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Unsere neuen Motorräder haben sich hervorragend bewährt.

 

Am 07.09. ging es für vier Wochen nach Spanien, mit Schwerpunkt Andalusien.

 

Den Reisebericht findet ihr dann hier:

 

Wir sind nach nunmehr knapp 10.000km überaus begeistert von der neuen AfricaTwin MIT DCT-Getriebe. Für uns ein echter Komfort-Gewinn!

 

Wenn ihr gerne in eurer Region einen Vortrag hättet - wir kommen gerne - schreibt uns an.

 

Julia+HaDi

F.A.T. - Stammtisch Westerwald

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Spanien 

2019 fahren wir 4Wochen durch Frankreich und Spanien, wobei der Schwerpunkt eindeutig auf Spanien liegen soll. Insbesondere wollen wir viel Zeit in Andalusien verbringen.

Am 07.09.2019 geht es los.

Das ist das erste mal, dass ich mit mir, der Planung und dem Reinigungszustand unseres Hauses zufrieden und im reinen bin. HaDi hat mit seinem Talent zum Planen den Beginn unseres Urlaubs völlig entspannt hinbekommen. Wir hatten bereits eine Woche vor Start angefangen zu packen und alles was mit sollte im Keller auf den Billardtisch gelegt. Das eigentliche Packen war in 0,Nichts erledigt und wir hatten den Freitag (erster Urlaubstag) ab 14:00 Uhr fürs saubermachen und Beladen. Ab 18:00 Uhr war Urlaub angesagt. Was für ein entspannter Start.

 

Dann konnte uns auch nichts die gute Laune am Samstagmorgen vermiesen - auch nicht Nieselregen und die Aussicht auf einen vollen Regentag!

Klar war, dass wir zunächst Kilometer fressen wollten um möglichst am ersten Tag bis Dijon zu kommen.

Trotz immerwieder Regen hat das auch hervorragend geklappt und wir haben die Empfehlung von guten Freunden befolgt und sind weiter als geplant bis nach Macon gefahren wo wir in einem bezaubernden kleinen Hotel übernachtet und zu Abendgegessen haben. Die Fotos sollten für sich sprechen. Insgesamt waren es heute 658km.

 

Sonntag, 08.07.2019, 348km, Gesamt: 1006km

 

Am nächsten Morgen, nach einem leckeren und ausgiebigen Frühstück, geht es los - Tagesziel sollte Andorra sein....... Das hat schon mal nicht geklappt... 

 

Aber von Anfang an:

Es regnet ab und an und es ist kalt! Es geht immer wieder bis 13 Grad runter, denn wir fahren auf über 1200 m hoch. Und immer wieder Regen.  Blöd, denn zu Anfang des Tages hatten wir entschieden, dass die Regenkleidung unnötig ist. Immer wieder der gleiche Fehler!!!

 

Die Strecke hierher ist allerdings traumhaft. Achim und Heico haben uns eine Routenempfehlung mitgegegebn und schon viel von der Gegend erzählt. Dankeschön für diese Strecken! Es ist eine Mischung aus kleinen Straßen und gut zu befahrenden Nationalstraßen. So kommen wir eigentlich gut voran. Nach ca. 340 km entscheiden wir, dass es genug ist für heute. Noch nicht mal annähernd Andorra! Aber hier durch die Cervennen wollen wir nicht nur einfach durchhuschen. Es ist großartig und das Wetter ist auch endlich etwas beser (nur immer bnoch nicht warm).  Wir haben ein kleines Hotel kurz vor Millau genommen. Der Ort Sainte Enimie liegt im Naturpark Cevenne und ist im Mittelalter entstanden. Absolut malerisch und wir finden auf Anhieb ein kleines, bezahlbares Hotel, welches eine Garage für die Motorräder hat. Und es ist erst 

16:30 Uhr, so dass wir tatsächlich noch Zeit und Muße haben die Gegend zu erkunden.  

 

Das Dorf ist als eines der Plus beaux villages de France (schönste Dörfer Frankreichs) klassifiziert und ist ein zentraler Ort für den Kanusport und Tourismus in der Region. Die Gemeinde Sainte-Enimie wurde am 1. Januar 2017 mit Quézac und Montbrun zur neuen Gemeinde Gorges du Tarn Causses zusammengeschlossen. Sie gehörte zum Arrondissement Florac und war Hauptort des gleichnamigen Kantons. (Wikipedia)

 

Morgen geht es dann eben durch den „Canyon von Tarn“ gen Andorra (denken wir...)

Montag, 09.09.2019

 

Nach einem netten kleinen Frühstück geht es bei wolkenlosem, blitzeblauem Himmel los gen Andorra. Unser Weg führt uns durch die Schlucht „Gorges du Tarn“ ..... Ein Kurventraum!!!!, der nur dadurch gestört wird, dass man von der Natur um einen herum derart abgelenkt wird, dass ab und an plötzlich die Straße aus ist, kurz vor Millau biegen wir nochmal ab hinauf auf die Berge neben der Schlucht - noch mehr Kurven, noch mehr tolle Straßen....

Mittags machen wir halt in einem kleinen Ort, wo wir ein Baguette kaufen und den Käse und die Salami genießen, den wir noch von Zuhause hatten . Es dauert nicht lange, da gesellt sich ein Schweitzer Päarchen auf einer GS 1200 zu uns. Wir tauschen Tourinfos aus und die beiden warnen uns vor Andorra (?!?). Es sei häßlich und anstrengend, da sich ein Ort an den anderen reiht und man in einer Fahrzeugschlange durch das Land geschoben wird.

Wir missachten die Warnungen und wollen uns selbst einen Eindruck von dem Land machen. Nach ca. 350 km schönste Straßen (aber auch schon mit 8 Stunden in den Knochen) erreichen wir eine breite Straße, die sich nach Andorra hochschraubt. HaDi bemerkt, dass die Straße aussähe wie die Passstraße hoch zum „Großkotzner“ - wie ich den Großglockner nach meiner ersten Befahrung wenig liebevoll nenne. Tja, und so geht es weiter - Andorra hatte am 09.09. eine Feinstaubkonzentration, die Greta zur Weißglut gebracht hätte und den Hamburger Frachthafen wie ein Weisenkind hätte aussehen lassen. Zudem stehen wir uns in einem Stau bis zur spanischen Grenze. Die Orte sind allesamt häßliche Ansammlungen von Hotelburgen für den Ski-Tourismus - da bleiben wir lieber in Österreich und: HIER WERDEN WIR NICHT ÜBERNACHTEN! Und wenn wir nochmal 100 km drauflegen müssen!

 

Und so kommt es auch.... nach 462 km finden wir ein kleines Hotel am Straßenrand, wo wir völlig fertig, essen, trinken und in den Tiefschlaf fallen. Dennoch ein Glücksgriff, da es das Hotel des Vaters einer KTM Legende ist und unsere beiden Ladies mit Berühmtheiten aus der Crosserszene die Nacht verbringen dürfen. Neben uns übernachten in diesem Hotel am Straßenrand 6 weitere Motorradfahrer aus Deutschland.

 

HaDi wacht am frühen Morgen auf, da es heftig gewittert - ich schlafe durch - ich höre nix, wenn ich schlafe...

 
 

10.09.2019, 406km, 8Pässe, Gesamt 1864km

 

Bei leichtem Regenwetter packen wir zusammen und fahren los. An der Küste soll es die nächsten Tage heftig regnen. Also wird die Route geändert, wir verlegen sie nach Westen. Direkt am Hotel geht eine kleine Straße in Richtung Westen ab - sofort starte wir mit 35km absolutem Kurventraum. Dann ein kleines Tal und erneut 50km Kurven ohne Ende. Großartig, ohne Regen aber mit dicken schwarzen Wolken und 11-17Grad. Egal! Trocken!!!

Nach 200km erreichen wir Huesco, wo wir eine kurze Mittagspause in der Sonne einlegen. Ab hier geht es wieder in Richtung Süden, mitten durch Zaragossa führt uns der Gerrräääht.... Etwa 100km vor dem Ziel wird es wieder hügelig und kurvig, unser Ziel ist das „Monastario de Piedro“, ein zauberhaftes Kloster welches ein Hotel beherbergt und einen noch viel imposanteren Garten zu bieten hat. Hier haben die Mönche ihre Liebe zu fließendem Wasser ausgelebt und tolle Wasserfälle und Höhlen in den garten integriert. Ach ja - Fischteiche mit riesigen Forellen machen Appetit auf das Abendessen.......

 

11.09.2019, 397 km, 11 Grad Niedrigtemperatur

 

Im Monasterio de Piedra haben wir am Morgen noch ein hervorragendes Frühstück, bevor wir in einer großen Runde östlich um Madrid rumfahren. Wir fahren durch eine Gegend die Sierra de Cuenca heißt und wirklich beeindruckend schön ist. Insgesamt überqueren wir 5 Pässe, 4 davon über 1600m hoch, sehen Canyons und faszinierende Felsformationen. Mehrfach halten wir an und sind uns einig, dass diese Region in Spanien viel zu unbekannt ist. In den USA gäbe es hier große Visitor Center in denen man alles über die jeweilige Region erfahren würde.

Das einzige was wirklich so langsam nervt ist das Wetter - wir haben die Tour bereits an das Wetter angeglichen und haben Gegenden ausgelassen. Dennoch ist es kalt (11-15 Grad) und permanent droht ein Wolkenbruch. Wir sind doch in Spanien......

Ab Cuenca wird es dann wärmer und wir knacken die 25 Grad sogar kurzfristig. Hier nehmen wir gut ausgebaute Nationalstraßen und kommen gut voran. Der Vorteil: Trotz schöner Straßen und höherer Geschwindigkeit kann man die Blicke schweifen lassen, ohne Angst zu habendie Straße zu verpassen. In einem kleinen Dorf finden wir dann die erstealte Windmühle. Wir sind in der Heimat Do Quijote und Sancho Panza. Die Nacht verbringen wir logischer Weise in Alcazar de San Juan, der Heimat der beiden Helden.

 

12.09.2019, 325km, Gesamt:2586km

Heute sollen es 325km bis nach Cordoba werden / nicht auf dem direkten Weg, sondern in einem großen Bogen gen Westen. Gesagt getan, die Landschaft ist einsam und wunderschön. Erst kurz vor dem Tagesziel sehen wir wieder andere Fahrzeuge. 

Wir sind hervorragend vorbereitet und finden die beiden möglichen Hotels auf Anhieb. Das erste ist ausgebucht und am zweiten haben wir mehr Glück. Nachdem wir die Motorräder gepflegt und sicher geparkt haben geht es los die Hauptstadt Andalusiens erkunden. Unser Hotel liegt fußläufig ca. 20 min von der Altstadt entfernt und wir gehen über „Puente Romano de Cordoba“ - die „Long Bridge of Volantis“ aus GoT bis in den Stadtkern.

Man kommt direkt an der Mezquita Kirche an. Weltkulturerbe, riesig groß und sehr beeindruckend. Aber auch der Rest der (Alt-)Stadt ist traumhaft. Wir sind begeistert über den Zustand der alten Gemäuer und haben nicht nur Glück mit den kulinarischen Eindrücken der Stadt, sondern auch noch, als wir zufällig um 21:00 Uhr an der königlichen Hofreitschule vorbeikommen und an einer Vorführung teilnehmen können.

Ein toller Abend!

Freitag, 13.09.2019, 195km, Gesamt:2781km

Heute fahren wir nur noch ein kurzes aber schönes Stück von Cordoba nach Casabermecha, eine kleineStadt oberghalb von Malaga. Hier verbringen wir die kommende Woche im Kreis von Freunden und Familie. Einige Motorräder sind per Spedition angekommen und so stehen tolle Touren in Andalusien auf dem Programm.

13.09. - Casabermerja

 

Wir kommen an unsrere Partyörtlichkeit an! 

Im Jahr 2015 kam ich auf die Idee, dass ich meinen 50. Geburtstag in Andalusien feiern möchte. Denn Mitte /Ende September ist das Wetter in Deutschland grundsätzlich besch.... und ich möchte doch so gerne mal bis Mitternacht draußen sitzen.... insgesamt werden es letztlich 33 Personen, „bewaffnet“ mit Leihwagen, Wohnmobilen und 13 Motorrädern. Eine bunte Truppe - die Partywoche wird fantastisch!

 

Am ersten Tag ist es bewölkt und mit ca. 25 Grad nicht sonderlich warm. Aber der Himmel sieht bedrohlich aus. Das ist doch nicht Andalusien - es sieht eindeutig nach Gewitter und Regen aus!!! Gegen 4 Uhr wache ich auf. Unser Zimmer ist taghell - um uns herum zucken Blitze - es regnet, als gäbe es keinen Morgen mehr! Im nachhinein erfahren wir, das in Malaga und Umgebung mehr als 600 l pro qm runtergegangen sind und der ausgetrocknete Boden diese Mengen natürlich nicht aufnehmen konnte. Im Haus ist die Notbeleuchtung angegangen - Strom war nicht mehr da und somit auch kein Wasser ( denn das funktioniert alles nur über Pumpen. Außerdem ist an mehreren Stellen Wasser im Haus und den dazugehörigen Hütten Wasser eingebrochen. Auch das Außentor lässt sich nicht mehr öffnen ( kein Strom!) Am Morgen müssen / wollen wir jedoch einige Gäste abholen und dazu muss das Tor auf!!! Das bekommt unsere Vermieterin aber alles wieder hin. Insgesamt bleibt das Wetter eher bescheiden für Andalusien, aber zum Glück dann doch trocken und am Freitag sitzen feiern wir bis in den frühen Samstag-Morgen.

 

Den Dienstag haben wir für eine Besichtigung der Alhambra in Granada vorgesehen, da ansonsten täglich neue Gäste ankommen. Was sollen wir sagen: „Großartig!“ Mal abgesehen von den Menschenmassen (*würg*) ist die Burg ein Traum und ein Muss, wenn man in der Gegend ist. Leider erfordert es etwas an Planung, da man die Tickets Monate im Vorraus buchen muss. Bei uns hatte es erst beim 3. Besuch in Granada geklappt!

Neben der Alhambra besichtigen wir in verschiedenen Gruppierungen noch einige Highlights, wie Ronda, Marbella, Malaga, Periana und den Naturpark „El Torcal“. Die Straßen in Andalusien, die Landschaft und die Sehenswürdigkeiten sind fantastisch.

 

Meine Gäste in dieser Woche sind der Kracher und das war nicht planbar!!! Ich hatte die besten Geburtstagsgäste der Welt! 

 

Alle halfen von vorneherein mit und so funktionierte alles wie am Schnürrchen. Neue Gäste wurden direkt mit inetegriert und so war das Organisatorische ein Klacks! Ich möchte hier keine einzelnen Namen nennen, denn dann würde ich bestimmt dem einen oder  anderem nicht gerrecht werden.  OHNE EUER HILFE WÄRE DIE WOCHE NICHT HALB SO SCHÖN GEWESEN!

 

Sonntag, 22.09.2019 (195km)

Die Gäste haben sich in Richtung Heimat aufgemacht, wir haben nunmehr noch 14 Tage Zeit, um Spanien zu genießen und den Heimweg langsam anzutreten. Heute fahren wir nur bis Tarifa. Diese südlichste Stadt Europas und gleichzeitig der kleinste Abstand nach Afrika muss einfach mitgenommen werden. Wir treffen uns mit Travis (unser Freund aus den USA mit seiner RD07a) und gemeinsam zeigen wir den drei Motorrädern den Kontinent ihrer Namensgebung.

 

Montag, 23.09.2019 (300km)

Über verschlungene und kurvenreiche Straßen fahren wir zunächst zum angeblich schönsten Strand Spaniens, Playa Bolonia. Wirklich (noch) ein Geheimtipp und traumhaft gelegen. Ein Bad im Atlantik erfrischt uns für die lange Tagesetappe. Es geht durchs Land bis in das Naturschutzgebiet „El Donana“, dem größten Wasserreservoir Spaniens im Mündungsdelta des „Rio Guadalquivir“. Auf dem Weg wollen wir im großen Bogen um Sevilla herum fahren und finden dabei eine süße Fähre, die tatsächlich dreimal ablegt und immer wieder ans Ufer zurück fährt, da ein weiteres Auto mitgenommen werden will......welch ein Service, das kenne wir von den Rheinfähren nicht - weg ist weg. 

Im Naturschutzgebiet liegt El Rocio, eine etwas andere Kleinstadt. Sie hat nicht nur eine wunderschöne Kirche mit eine Heiligenfigur, die jährlich zu Pfingsten 1 Mio. Besucher anzieht. Sie ist auch vollständig mit Straßen aus Sand versehen und als Stadt der Pferde bekannt. Überall begegenen einem Reiter und Kutschen. Selbst die Restaurants im Dorf haben Theken gebaut, die es den Reitern erlauben bequem vom Sattel aus den Wein oder das Bier zu genießen.

 

Dienstag, 24.09.2019 (21km)

Wir sind heute auf Urlaub eingestellt. Von El Rocio geht es nur 21 km bis an den Starnd und den Badeort „Matalascanas“. Hier bekommen wir ein tolles Strandhotel und genießen so den ganzen Tag das Wasser, den Sand und diverse Strandbars - sonst einfach nix :-)

Mittwoch, 25.09.2019 (315km)

Wir müssen uns nun doch auf den Weg gen Norden machen. In den nächsten Tagen wollen wir die Extremadura besuchen. Über wunderschöne kleine Straßen fahren wir fast ohne Gegenverkehr durch einsame und kurvenreiche Gebiete. An einer Stelle sehen wir in einigen Kilometer Entfernung zwei Türme, die oben so komisch leuchten. Als würde Licht in ein Prisma einfallen. Trotz der großen Entfernung beeindruckt das Prismalicht und wir können kaum die Augen auf die kurvenreiche Straße lenken. Was ist das? Wir diskutieren über die Helmkommunikation und wanken zwischen Kohle-/Gaskraftwerk, Außeriridischen, Sekten und Solarkraftwerken.

 

Das letze soll das Richtige sein. Nach kurzer Google Suche werden wir fündig:

 

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Solarwärmekraftwerk_PS10

 

Riesige Stauseen, kurvenereiche Straßen, Schweine-, Rinder-, Stier-, und Ziegenherden in den unendlichen Korkeichenlandschaften sind unsere Begleiter. Interssant sind die Zäune mit der Beschriftung „Zona Securidad“ - dahinter stehen gewaltige/beeindruckende Stiere. Ich denke hier ist der unachtsame Besucher der „zu schützende“, wir jedenfalls möchten diesen Tieren nicht ohne mehrfache Zaunsichgerung gegenüber stehen.

Am Nachmittag erreichen wir Merida und buchen uns im „Parador“ ein. Das sind Hotels in Spanien, die in geschichtsträchtigen Örtlichkeiten errichtet wurden. Sie sind wirklich sehenswert und etwas Besonderes. In Merida selbst ist die Altstadt und insbesondere die Reste eine gewaltigen Äquaduktes sehenswert.

 

Donnerstag, 26.09.2019 (355km)

Heute ist die Extremadura unsere Attraktion. Wir verlassen Merida über eine Hauptstraße bis nach Trujillo, welches  in knapp 100km Entfernung liegt. Wieder eine attraktive Altstadt mit vielen alten Steinen.....

Aber dann geht es in die Berge. Zunächst ist der Nationalpark Monfragüe unser Ziel. Hier leben unzählige Geier in den Felsen. Tatsächlich kreisen sie auch an einigen Stellen über uns. Aber auch die Landschaft ist der Hammer. Felsen, Serpentinen und drei Talsperren säumen unseren einsamen Weg durch den Park. 

Anschließend geht es ganz kurz durch flaches Land bevor sich erneut eine Bergkette vor uns erhebt. Über eine schmale kurvige Straße gelangen wir hoch auf 1160m bevor wir hinunter fahren ins Tal der Kirschen. Wir fahren mehr als eine Stunde durch Kirsch- und Kastanienplantagen. Die Plantagen ziehen sich an den Berghängen bis zu einer Höhe von 1200m. In Valdastillas machen wir eine kurze Pause. Auf der anderen Seite des Tals geht es nochmal spektakulär nach oben. Der „Puerto Honduras“ ist ein Pass auf1440m Höhe und gibt den Blick auf ein weiteres Tal preis. Hammer!

Anschließend steuern wir unser Tagesziel an. Ein Campingplatz im Nationalpark „Las Batuecas-Sierra Francia“. Die Hauptstadt „La Alberca“ ist scheinbar im Mittelalter stehen geblieben und die Auslagen der unzähligen Metzgereien lassen vermuten, dass hier oben ganz besonders gute Schinken gedeihen. Unser Campingplatz ist ganz ok, er hat scheinbar eigentlich schon zu, denn wir sind die einzigen Gäste. Aber der Besitzer versorgt uns mit Bier!!!!

 

Freitag, 27.09.2019, 425km

 

Die Nacht war arsc...kalt! Mir tut HaDi leid, da sein alter Schlafsack nichts mehr bringt. Aber auch ich, mit meinem neuen Schlafsack, lasse DIE  fuschneue Daunenjacke an, die mir mein lieber Stammtisch WW zum Geburtstag geschenkt hat. Danke Jungs! HaDi gibt um 07:40 Uhr auf und quält sich in die Kälte um Kaffee zu kochen.

 

Nach zwei Kaffee kommen die Lebensgeister (trotz 10Grad) zurück und wir starten ohne Frühstück in den Tag. Nach ca. 150 km und immer noch „Eiseskälte“ (13 - 17 Grad) finden wir in einem Dorf eine Bar, deren Außengastronomie in der Sonne ist. Hier machen wir Frühstückspause. Auf meine Frage, ob es auch Frühstück gibt (denn ältere Herren konsumieren fast zahnlos Bier und Schnaps), reagiert der Wirt außerordentlich freundlich und zählt alles auf was er hat. Tapas! Ähhh .... isst man die auch zum Frühstück??!? „Klar! Die kann man immer essen!“ Ok! Also, zwei Kaffee, 2 x Tortilla und eine Portion Schweineleber, eine Portion Kartoffeln mit Schweinehaut, Tost mit Marmelade, Majonäse/Thunfisch-Kartoffelsalat. Es war super lecker - noch zwei Kaffee drauf und alles hat 12 Euro gekostet - das ist doch mal ein Frühstück!

 

Weiter geht‘s durch die bislang hässlichste Gegend Spaniens: Von Zamora bis León. Platt und nichtssagend. Deshalb ist es auch nicht schlimm, dass wir dieses Stück (ca. 120 km) Autobahn schrubben.

 

Kurz hinter León verlassen wir die Autobahn in Richtung des Naturparks „Picos de Europa“ - mit jedem Kilometer wird die Landschaft schöner - bis es fast nicht mehr aushaltbar ist. Was für eine wunderbare Natur hier! Es geht in unzähligen Kurven an einem Fluß entlang, zwei riesige Talsperren säumen den Weg und irgendwann landen wir auf der Passhöhe von 1609m - von hier geht es atemberaubend wieder ins Tal hinunter.

Wir können nicht widerstehen und fahren viel weiter als eigentlich geplant. Letztendlich landen wir in Potes. Hier gibt es ein kleines Hostal, in dem wir nicht nur gut unterkommen, sondern auch noch unser lecker Anleger-Bier trinken können.

 

Samstag, 28.09.2019, 280km

Der nächste Tag ist vorbestimmt. Wir wollen zu Ion und seiner Familie. Ion habe ich (Julia) 2010 auf meiner allerersten Motorradreise kennengelernt. Er ist ein Kollege aus dem Baskenland und in der IPA - der International Police Association.

Der Weg dorthin ist wieder mal der Hammer. Zunächst nehmen wir die Ausläufer der Picos de Europe mit und dann geht es vorbei an interssanten Felsformationen im Grenzgebiet zu den Pyrenäen. Wie immer nehmen wir fast ausschließlich kleine Straßen, so dass uns das Gerät auch mal abseits asphaltierter Wege führt. Aber die Ausblicke sind fantastisch. Leider bleibt wenig Zeit für Fotos, kleine Straßen, Serpentinen und Schotter drücken unseren Stundendurchschnitt unter 50km. 

Der Kontakt zu Ion ist seit 2010 geblieben und so ist es uns ein Anliegen, auf unserem Weg durch das Baskenland bei ihm anzuhalten. Ion und seine Frau Ludi wohnen in Elorrio - mitten im Baskenland. Wir kommen bei den Beiden unter und werden herzlich aufgenommen. Ion und Ludi zeigen uns nicht nur die Gegend, sondern erzählen auch viel über die Geschichte des Baskenlandes. Es ist ein wunderbarer Abend.

 

Sonntag, 29.09.2019, 332km

Am nächsten Morgen stehen wir früh auf, da wir leider weiter müssen und auch Ion und sein Sohn Manex eine besondere Wanderung vorhaben. Sie werden ca. 18 km in den Bergen um Elorrio herum wandern. Das Ganze wird sportlich aufgezogen, da alle auf Zeit wandern. Später sollen wir erfahren, dass Manex es in drei Stunden geschafft hat! Respekt!!! Die Berge um Elorrio sind hoch!!

 

Wir toben uns derweil in den Bergen der Pyrenäen aus und fahren den ganzen Tag eine Spitzkehre nach der Anderen (HaDi hat nachgezählt, es waren mehr als 100! ). Das Wetter erlaubt einen unglaublichen Weitblick und die Berge sind derart klar und beeindruckend, dass nicht nur einmal plötzlich die Straße aus ist. Der Col de la Pierre Saint-Martin - 1760 m ist wunderbar zu fahren. Oben angekommen ist nicht nur die unmittelbare Berglandschaft faszinierend, HaDi meint, dass er bis Paris blicken könne :-) zumindestens fast.

 

Länger als gewollt toben wir uns im Grenzgebiet zwischen Spanien und Frankreich aus um dann am späten Nachmittag nach Frankreich zu fahren. Hier kommen wir kurz vor 17:00 Uhr über eine Straße herunter und stehen plötzlich in Mitten von Pferden, Kühen und Menschen die alle - wirklich alle auf der Straße herumstehen und wir ein Slalom der besonderen Art hinlegen müssen. Das scheint hier so eine Touriattraktion zu sei. Alle (einschließlich der Touristen) sind sehr entspannt, so dass wir um alle Wesen herumkommen.

 

In Laruns finden wir ein Hotel und bleiben müde und hungrig im Selbigen, wo der wunderbare Tag ausklingt!

 

Montag, 30.09.2019 - 353 km

 

Wir kommen um 10:00 Uhr nach einem echt guten Frühstück los. 3 Std. Später haben wir gerade mal 120 km geschafft!!! Warum?!?—> Wir sind über mehrere Pässe der Pyrenäen gefahren. Einer ist der Col de Tourmalet - der ist wohl berühmt - HaDi wird ganz wuschig.

2115m hoch. Ich versteh‘ gar nicht, wie man sich darüber so freuen kann?!? In Peru sind wir über Pässe gefahren, die um die 5000 m lagen und jetzt, noch nicht mal halb so hoch und tausende Menschen schrauben sich in Euphorie die Hügel hoch....

 

Naja, das mag der Eine oder Andere anders sehen - mein Ding ist es jedenfalls nicht. Die Natur allerdings ist atemberaubend. Absolut traumhafte Bergwelt (auf die man sich leider nicht konzentrieren kann, da man ja eine Spitzkehre nach der anderen fahren muss *grummel* ).

 

Aber auch als wir aus den Bergen raus sind, geht es nicht vorwärts. Wir wollen bis Carcassonne und die Straßen dorthin sind zumeist nicht breiter als 6m und haben keine Mittellinie. Deshalb sind wir auch fast 8 Std. unterwegs. Pause? Gab‘s nicht, denn in den kleinen Orten hat nichts offen. An einem Haus stand Restaurant dran - da hat HaDi geklopft; eine alte Oma öffnete und meinte, dass das Restaurant seit 20 Jahren geschlossen sei, aber die Fassade nicht erneuert wurde. Zudem hatten wir beide am 30.09. kein Datenvolumen mehr. So war das Suchen nach einer Unterkunft in Carcassonne ebenfalls zum Scheitern verurteilt. Aber eine kurze WhatsApp und Achim von Stammtisch WW hatte nur Sekunden später DAS Hotel in Carcassone für uns herausgesucht. Es war ein Juwel! Direkt neben der berühmten Burganlage mit tollem Parkplatz für die Mopeten und hervorragendem Frühstück. 

Das Schloss wiederum ist echt fantastisch und riesig. Es hat durchgehend geöffnet, denn es ist ein lebendes Museum. Viele Geschäfte und unzählige Restaurants machen den Abend in der Burg zu einem besonderen Erlebnis.

 

Dienstag, 01.10.2019 - 535 km

 

Es geht um 09:00 Uhr los - absichtlich, denn wir haben echt Kilometer vor der Brust. Ziel ist es dem Wetter ein Schnippchen zu schlagen. Eine große Gewitterfront rollt von Westen herein und der schönste Ort ist vermutlich der Südosten Frankreichs. Unser Ziel ist somit der „Canyon du Verdons“.

Wir entscheiden uns Autobahnen zu fahren, die Mautgebühren kosten. Im Nachhinein die absolut richtige Entscheidung. Insgesamt zahlen wir ca. 9 Euro pro Motorrad und machen richtig Strecke. HaDi wollte unbedingt ein Stück am Mittelmeer fahren, deshalb fahren wir in Cap DÀgde raus und in Montpellier wieder drauf. Gelohnt hat es sich nicht - die Gegend ist unserer Meinung nach einfach nur hässlich. Zum Ende des Tages kommt jedoch der Kracher. Als wir in Richtung Canyon du Verdon fahren  verändert sich die Gegend und wird mit jedem Kilometer spektakulärer. Bitte schaut Euch die Fotos an und entscheidet selber. Diese Gegend hier ist der Hammer!

Wir umkreisen einmal komplett den ‚Lac de Sainte Croix“ bevor wir in den eigentlichen Canyon einbiegen. Für HaDi ist das nicht wirklich eine lockere Fahrt.....er merkt mehrfach an: „Ein Verbremser oder einmal im Split ausrutrschen und es geht gute 700m senkrecht in die Tiefe.“ Aber am Ende ist auch er geflasht und wir hängen immer noch eine Schleife und noch einen Fotostopp dran.

Nach den über 500 km finden wir gegen 19:00 Uhr ein einfaches, aber wirklich süßes Hotel und lassen den Tag revue passieren. Heute Nacht soll es regnen und morgen Früh dann erst wieder schön sein. Aber es hilft nix - wir müssen in Richtung Norden und irgendwo wird es uns wohl ereilen - das schlechte Wetter....

 

Mittwoch, 02.10.2019 - 365 km

 

Morgens müssen wir erst tanken - das ist regelmäßig hier in Frankreich ein Problem. Denn wir finden so gut wie fast immer nur Automatentankstellen. Meine Visa klappt da regelmäßig nicht. Auch meine „normale“ Debitkarte klappt nicht und das obwohl der Automat bestätigt, dass die richtige Pin eingegeben wurde. „Zahlung wird abgelehnt“

 

Immer wieder dieser unnötige Stress... wir fahren problemlos durch die ganze Welt und in Frankreich bekommen wir keinen Spritt.... Mann - ist das ärgerlich.

 

Irgendwann klappt es mit einer von HaDis Karten.

 

Der Weg gen Norden ist malerisch. Wir fahren erneut einige Pässe, kommen aber immer weiter Richtung französische Alpen. Wir fahren ein paar schöne Pässe die über 2000 Meter liegen - Col de Vars 2109 m und Col de‘Allos 2250m...

Der Höhepunkt ist aber der Col de Galibier, er ist 2550 m hoch und mit jedem Meter nach oben nimmt die Temperatur ab. Oben zeigen die Motorräder nur noch 3 Grad an. Das bedeutet, dass die Temperatur auf der Fahrbahn noch mal tiefer liegt und wir höllisch aufpassen müssen mit Bodenfrost und somit glatter Straße. Aber wir haben Glück und mal abgesehen von den tiefen Temperaturen, ist das Wetter sonnig und wir haben einen tollen Blick auf die Alpen.

 

Am späteren Nachmittags zieht es sich dann doch noch zu und unsere kleine blaue wolkenfreie Zone verlässt uns. Es fängt zusätzlich an zu regnen.... Sehr schnell wird uns klar, dass unser angestrebtes Ziel in der Nähe des Genfer Sees utopisch ist. Wir fahren nur bis Annecy und buchen über ein Hotelportal ein Doppelzimmer im Best Western für 62 Euro. Was für ein Schnapp. Nach dem Aufwärmen trinken wir Abends ein Bier an der Hotelbar, die aus allen Nähten platzt, da es Lifemusik gibt. Klasse. 

 

Donnerstag, 03.10.2019 - 756 km

 

Unser lieber Stammtischkumpel Achim hat uns mehrere Routen geschickt, die malerisch durch das Elsass und die Vogesen in Richtung Norden führen. Leider müssen wir erst mal nervige 1 1/2 Std. durch verschiedene Städte inklusive Genf fahren, um auf die Route zu kommen. Doch danach wird es wunderschön. Unter anderem geht es Kilometerlang an einem kleinen Fluss entlang, mit hohen schroffen Berghängen rechts und links. Und alle Straßen sind so klein, dass sie auch gut Teil des Westerwaldmasters sein könnten. Das WWM ist eine Ausfahrt, die unser Stammtisch WW einmal im Jahr für Motorradfahrer anbietet und ca. 260 km auf kleinsten Straßen durch den WW führen.

 

Der Nachteil dieser wunderbaren Straßen ist, dass  man nicht voran kommt. Gegen 15:30 Uhr überlegen wir, dass wir ja echt Glück mit dem Wetter haben und das, obwohl es nach wie vor kalt (maximal 12 Grad) ist. Am nächsten Tag soll es sehr regnerisch werden (zusätzlich zum kalt!).

 

HaDi macht einen kühnen Vorschlag: „ Wir fahren auf die Autobahn und huschen heute noch nach Hause.“ Was für ein Quatsch! Wir haben unser Tagespensum bereits hinter uns und es ist halb vier! Jetzt noch über 500 km Autobahn?!?

 

... auf der anderen Seite würden wir dem morgigen Sprühregen entkommen .... und heute Nacht im eigenen Bett schlafen... und einen zusätzlichen Tag zum säubern und entstandsetzen bekommen....

 

Nach anfänglicher Ablehnung komme ich schnell zu dem Entschluss, dass das eine super Idee ist.

 

Gesagt getan - es geht auf die Autobahn und nach einem nervigen 45minütigem Stau bei Straßburg sind wir um 22:30 Uhr in Vettelschoß. Ich bin so fertig und durchgefroren, dass ich erst mal 20 min in der heißen Wanne auftauen muss, bis ich wieder unter den Lebenden bin.

HaDi versorgt die Pferde und erst nachdem ich wieder aus der Wanne bin, gönnt er sich seinen wohlverdienten Feierabend.

 

Was für eine tolle Motorradreise! (... und wie schnell doch 4 Wochen umgehen...) Montag geht der Arbeitsalltag weiter

 

 

Gesamtstrecke: 7585km