Er bekommt sein Geld, auch wenn er die doppelte Zeit benötigt hat. Das Ganze hat incl. Kopiergeld und 20$ für Osman 110$ gekostet!!!!! Dann fahren wir endlich los! Aber nicht weit! Nach 50 m werden wir angehalten: „Papiere bitte!“ Zollbeamte wollen uns keine 100 m von der Einreise (in Sichtweite) kontrollieren. Also wieder alles ausziehen – Helm, Handschuhe, Jacke und dann kramen Papiere wieder raus holen. LÄCHERLICH!!!

Ok – alles klar, wir dürfen weiter. Ungelogen: wieder 200 m weiter : Stopp! Polizeikontrolle. „Die Führerscheine und Fahrzeugscheine und Einfuhrgenehmigung.“

HaDi kocht... Und ich überlege bereits wie viel Kaution man wohl für einen tätlichen Angriff auf Polizeibeamte zahlen muss... Aber: Alles geht (einigermaßen) gut (HaDi ist erstaunlich ruhig) und wir fahren nach ca. 10 min weiter.

 

Man wird dünnhäutig in diesen Ländern! Vieles empfinde ich ich hier schlichtweg als Schikane.

 

Wir fahren bis nach Choluteca und es ist bereits dunkel als wir ein schönes und günstiges Motel finden. Dann kommt wieder Standardprocedere: Kette ölen, abrüsten, essen gehen, und gute Nacht! Es war ein anstrengender Tag. Wir haben in San Salvador zwei Tage mehr als gedacht verbracht und so werden wir Honduras und Nicaragua lediglich durchfahren.

Nicaragua

11.10.2013 bis 13.10.2013, 400km (Gesamt:27.500km)

mit freundlicher Genehmigung von www.welt-atlas.de

Heute, 11.10.2013, geht es wieder früh los, denn die Grenze zu Nicaragua steht an ( Honduras waren nur ca. 150 km!)

 

Ich will es nicht noch mal schreiben und es war auch nicht ganz so schlimm und nur halb so teuer wie die Einreise nach Honduras, aber auch hier ist der Bürokratismus unendlich schwachsinnig und die Schmeißfliegen hier sind ebenfalls sehr, sehr aufdringlich. Besonders lustig – im Nachhinein – ist, dass der Grenzbeamte Alemania (Deutschland) nicht kannte und so drauf bestand Albania als Herkunftsland ein zu tragen. Der Computer würde Alemania nicht kennen – nur Albania. :)))))

 

Es ist unglaublich hier!! Diese Unkenntnis und Ignoranz ist nicht in Worte zu fassen. Auch an dieser Grenze werden wir alle paar km gezwungen an zu halten und die Papiere zu zeigen.

Nach der zigsten Polizeikontrolle probieren wir folgende Taktik: Wir fahren ganz eng hinter LKW her. Dann sehen uns die Polizisten so spät, dass sie uns nicht mehr anhalten können. Vorteil: Kein sinnloses Anhalten und rumrödeln. Nachteil: man sieht die Schlaglöcher zu spät und das ist lebensgefährlich, da sie sehr, sehr tief sind. Irgendwann ergeben wir uns in unser Schicksal – wir sind hier Freiwild!

Während unserer fahrt nach Leòn haben wir durchgehend einen beeindruckenden Blick auf mehrere große Vulkane. Vulkane sind allgegenwärtig auf unserer reise, diese hier sind sogar noch aktiv. Das macht sie so faszinierend. Sie strahlen Ruhe und Schönheit aus, knnen aber jeden Moment eine verheerende und zerstörerische Wirkung entfalten. Energie die der mensch niemals beherrschen wird.

In León halten wir an und HaDi findet ein bezauberndes Hostel (Chilli Inn), das bezahlbar ist und in das wir die Motorräder mit reinbringen können. Hier sind alle total freundlich und gut drauf, nur die Motorräder über mehrere Stufen, nur mit Hilfe eines 80cm langen Brettchens zu bringen erfordert ein wenig Geschick, morgen raus wird schwieriger, da bei einigen Stufen rückwärts keine Motorkraft helfen kann.

Nach einem spontanen Bad im Hostel-Pool gehen wir Geld holen und die Sehenswürdigkeiten der Stadt ansehen. León war einst Hauptstadt von Nicaragua, hat viele alte koloniale Gebäude und im Zentrum steht die älteste und größte Kathedrale von ganz Mittelamerika. HaDi freut sich immer wenn er Kirchen ansehen kann. Kurz vor der Kathedrale werden wir von sintflutartigen Regenfällen erwischt und nehmen kurz „Kirchenasyl“. Wenn es hier regnet, dann so richtig richtig!

Im Hostel verbringen wir einen netten Abend mit internationalen Backpackern.

Entgegen aller Befürchtungen bekommen wir unsere Motorräder am nächsten Morgen echt fix und ohne Schwierigkeiten wieder aus dem Garten hinaus und auf die Straße. Es geht weiter in Richtung Süden. Eigentlich ist Granada – eine weitere historische Stadt , eingeplant. Doch unterwegs unterhalten wir uns über unsere Kommunikation und beschließen es einmal in der Natur zu versuchen. Die Krad-Vagabunden haben auf ihrer Fahrt durch Nicaragua von einem traumhaften See geschwärmt. Wir beschließen also zum Laguno der Apoyo zu fahren und die Natur in Nicaragua zu genießen. Auf dem Weg erlaubt sich aber unser Garmin wieder einen seiner sehr beliebten Scherze....entgegen der Beschilderung führt es uns geradeaus und die Straße wird nach 5km immer schlechter bis sie schließlich nur noch ein „Pfad“ ist....egal, wir sind hart erprobt und geben nicht auf. Die Landschaft ist einsam und sehr schön, genau wie wir es gesucht haben...Natur in Nicaragua. Nach etwa 15km wird die Straße wieder besser. Jetzt quält uns der Durst....und wir finden eine wirklich hübsch gepflegte Straßengaststätte in der Einsamkeit, ein Kleinod...etwas was wir schon seit Wochen nicht mehr hatten. Julia bekommt frische Limonade, ich bekomme kalten Kakao im Land der Schokoladenbohne...lecker!!!

Am Nachmittag dann finden wir sie, die Laguna de Apoyo. Dies ist keine Lagune sondern ein Bilderbuchvulkansee, kreisrund, von steilen Berghängen umgeben. Im Internet sprechen viele vom schönsten See Nicaraguas....da ich nicht alle kenne kann ich das nicht beurteilen, aber der See ist wirklich toll. Der Vulkan ist vor 20.000Jahren förmlich explodiert und hat so den Platz für diesen See (6km Durchmesser und 200m tief) geschaffen. Das Wasser ist glasklar und hat nahezu ideale Badetemperatur. Am Ufer finden wir im dritten Anlauf dann auch eine Unterkunft, ein Hostel für relativ kleines Geld, mit Strand, Kajakverleih, Strandbar und guter Küche. Der Nachmittag, der Abend, die Nacht und der Morgen sind gerettet.

 

Am Sonntag Morgen geht es nach einem Bad im See auf den Weg nach Costa Rica, das vorletzte Land in Mittelamerika.