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Emilia Romagna in Italien

 

Wir genißen unseren Urlaub mit MANni und haben uns recht kurzfristig für Süditalien entschieden. Den Reisebericht gibt es hier: *Italien

 

Aktuelles

Wir haben umgesattelt.

- zumindest teilweise :-) 

 

2021 haben wir uns in Düsseldorf in ein Wohnmobil "schockverliebt". Nach 12 Monaten Wartezeit ist "MANNI" im August 2022 endlich angekommen. Nach ein paar Kurztrips in die Eifel, an die Mosel und nach Bayern ging es am 14.11.22 zum ersten richtigen WoMo-Urlaub gehen. Wer uns kennt, der weiß, dass das kein 0-8-15 Urlaub wurde. Wir lieben die Herausforderung und deshalb ging die erste Tour nach Norden durch Finnland und Norwegen. Denn wir hofften darauf die Polarlichter zu sehen. 

2023 folgte dann der zweite größere Urlaub, einmal die Moldau von der Quelle bis zum Zusammenfluß mit der Elbe.

 

Alles über unser neues Gefährt erfahrt ihr unter "Fahrzeuge", die ersten Touren stellen wir wie gehabt hier ein. Ihr findet die Tour en unter "Europa / *Polarlichter" und unter "Europa/*Moldau". Zukünftig sind alle Wohnmobil-Touren mit einem *gekennzeichnet.

 

Viel Spass beim Lesen

Julia und HaDi

F.A.T. - Stammtisch Westerwald

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Moldau nach Smetana

Wieder einmal entlang eines Flusses, dieses Mal die Moldau, welche von Smetana in seiner Komposition so schön beschrieben wird. Diese Tour ist auch ganz wunderbar für Motorradreisende zu empfehlen. Tolle kleine Straßen laden zum Cruisen ein.

30.07.2023 – Sonntag, 474km

Noch nie bin ich derart entspannt in den Urlaub gestartet! Die letzte Urlaubswoche über haben wir beide immer wieder mal was vorbereitet. Gepackt – Wasser – Gas – Hundeklamotten…. 

Erstklassig! Damit blieb der Rest von gestern zum Saubermachen und heute Morgen sind wir dann über Siegen – noch einen kurzen Besuch bei den Eltern – nach Muhr am See gefahren. Am Stellplatz „Seezentrum“ konnten wir für 10 Euro übernachten – wunderbar ruhig, sehr nah am See gelegen mit einem Waschraum mit Toiletten und Duschen. Und dafür, dass wir quasi am Sonntagabend des ersten Sommerurlaubswochenende dort angekommen sind, war alles recht sauber!

Die Gegend kennen wir schon recht gut, da meine Schwester und ihr Mann dort wohnen.

Und so haben wir einen nicht nur unterhaltsamen, sondern auch sehr leckeren ersten Urlaubsabend verbracht. 

 

31.07.2023 – Montag, 278km (gesamt: 752km)

Früh morgens geht es weiter Richtung Finsterau an der Tschechischen Grenze. Zum wiederholten Male zeigt das Display unseres Campers „Manni“ eine gelbe Warnlampe in Form eines Warndreiecks. So ein Mist! Irgendwas stimmt auch mit dem Ladestrom nicht. Die Voltanzeige läuft fast durchgängig auf über 14 Volt. HaDi identifiziert recht schnell den rechten Fahrtrichtungsanzeiger des Fahrradträgers. Hier stimmt was nicht! Also bevor uns das den Urlaub versaut entscheiden wir eine Werkstatt für Fahrzeuganhänger drüberschauen zu lassen. Nahe unseres Tagesziels finden wir einen kleinen Familienbetrieb. Man hilft den Reisenden sofort und wechselt unser Stecker-Gebilde (Der Fahrradanhänger, der auf der Anhängerkupplung sitzt, ist über 30 Jahre alt und besitzt sowohl einen 7poligen Stecker, als auch den heutigen Standard 13poligen) und repariert die Fassung der rechten Birne.

Alles funktioniert wieder einwandfrei und wir sind für 25 Euro wieder on the road again. Die Reparaturzeit habe ich für Kartoffelschälen etc. genutzt. Denn zwischenzeitlich ist es doch später geworden als wir eigentlich dachten. Die Wettervorhersage für die kommenden Tagen ist furchtbar und wir wollen unbedingt heute noch zur Moldauquelle wandern. Wenn wir von der Wanderung wieder kommen hängt uns bestimmt der Magen auf halbacht.

Als wir in Finsterau ankommen, haben wir Glück noch einen Platz auf dem Campingplatz „Anderswo“ zu bekommen. Die Betreiber sind total nett und der Platz ein kleines Juwel. In Bewertungen beschweren sich einige über die sanitären Anlagen. Diese scheinen allerdings nigelnagelneu und sind trendy, sauber und klasse. Die Betreiber haben den Platz 2021 übernommen und brauchen nun etwas Zeit alles schön herzurichten. Sie werden einen wunderbaren naturbelassenen Campingplatz erschaffen, ganz sicher!

Da die Wanderung mit ca. 14 km angegeben ist, starten wir direkt nach Ankunft. Sie geht durch den Nationalpark Bayrischer Wald – ein regelrechter Urwald – über die Grüne Grenze Tschechiens bis zur Moldauquelle. Die Moldau entspringt malerisch in der Nähe der Stadt Kvilda mitten im Wald. Dort steht auch die Wächterin der Quelle, eine wunderschöne Holzstatue. Danach geht es über den Grenzweg zur Reschbachklause.

Nach den 14 km waren wir alle drei platt. Das Terrain geht ganz schön auf die Gelenke und auch der Rottweiler schaut uns an, als wolle er sagen: „Holt Euch einen Laufhund und lasst mich in Ruhe!“ Dennoch was für eine Landschaft! Die Fotos geben nicht wieder, wie es in echt ist. Es ist wunderbar hier!

Den Abend lassen wir ausklingen mit Einem Kartoffel/Lauchauflauf, Dosenbier und Lagerfeuer. Campingfeeling!!

01.08.2023 – Dienstag 5km (gesamt: 757km)

Heute soll es den ganzen Tag regnen. Ich gehe um 07:30 Uhr mit Booba raus und natürlich werden wir pitschnass. Aber HaDi erwartet uns mit Frühstück und Handtüchern.

Nach dem gemütlichen Frühstück warten wir eine Regenpause ab und machen einen fast zweistündigen Spaziergang ohne nass zu werden. Klasse!

Danach fahren wir zum hiesigen Freilichtmuseum und treffen dort auf tolle Häuser, Geschichten, Videos etc. aus der vergangenen Zeit. Insbesondere wird das bäuerliche Leben in bayrischen Wald aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts aufgearbeitet. Es war eine harte Zeit.  Es gibt auch ein ursprüngliches Restaurant mit gutem Essen.

Dafür dass es wirklich kein Urlaubswetter ist, haben wir viel Spaß und lassen es uns gut gehen. Gleich fängt der jährliche Backgammon-Wettbewerb an! Möge die bessere gewinnen! 

02.08.2023 – Mittwoch 120km (gesamt: 877km)

Heute besuchen wir die zweite „Quelle“ der Moldau. Das ist eigentlich keine Quelle, denn die kalte Moldau wird von drei kleineren Bachläufen gespeist und deshalb heißt der Zusammenfluss der drei Quellbäche auch „Ursprung der kalten Moldau“. Diese liegt in Deutschland, ganz in der Nähe von Haidmühle. Ein kleiner Ort im südlichsten Bayrischen Wald. 

Von unserem Parkplatz am Ortsrand geht es auf einer guten 10km Runde am Ursprung der kalten Moldau vorbei. Gleich zu Beginn finden wir einen wunderschön angelegten Kneipp-Garten, den Julia und Booba natürlich ausgiebig testen…. 

Nach etwas 5km finden wir dann auch den Stein, der auf den Ursprung der kalten Moldau hinweist. Leider nicht direkt am Zusammenfluss, sondern nur nah bei – also müssen wir in den Wald hinein stapfen. Dank der APP „Pocket Earth“ finden wir exakt den Zusammenfluss und damit den Beginn der kalten Moldau. Auch hier gehen meine beiden Fußwasserliebhaber natürlich wieder rein ins kühle Nass – Julia sucht dabei nach Moldau-Gold und findet ein paar glitzernde Kristalle (oder vielleicht doch Gold?).

Von hier aus wollen wir eigentlich im KNAUS-Campingpark direkt an der österreichischen Grenze einkehren. Leider ist der doch sehr abgewohnt und dafür viel zu teuer. Also entscheiden wir uns kurzerhand noch 45km über kleinste Straßen und Wege dranzuhängen und wechseln direkt an den Lipno-See in Tschechien. Hier finden wir einen wunderschönen Stellplatz direkt am See und die Sonne kommt auch noch raus.

Donnerstag, 03.08.2023 (Ruhetag)

Ruhetag? Naja – nicht ganz. Natürlich erkunden wir wieder die Gegend auf Schusters Rappen. Booba schaut nur ungläubig, haben die denn niemals genug vom rumgerenne? Auf einem 12km Rundkurs um die Stadt Horni Plana wandern wir 4 Stunden. Ein Zwischenstopp am See versöhnt Booba mit der Lauferei, hier kann er ausgiebig ins Wasser beißen und rumtollen. Ziel ist aber ein Aussichtspunkt oberhalb der Stadt. Von hier hat man einen wunderschönen Überblick über den See und Böhmen. Die 169 Stufen hinauf lohnen sich wirklich und die Wanderung war auch sehr schön. Vor allem haben wir festgestellt, dass hier bereits unzählige Wochenendhäuser stehen und noch einige dazu gebaut werden. Die Gegend jedenfalls lädt zum Ausspannen ein.

Hier gibt es übrigens Unmengen an Radfahrern. Es ist aber auch nicht verwunderlich, denn rund um den riesigen See (42km lang, 5km breit, 309 Mio. Kubikmeter Inhalt – damit fast doppelt so groß wie der Biggesee) gibt es ein wunderbar ausgebautes Radwegenetz. Das nutzen hier jung und alt.  Der Lipno See ist der erste und höchstgelegene Stausee der Moldau. Sein Ursprung geht weit zurück in der Erdgeschichte, es gab ihn nämlich schon im Tertiär (laut Wikipedia). Heute ist er Teil der Moldau-Kaskaden und liefert viel grüne Energie.

Heute Abend gönnen wir Booba ein wenig Ruhe und fahren mit dem Rad zum Abendessen im Nachbarort. Es soll dort sehr leckere böhmische Spezialitäten geben.

Freitag, 04.08.23, 67km (Gesamt 944km)

Das Abendessen war sehr lecker (HaDi). Julia war nicht so begeistert, sie mag keinen Kümmel – leider ist hier alles mit Kümmel…… Ich hatte Kaninchen mit Kümmelkruste, Spinat und Knödel, Julia hatte gefüllte Knödel mit Kümmelsauerkraut – HaDi hatte also fast eine doppelte Portion und als Nachtisch gab es mit Blaubeermus gefüllte Knödel, mit Blaubeeren und Krümelkäse – super lecker war unser einhelliges Urteil!

Heute sind wir dann zuerst in Richtung der Vereinigung von kalter und warmer Moldau, also dem Beginn der „Moldau“ gewandert. Das Sumpfgebiet ist wunderschön, sehr abgelegen und mit viel Wasser auch ein Paradies für Tiere. Eine Biberburg haben wir gefunden, aber (Gruß an Karsten) auch hier gibt es Elche nur als Fabeltiere  Die Wander- und Radwege sind toll ausgebaut und so erklären sich auch die unzähligen Fahrradfahrer aller Altersklassen. Leider bleiben die letzten 500m bis zum Zusammenfluss aber unbegehbar – somit hilft nur die Drohne.

Im Anschluss möchte ich noch den „Schwarzenbergscher Schwemmkanal“ besuchen. Dieser wurde im 18. Jh. angelegt und bis ins 20. Jh zum Transport von (Lang-)Holz genutzt. Also rauf auf die Fahrräder und nach der Wanderung noch ein paar Kilometer auf zwei Rädern. Die Knochen murren schon ein wenig. Was soll ich sagen, ich hätte ihn mir größer vorgestellt. Es ist eher ein kleiner Graben mit diversen Kreuzungen, Brücken und einem Tunnel quer durch den Wald. Vorteil – auch hier verläuft der Radweg über 50km parallel und ohne spürbare Steigungen. Radfahrer finden hier in Tschechien ein echtes Paradies.

Für die Nacht haben wir uns einen Campingplatz kurz vor der Staumauer in Lipno nad Vltavou gesucht. Ein wirklich schöner und großzügiger Platz direkt am Lipno-Stausee.

Samstag, 05.08.23 (Ruhetag)

Heute ist es ein echter Ruhetag, denn es regnet 24 Stunden am Stück. Das ist nicht schlimm, wir genießen einfach unser luxuriöses fahrbares Domizil. 

Wir wollen aber nicht über das Wetter meckern, es war ganztägig ein einfacher Landregen. Die Nachrichten sind gleichzeitig voll von den Unwettern in Österreich, Slowenien und Kroatien – das waren eigentlich unsere Ausweichziele, sollte das Wetter hier dauerhaft schlecht sein – gut dass wir hier geblieben sind!

Sonntag 06.08.2023, 49km (Gesamt: 993km)

Heute soll es eigentlich wettertechnisch besser werden. Als ich morgens mit dem Hund gehe, ist es dennoch wolkenbehangen und sieht aus, als würde es jeden Moment anfangen zu schütten. Booba und ich schaffen es trocken zurück und nach einem Frühstück packen wir unsere sieben Sachen und machen uns auf den Weg nach Krumnau (Krumlov auf tschechisch). 

Aber nach einem Kilometer kommt der erste STOP. Wir finden einen Baumwipfelpfad – der erste in Tschechien und der zweite in Europa (Nr. 1 steht im Bayrischen Wald). Bis auf 40m windet sich der Pfad nach oben und erklärt wunderbar das Leben in den Wäldern, bei schönem Wetter hätte man zusätzlich einen tollen Fernblick gehabt. Es ist trotzdem schön hier oben,

Auf dem Weg nach Krumnau wollen wir uns bei Vyssi Brod ein Kloster anschauen. Damit der Hund im Camper bleiben kann gehen wir kurz vor dem besagten Kloster eine knapp 6 km lange Runde durch den Wald. Es ist der Abtweg 2. Natürlich fängt es an zu regnen! Dennoch: alles in allem eine wunderbare, wenn auch anstrengende Runde an der Moldau entlang und durch den Wald wieder zurück. 

Als wir mit müdem Hund dann beim Kloster parken wollen, offenbart uns ein Parkwächter, dass das Kloster heute, am Sonntag geschlossen sei. Was für ein Pech.

Wir machen ein paar Fotos und fahren nach Krumnau auf einen Parkplatz, auf dem wir für umgerechnet 3,50 € bis zum darauffolgenden Tag stehen können. Ein Restaurant ist nah dabei und nach hinten heraus Felderund Wald. Einfach perfekt für uns!

Bis zur Altstadt sind es höchsten 10 Minuten.

Krumnau ist wunderschön – wenn auch sehr, sehr touristisch. Scharen von asiatischen Touristen strömen durch die Stadt. Wir schauen uns alles an und sind mal wieder begeistert von der Freundlichkeit der Tschechen, dem leckeren Essen und den alten Steinen.

Montag 07.08.2023, 38km (Gesdamt: 1031km)

Heute ist Budweis angesagt! Auf dem Weg dorthin wittert HaDi seine nächste Chance auf ein Kloster: das Kloster „Zlata Koruna“ (Goldkron) liegt auf unserem Weg nach Busweis. Dort angekommen, wundern wir uns über einen leeren parkplatz. Ein freundlicher Mann kommt auf uns zu: „Heute geschlossen. Montags sind alle Klöster geschlossen!“ 

Was für ein Pech!

Wir haben hin und her überlegt, wo wir campen werden und entschieden uns für einen Stellplatz auf dem Gebiet eines 4 Sterne Hotels. Im Hotel Villa Resort bietet man 8 Stellplätze an. Es gibt alles was das Camperherz begehrt. Strom Wasser / Entsorgung und man kann die Toiletten und Duschen der Sauna mitbenutzen. Das Ganze für 30 Euro. Wenn man 60 Euro bezahlt, darf man Sauna Pool etc mit benutzen. Auch wenn Sauna bei diesem sch…. Wetter recht gut klingt, so wollen wir lieber mit den Fahrrädern nach Budweis rein fahren und uns die Stadt anschauen. Während ich den Camper herrichte, geht HaDi mit Booba durch den angrenzenden, wunderschönen alten Park mit dem Namen Stromovka. Uralter Baumbestand mit  kleinen Seen und vielen Wegen. Erstklassig gepflegt. Kein Müll, keine blöden Graffitis, keine Scherben oder zerstörte Bänke etc. Das geht also auch!

Danach fahren wir mit den Fahrrädern in den Norden der Stadt. Hier ist die Budweis Brauerei angesiedelt. Wir machen eine Führung auf Deutsch. Unser junger Tourguide ist sehr nervös, macht seine Sache aber gut! Irgendwann zum Ende der Tour gesteht er: Es war sein erster Einsatz – alle klatschen und er freut sich.

Danach schauen wir uns noch die Stadt an und genießen ein leckeres Abendessen. Ein toller Tag!

Dienstag 08.08.2023, 143km (Gesamt: 1174km)

 

Ich werde wach und sehe durch das Dachfenster über unserem Bett blauen Himmel! Unglaublich! Es ist zwar erst 06:45 Uhr, aber ich bin fast schon euphorisch! Leise schnappe ich mir Booba und wir machen eine riesen Runde durch den tollen Park. Einmal außen rum dauert knapp 80 Minuten. Gut – das liegt auch daran, dass Booba jeden einzelnen Baum beschnuppern muss – sonst schafft man die Runde sicher schneller!

 

Das heutige Tagesziel ist ungewiss. Denn komischerweise sind keine Campingplätze mehr eingezeichnet. HaDi schaut auf unserer Lieblings App Pocket Earth und findet doch noch welche. Somit fahren wir auf tollen Straßen direkt neben der Moldau dorthin. 

Auf dem Weg zum Tagesziel kommen wir am Schloss Hluboka nad vltavou (Frauenberg) vorbei. Und siehe da: Es hat geöffnet. Jedoch soll das Ticket 40 Euro kosten. Wir sagen dankend ab und schauen uns das wirklich schöne Schloss und seinen Garten von außen an.

 

Campplatzsuche: 

  1. Platz: völlig verlassen – es war wohl mal ein toller Platz, aber schon lange ist hier nichts mehr. Leider versperren auch Schranken den Weg, so dass wildcampen auch keine Option ist – auf zum Nächsten
  2. Hier stehen zwar viele Wohnwagen und es laufen auch Leute rum, aber: es ist ein Platz für Dauercamper – für uns gibt es keinen Platz…. Also weiter:
  3. Nach 143 km (viel zu viele für heute!! Die Moldau ist nur 430 km lang!) finden wir erneut ein Hotelresort, welches für Camper einen Stellplatz anbietet. Es liegt abseits im Wald und man kann die Moldau zwar nicht sehen, aber nach einem 10 minütigen Fußmarsch durch den Wald, gelangt man ans Ufer. 

Oben beim Hotel ist remidemmy und man warnt uns: Es gibt eine große Firmenfeier und es würde sicher was laut werden! Dafür sind Sauna Pool etc im Campingpreis von 30 Euro inbegriffen. Es gefällt uns so gut, dass wir zwei Tage bleiben wollen und morgen dann wandern, Sauna etc.  Ach, so macht Urlaub Spaß! 

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Mittwoch, 09.08.2023 (Ruhetag)

Ruhetag ist gut – wir beginnen ihn mit einem leckeren Frühstück bei ordentlich Regen. Aber gegen Mittag klart es auf und der Regen kommt nur noch in kurzen Schauern. Also machen wir uns auf den Weg, gute 10km durch die Wälder rund um unseren Campingplatz. Zunächst bleiben wir auf Asphalt und Schotter immer schön am See Orlik – er ist nämlich doch nicht Namenlos, sondern tatsächlich nach er Stadt Orlik benannt und der zweitgrößte See Tschechiens. Nach etwa 4km geht es dann über Wunderschöne Waldwege zurück zum Camp. Julia hat die Strecke mit Komoot aufgezeichnet und als erste in dieser Gegend eine Wanderroute zur allgemeinen Nutzung bereitgestellt. Der Weg ist wirklich toll.

Am Nachmittag nutzen wir dann auch noch die Sauna im Hotel. Das Hotel ist von außen sehr (sozialistisch) angestaubt und man erkennt den Charme der Geschichte. Von Innen erkennt man sehr deutlich die Bemühungen es schön herzurichten. Die Sauna ist klein, aber heiß und wir haben die Außenterrasse für uns alleine. Schöne entspannende zweieinhalb Stunden.

Zum Abschluss gönnen wir uns noch das Abendessen im Restaurant. Es ist wie vieles in Tschechien fleischlastig und zum Nachtisch gibt es unseren ersten Palatschinken. Wir rollen zum Zeltplatz und HaDi darf auch mal beim Backgammon gewinnen.

Donnerstag, 10.08.2023, 95km (Gesamt: 1269km)

Nach dem Frühstück in der Sonne – ja es wird ab heute wieder richtig Sommer in Tschechien – packen wir und machen uns auf den Weg. Das erste Ziel liegt  neun Kilometer zurück, das alte Schloss Orlik direkt am See. Es ist ein schönes kleines Jagdschloss, leider heute nur Führungen in tschechisch, das sparen wir uns.

Weiter geht es in Richtung Norden. Dabei überqueren wir mehrfach die Moldau, am Staudamm des Orlik-Sees und an weiteren Brücken und Dämmen. Es ist wirklich schön hier.

Unser Tagesziel ist eine Halbinsel mittig des Slapy-Stausees, er ist der vorletzte Stausee vor Prag. Leider wurden durch seinen Bau die großen Stromschnellen vernichtet, Smetana passt also in Teilen nicht mehr.

Auf der Halbinsel gibt es zwei Campingplätze, der erste ist voll mit Familien und Jugendlichen. Nichts für Booba (und uns). Daneben gibt es jedoch einen „Glamping-Platz“. Ganz neu und wunderschön eingerichtet. Neben den wenigen Stellplätzen gibt es einige wirklich tolle fest aufgebaute Zelte. Sie sind garantiert von herausragender Qualität und luxuriös von innen. Mal sehen ob ich später eines fotografieren kann. 

Am Strand gibt es eine kleine Coctailbar die zum Verweilen einlädt. Da das Wetter ja mitspielt gehen wir auch erstmalig in der Moldau baden – wunderbar. Hier bleiben wir für zwei Nächte bevor es nach Prag geht.

Freitag, 11.08.2023 (Ruhetag)

Wir genießen unseren wirklich schönen Stellplatz am Slapy-See. Nach einem ausgiebigen Frühstück wandern wir einfach mal willkürlich herum, eine Komoot-Strecke gibt es nicht, also basteln wir eine und sind somit wieder „Pathfinder“. Auf halber Strecke finden wir am Wegesrand einen Gedenkstein, welcher an die Schlacht der Hussiten gegen die katholische Herrschaft vom 04.11.1419 erinnert. Haben wir noch nie etwas von gehört, obwohl wir den schwarzen Gürtel in Geschichte tragen…… Nach Internet-Rechereche war das wohl die bedeutendste Schlacht dieser Zeit in Tschechien und hängt irgendwie mit dem Prager Fenstersturz zusammen. Mehr haben wir auf die Schnelle nicht herausgefunden. Zum Abschluss ein ausgiebiges Bad in der Moldau.

Abends wird es unruhig, denn auf der Halbinsel findet ein Open-Air Konzert mit DJ „Schlagmichtot“ statt. Nicht unsere Rumsmusik, aber pünktlich um 24Uhr hat jemand den Stecker gezogen und es ist wunderschön ruhig am See.

Samstag, 12.08.2023, 132km (Gesamt: 1401km)

Dieser Tag ist nicht so schön! Es fängt gut an mit einer schönen Fahrt durch die einsame Landschaft entlang der Moldau. Am Slapy-Staudamm wollen wir ganz einsam Booba ausführen. Der Staudamm ist echt beeindruckend - aber hier ist der Hund begraben. Also wandern wir frohen Mutes entlang der Moldau auf kleinen, einsamen Waldwegen.

Plötzlich tauchen Menschenmassen auf. Woher kommen die? Hunderte von Menschen, darunter dutzenden Kleinkinder – wer Booba kennt, weiß, dass das nicht gut für ihn ist. Nachwenigen Metern sehen wir das Dilemma, ein Flusskreuzer mit gefühlt 1000 Passagieren hat am Fuße des Staudamms angelegt und seine zweibeinige Fracht an Land geschickt. Die schöne einsame Wanderung war sehr anstrengend…..

Weiter geht es in Richtung Prag. Leider sind beide ausgewählten Campingplätze ausgebucht. Uns bleibt nur ein Park4Night-Stellplatz in der Nähe der Altstadt. Eigentlich ok für eine Nacht – wäre nicht gerade dieser Platz und der angrenzende Park das Veranstaltungsgelände des Prager „Christopher Street Days“. Es ist laut, schrill und extrem voll. Egal, wir lassen den Camper stehen um mit den Fahrrädern zumindest einen Blick in die Stadt zu werfen. Abner auch die ist so voll, man hat niemals mehr als den Quadratmeter um sich herum, alles andere ist voll – die Bilder der „goldenen Brücke“ sprechen Bände.

Also geht es weiter, es gibt nördlich noch ein paar Campingplätze. Aber das Glück ist uns heute nicht hold. Platz 1 ist voll mit den Zelten der Kanuten, Platz 2 ist nur für Dauercamper und Platz 3 ist nach abenteuerlicher Anfahrt über Radwege und schmale Wege mittlerweile nicht mehr existent. 

Wir finden auf den notwendigen Hunderunde noch ein schönes altes Schloss und ein wirklich gemütliches Restaurant mit Biergarten direkt an der Moldau. Das Abendessen (Entenkeule komplett, Hähnchen-Wrap und zwei große Bier) sind billiger als der Eiskaffee und 0,5l Mineralwasser aus der Plastikflasche in der Prager Innenstadt.

Erst in Melnik, an der Mündung der Moldau in die Elbe, finden wir spät unser Nachtlager. Aber der Campingplatz ist schön und somit endet der Tag dann doch versöhnlich.

Sonntag, 13.08.2023, 116km (Gesamt: 1517km)

Nach dem Frühstück laufen wir zunächst einmal hoch in die Altstadt von Melnik. Vom Schloss aus kann man die Moldau-Mündung sehen. Das ist natürlich ein Pflichtprogramm unserer Reise, nach den Quellen gehört es dazu. Die Moldau ist deutlich größer als die Elbe, trotzdem ist sie nicht der Namensgeber, den Grund für diese Besonderheit konnten wir nicht ermitteln.

Immer entlang der Elbe geht es nun weiter in Richtung Norden. Der erste Stopp ist in der sächsischen Schweiz geplant. An der Ostrauer Mühlen finden wir sofort einen schönen Campingplatz und nach kurzem Aufbau wandern wir zu den beeindrucken Schrammfelsen. Da letzte Stück ist jedoch nicht für Hunde geeignet, es gilt Leitern und Treppen zu ersteigen. HaDi macht es deshalb alleine während Julia am letzten Anstieg mit Booba auf die Rückkehr wartet. Oben bietet sich jedoch ein wunderbarer Ausblick. Ganz ungefährlich ist es wohl nicht, denn gerade heute soll ein Mann abgestürzt sein. Den Rettungshubschrauber der Bergrettung haben wir gesehen.

Wir kommen müde und gesund zurück zum Campingplatz und entscheiden uns für gute sächsische Küche im Campingrestaurant – sehr lecker und preiswert.

Montag, 14.08.2023, 108km (gesamt 1525km)

Heute ist ein unspektakulärer Reisetag. Wir wollen in Deutschland wieder unsere Lieblings-App „Landvergnügen“ auskosten. Hierzu sind wir auf der Wiese einer kleinen Porzellanmanufaktur, nördlich von Meissen, eingekehrt. Auf dem Weg gab es einen kurzen Fotostop in Dresden und ein paar Einkäufe. 

Die Wiese in der Manufaktur in Peritz ist wunderschön und wir genießen den frühen Feierabend. Pünktlich zum Abendessen gibt es einen kurzen Gewitterschauer mit Regenbogen, sehr schön. Leider hatte HaDi ein Dachfenster im Manni nicht geschlossen……jetzt ist es ein Wasserbett 

Dienstag, 15.08.2023, 159 km (gesamt 1684 km)

Die Gegend lädt einfach zum Spazierengehen ein und so wache ich um 07:00 Uhr auf und freue mich auf den ruhigen Morgenspaziergang mit Booba. Niemand unterwegs, die Schwalben tanzen über uns und wir lustwandeln über Felder und durch kleine Wälder. Als wir zurückkommen ist der Kaffee fast fertig – Booba bekommt sein Frühstück und wir starten langsam in den Tag. Wir können uns auch Zeit nehmen. Wir hatten mit der Hausherrin vereinbart, dass wir um 10:00 Uhr eine Führung durch die kleine Manufaktur bekommen. 

Um 10:00 Uhr tapern wir rüber und lassen Booba angebunden am Camper auf der Wiese im Schatten zurück. Er schaut zwar etwas ungläubig, fällt aber direkt um und scheint einzuschlafen. Der Hausherr begrüßt uns und ist unglaublich sympathisch. Anhand einer durch ihn designten Kaffeetasse erklärt er uns den gesamten Prozess und fesselt uns mit dem wahnsinnig interessanten Handwerk.

Zunächst wollte er einen Griff haben, in dem er locker mit zwei Fingern Platz hat und gleichzeitig den Daumen auf das „Dach“ des Henkels legen kann. Nach einigen Versuchen hatte er den perfekten Henkel. Danach war Rechenleistung angesagt. Der komplette Bearbeitungsvorgang lässt das Endprodukt um 14 Prozent schrumpfen. Esrtaunlicher Weise ist das immer exakt 14 % - nicht 13 oder 15 – genau 14 %!

Wir lauschen gebannt für 1 ½ Std. Der Besuch in der kleinen Porzellanmanufaktur hat sich wirklich gelohnt! Nachdem wir völlig begeistert ein paar Sachen eingekauft haben, laufen wir mit schlechtem Gewissen zurück zu Booba. Als wir am Camper ankommen schnarcht der Rottweiler tief und laut. Als er uns bemerkt reckt er sich und scheint von unserer Abwesenheit nicht viel mitbekommen zu haben.

Wir machen uns auf den Weg nördlich von Dessau. Hier wollen wir heute Abend auf einem Forellenhof übernachten. Wir kaufen 2 x Saibling, denn wir wissen nicht viel über den Fisch, außer, dass er sehr festes und leckeres Fleisch haben soll. Wir staunen nicht schlecht als wir feststellen, dass die beiden Fische, die ich so in Forellenform angenommen hatte, 2 Kg wiegen! Ok, dann macht HaDi erst mal nur einen. Superlecker und perfekt auf unserem Gasgrill gegrillt. Toll! Der 2. wird eingefroren – fürs Wochenende!

Mittwoch, 16.08.2023, 191km (Gesamt: 1875km)

Ganz gemütlich geht es in Richtung Heimat. Der Reisemobilführer „Thermen mit dem Wohnmobil“ gibt die Richtung vor. In Bad Frankenhausen gibt es eine Therme mit Stellplätzen für Wohnmobile. 

Bevor wir allerdings die Menschen pflegen muss der Hund bewegt werden. Am Horizont gibt es auf einer Bergkuppe einen interessanten Turm. Da wollen wir wandern. Der Turm entpuppt sich als eines von Deutschlands bedeutendsten Denkmäler, das Kyffhäuser Denkmal. Trotz des bereits erwähnten schwarzen Gurtes in Geschichte haben wir davon noch nie gehört. Es ist der liebe Willi, der auf einem Denkmal des alten Rotbartes (Barbarosssa) hoch zu Ross sitzt. Hier im Kyffhäuser Gebirge wurde also ganz offensichtlich Geschichte geschrieben.

Die Therme ist nicht groß, aber sehr süß. Vor allem der Saunameister (auch Berater, Thekenkraft und Rezeptionist) ist extrem freundlich und gestaltet wunderbare heiße Afgüsse.

Morgen geht es die letzten 400km nach Hause, dann war die Reise knapp 2300km lang und hat alle Erwartungen mehr als erfüllt!