Aktueller Standort:

 

Emilia Romagna in Italien

 

Wir genißen unseren Urlaub mit MANni und haben uns recht kurzfristig für Süditalien entschieden. Den Reisebericht gibt es hier: *Italien

 

Aktuelles

Wir haben umgesattelt.

- zumindest teilweise :-) 

 

2021 haben wir uns in Düsseldorf in ein Wohnmobil "schockverliebt". Nach 12 Monaten Wartezeit ist "MANNI" im August 2022 endlich angekommen. Nach ein paar Kurztrips in die Eifel, an die Mosel und nach Bayern ging es am 14.11.22 zum ersten richtigen WoMo-Urlaub gehen. Wer uns kennt, der weiß, dass das kein 0-8-15 Urlaub wurde. Wir lieben die Herausforderung und deshalb ging die erste Tour nach Norden durch Finnland und Norwegen. Denn wir hofften darauf die Polarlichter zu sehen. 

2023 folgte dann der zweite größere Urlaub, einmal die Moldau von der Quelle bis zum Zusammenfluß mit der Elbe.

 

Alles über unser neues Gefährt erfahrt ihr unter "Fahrzeuge", die ersten Touren stellen wir wie gehabt hier ein. Ihr findet die Tour en unter "Europa / *Polarlichter" und unter "Europa/*Moldau". Zukünftig sind alle Wohnmobil-Touren mit einem *gekennzeichnet.

 

Viel Spass beim Lesen

Julia und HaDi

F.A.T. - Stammtisch Westerwald

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Die letzte Etappe in den USA: Las Vegas bis San Diego

30.08.13 bis 10.09.2013, gefahren km: 2600 (Gesamt:20.900km)

(mit Genehmigung von www.welt-atlas.de)

Wir werden Las Vegas bis zum 30.08.2013 geniessen und sind dann bereit für Teil2 des großen Abenteuers. Wir starten von Las Vegas über Gran Canyon und Los Angeles nach San Diego. Freut euch auf die ersten Berichte unserer gemeinsamen Reise!

nicht verpassen, hier ist die Story zu Las Vegas!

(einfach auf der Seite "zu zweit" bis unten scrollen)

 

Freitag der 30.! Und es geht auf die Straße! Die Ladies fahren klasse und das Gepäck ist ideal verteilt. Auch haben wir Hand in Hand gearbeitet beim Packen, Gepäck abholen lassen, auschecken.... Es geht zu zweit einfach alles leichter und schneller. Bei knapp 40 Grad geht’s los in Richtung Nordosten. Wir wollen gen Zion Nationalpark fahren. Auf dem Weg dorthin kann man einen kleinen Abstecher durch einen Statepark machen. Der heißt „Valley of Fire“ - das Tal des Feuers. Als ich (Julia) in Alaska, bei meinem ersten Nationalpark eine „Anual Card“ gekauft habe (damit kommen bis zu vier Personen ein Jahr lang kostenlos in Nationalparks – und sie kostet „nur“ 80 Dollar – das lohnt sich bei unserer Reise), hat mir der Ranger im Denali Nationalpark den Tipp gegeben diesen relativ unbekannten Park zu besuchen. Es sei sein Lieblingsplatz auf dieser Welt!!

 

Also war der Plan: Eine Schleife durch das Valley of Fire fahren. Als wir dort ankommen sind wir beide gar. Es ist lähmend heiß/schwül, mit unheimlich viel Feuchtigkeit in der Luft.

Wir sind beide KO und ich bin völlig erleichtert, als HaDi vorschlägt im Valley of Fire zu übernachten. Der Campground hier kostet nur 10 Dollar für zwei Personen, hat WC und Duschen!!! Und liegt absolut bezaubernd an roten Sandsteinfelsen. HaDi fährt voller Überzeugung in den roten Sand um eine schöne Stelle zu erkunden und ich seh' nur Sand fliegen und wie sich Kylies Hinterrrad immer mehr in den tiefen, weichen Sand eingräbt. Ich kann nicht anders und muss lauthals lachen. Er steigt ab und schaut mich verdutzt an:“ Das sah gar nicht so wich aus!“..doch! Sah' es :)))) Aber first things first: erst mal ein Foto machen :)))))) Danach wurde Kylie befreit.

Als wir unseren „Spot“ gefunden haben, bauen wir das Lager auf und fahren dann los, dass relativ kleine Tal zu erkunden. Die Landschaft ist spektakulär – bitte schaut die Fotos und entscheidet selber. Nachdem wir alles erkundet haben – teilweise zu Fuß, teilweise mit den Krädern, fahren wir zurück zum Campground und freuen uns über diese Juwel als ersten Campground in Teil 2 – es ist toll hier!!! Hier soll es Koyoten, Berglöwen, Füchse und Klapperschlangen geben. Große Salamander und Streifenhörnchen gibt es in jedem Fall, denn die sind unsere Campgroundfreunde und kommen betteln.Es ist so ruhig hier und als wie von der Tour wiederkommen, haben wir auch gemerkt, dass wir alles Richtig gemacht haben, denn das Zelt steht im Schatten und mit einem leichten Wind sind die hohen Temperaturen langsam erträglich.HaDi erwischt der Jetlag – er baut ziemlich ab und legt sich für ein bisschen Augenpflege ins Zelt – das gibt mir die Zeit mich um Fotos und Homepage zu kümmern.

Heute Abend wird es etwas besonderes zu Essen geben. Eine Art Fertigsuppe. Als ich in Avila-Hosprings gecampt habe, haben am letzten Abend sehr, sehr freundliche Koreaner neben mir gecampt. Die Frauen bewunderten mich für die Reise und man wollte mich unbedingt zum Frühstück einladen. Ich bekam eine Fertigsuppe, Stäbchen und eine Beschreibung, wie man die Suppe zubereitet dazu noch etwas zum knabbern... Auf SWR3 gab (gibt?) es mal die Sendung: „LECKEL ODEL NICHT LECKEL???) Da haben sie Essen probiert, welches nur Chinesische/japanische Schriftzeichen trug und haben danach entschieden, ob sie es mochten oder nicht. So hatte ich mich in Avila gefühlt: Das Ergebnis: Die Suppe war hervorragend – sehr scharf... das obwohl als Frühstück konsumiert, mag ich, wirklich klasse. Die Koreaner freuten sich, dass ich die Suppe mochte und gaben mir drei weitere mit. Eine soll für meinen Freund sein. Das habe ich zugesagt. OK, heute Abend gibt es „Leckel, odel nich leckel!“ :)))

Wir haben beides probiert, Ich habe Fotos gemacht, damit könnt Ihr es miterleben! :))

Jetzt steht der erste gemeinsame Nationalpark, der „ZION NP“ in Utah auf der Tagesordnung. Wir fahren durch Arizona direkt nach Utah hinein. Die Landschaft ist beeindruckend, zunächst fahren wir durch die Wüste, rechts und links traumhafte Berglandschaften. Beim ersten Stopp bekomme ich eine „Zurechtweisung“. Julia meint ich solle mehr auf die Straße achten, denn ich würde ZickZack fahren....stimmt gar nicht, ich schaue rechts und links die Berge an, die Spur bleibt gerade....Blickführung eben. Gerade in Utah angekommen müssen wir tanken.Wie aus dem NICHTS will Kylie nicht anspringen, sie benötigt Starthilfe...mir schwant Böses, aber mit „fahren ohne Licht“ halte ich die Batterie am Leben! Es ist Samsatg, Labour Wochenende und alle Amis sind in ihren Nationalparks unterwegs...das Thema hatte Julia schon mehrfach angesprochen. Im ZION NP ist kein freier Campingplatz mehr zu finden, wir müssen hindurch und finden mit Glück und bei einsetzendem Regen einen freien Campingplatz. Der Name „Ponderosa Ranch“ weckt bei allen Freunden alter Fernsehserien Nostalgiegefühle. Und bei den jüngeren ein Lächeln aufs Gesicht(!). Das ist hier etwas anders, es ist ein Familien- und ältere Spielkinder befriedigendes Territorium in dem alles angeboten wird. Ständig fahren 4WD, Dirtbikes und Scooter und alles durch die Gegend was Spaß macht, es darf geritten werden und was es sonst noch so gibt. Wir buchen zwei Nächte, denn wir wollen uns am nächsten Tag in ein Abenteuer stürzen.

Eric Peters ist es Schuld, denn in seinem letzten Film hat er allen diesen Trail schmackhaft gemacht. Der ZION NP bietet

jede Menge grandiose Wanderungen an. Die bekanntesten sind eine Wanderung durch die Narrows (eigentlich keine echte Wanderung sondern mehrere Stunden durch eine Schlucht mit Fluss waten/schwimmen) oder hinauf zum „Angels Landing“ - das passt denken wir, denn ZION kommt ja auch von der Himmelsstadt. Also machen wir uns auf diesen Platz zu finden. Ganz gemütlich mit einem Parkbus werden wir zum Startpunkt gebracht. Unterwegs erfahren wir, dass vor wenigen Jahren ein Erdrutsch den kleinen Fluss gestaut, die Straße weggerissen hat und 700 Touristen im Park eingeschlossen waren....sehr beruhigend. Wir marschieren los und nach wenigen Metern steht er vor uns. Ein Fels, nein eigentlich nur eine Felskante aber einfach nur grandios und beeindruckend. Schaut das Bild....da sollen wir hoch? Und das bei meinem Respekt vor Felskanten und Abgründen?????

Der Weg geht zunächst moderat bergauf, wird dann langsam steiler und geht schließlich in engen Serpentinen an der ersten Felskante stetig nach oben. Schon hier bietet sich ein beeindruckender Blick ins Tal, den ich auch noch zu 100% genießen kann. Danach geht es durch eine kleine enge Schlucht bevor es wieder in engen Serpentinen steil nach oben geht. Bis hierin war es – sagen wir mal – anstrengend für den Körper aber ein netter Spaziergang. Oben öffnet sich eine Ebene von etwa 50m Breite und der Blick hinauf zum Ziel. Da sollen wir hoch? Nix mehr mit breiten Wanderwegen, nix mehr mit aufrecht gehen.....hier ist echtes kraxeln angesagt, auf einem Felsgrat, der an der schmalsten stelle nicht viel mehr als einen Meter Breit ist, dafür aber rechts und links absolut senkrecht mehrere hundert Meter nach unten abfällt....Eric, sag niemals wieder, dass du Höhenangst hast. Mit Ketten zum Festhalten ist der Weg markiert und Meter um Meter arbeiten wir uns nach oben. Wir schaffen es, wie viele Tausend andere Menschen vor uns und nach uns....immerhin gab es erst 6 Tote seit 2004! Oben angekommen genießen wir den Ausblick, die Sonne und....WASSER! Es ist wunderschön und nur die Bilder können einen kleinen Einblick geben.

Der Abstieg war ebenso anstrengend und mühevoll und aufregend. Nach knapp 4 Stunden kommen wir wieder am Visistor Center an, kaufen ein paar Postkarten und machen uns bei einsetzendem Regen – Julia hatte alleine nur schönes Wetter – ich bin Schuld....auf den Weg zum Campground, wo wir nach 20 Minuten völlig durchnässt ankommen. Hier darf ich freundlicher Weise eine Garage benutzen, um dem Stromproblem auf den Grund zu gehen. Es wird auch höchste Eisenbahn, denn das Motorrad riecht stark angeschmort. Schnell finde ich das Problem, ein verschmorter Stecker zwischen Lichtmaschine und Regler bereitet die Sorgen – alle AfricaTwin-Fahrer können da ins das Leidenslied mit einstimmen. Leider gibt es zwar ein Lötkolben, aber kein Lötzinn (ich hab auch keins mitgenommen) so dass ich notdürftig einen Stecker bauen muss. Ich hoffe er hält bis Los Angeles, dort ist eine größere Inspektion an Elenore geplant und dann kann ich das gleich ordentlich machen.

 

Morgen geht es in Richtung Monument Valley!

 

Die Nacht war frisch – was angenehm ist zum Schlafen und leider auch feucht – was schlecht ist zum Zusammenpacken. Allerdings haben wir Glück, denn die Sonne kommt raus und sie ist derart stark, dass wir wirklich alles trocken bekommen. Das ist dann immer eine Erleichterung. Nach einem Kaffee geht es los Richtung Bryce Canyon. Die Landschaft ist wunderschön und recht früh lässt sich der Bryce Canyon erahnen, da diese bizarren Sandsteinnadeln schon ca. 10 km vorher die Landschaft dominieren. Am Park-Eingang machen wir die obligatorischen Poserfotos und erkundigen uns beim Visitorcenter. Danach geht’s durch den Park. Immer wieder staunen wir, halten an, fotografieren... fast durch uns unbemerkt klettern wir rauf auf über 2700 m – der Bryce ist hoch!

Leider kommen uns dunkle, bis schwarze Wolken hinterher und als wir wieder auf dem Rückweg sind (Der Bryce Canyon ist eine „Sackgasse“), ahnen wir böses. Dennoch, es gelingt uns vor der Regenwand zu bleiben und so „huschen“ wir weiter Richtung Nordosten. Boulder soll das Ziel sein. Die Straße dorthin ist mal wieder spektakulär (N12-ScenicParkway) und wir müssen ständig anhalten um Fotos zu machen. Kurz hinter Escalante kommt uns ein Harleyfahrer mit Kopftuch entgegen. Es ist der berühmte „DessertDoktor“! Was für ein lustiger Zufall!! Kurz vor Boulder biegt HaDi kurzerhand links ab – ein Statecampground. 7 Dollar soll der Platz kosten. Der Campgroundhost kommt selber vorbei. Er heißt Barney und gibt uns tolle Tipps zur Gegend und bietet auch kostenlos Feuerholz an. Er schaut immer wieder HaDi an und fragt dann: “Warst du vor zwei Jahren schon mal hier?“ Nein!?! „Na da war dann ein deutscher Motorradfahrer mit einer Reiseenduro hier, der dir sehr ähnlich sieht. Er war auch lange unterwegs.“

Hey Erik!! Hast du vor zwei Jahren hier gecampt?!?

 

Barney empfahl einen Trail zu einem Wasserfall zu gehen – der Weg und der Wasserfall sollen sehr schön sein. Na das machen wir doch!

3 Milen one way. Gut, wir müssen uns beeilen, denn nach dem Aufbauen ist es bereits 18:15 Uhr und 3 Milen hin und 3 zurück – da wird es ja schon dunkel. Also gehen wir strammen Schrittes los und erfreuen uns mal wieder an einem toll hergerichteten Pfad. Zu Beginn kann man sich eine Broschüre nehmen, darin sind 14 Wegpunkte erklärt, die über Flora und Fauna, sowie über die Entstehungsgeschichte dieses Seitentals informieren. Die tiefe Schlucht gehört uns alleine. Andere Wandere haben aufgrund der späten Uhrzeit den Pfad bereits verlassen. Wir lesen an jedem der 14 Punkte die Hinweise und suchen das Pendant in der Natur. Die Nummer 8 zeigt eine frühgeschichtliche Wandmalerei. Das Volk der Freemont (benannt nach dem kleinen Fluss) hat hier mit rotem Lehm drei Figuren gemalt, die an Krieger erinnern. Viel hierüber ist nicht bekannt. Die Entstehung ist auf ca. 700 – 1300 vor Christus geschätzt. Als wir am Wasserfall ankommen, kann HaDi nicht widerstehen – er geht schwimmen unterm Wasserfall. Mir ist's zu kalt und Badeklamotten hab ich auch nicht. ...typisch Mädchen...

Als wir uns auf den Rückweg machen setzt die Dämmerung ein. Und plötzlich sieht alles anders aus. Es ist erstaunlich, wie unterschiedliche Lichtverhältnisse eine ganze Landschaft verändern. So „leuchten“ fast schon kleine weiße Blümchen. Auch blass lilarfabenen Blüten scheinen sich deutlicher abzusetzen. Die Kakteen erscheinen silbergrün und kleine Fledermäuse fliegen flink über uns hinweg. Die Geräuschkulisse hat sich ebenfalls verändert. Tausende Grillen zirpen und der Hall im tiefen Tal ist fast schon gruselig. Dennoch schaffen wir den Weg zurück ohne Taschenlampe. Leider ist es zu dunkel, als wir am Zeltplatz versuchen das Feuer zu entfachen. Wir finden bei der Dunkelheit kein Anmachholz mehr und da die junge Familie mit den gefühlt tausend Kindern bereits schon schläft (um 21:00 Uhr!!), lassen wir von dem Vorhaben das Holz aufzuspalten ab und kochen nur noch schnell was auf unserem Biolite. Der Rhythmus der Menschen und auch von uns orientiert sich stark am Tageslicht. Erstaunlicherweise finde ich das als sehr angenehm. Ich hab' den Nachtdienst immer gemocht, aber jetzt mit dem eigentlichen Biorythmus, erkenne ich erstmal, wie „leicht“ das Leben sein kann.

 

Eigentlich wollen wir heute „abkürzen“ - wir wollen 100 Meilen offroad fahren um dann zum südlichen Gran Canyon zu kommen. Unser wirklich total netter Campgroundaufpasser Barney warnt allerdings: Viele Straßen in der Gegend sind gesperrt, da es heftige Regengüsse mit enormen Überschwemmungen gegeben hat. Viele Straßen sind weggerissen worden. Er schlägt vor, dass wir im Visitorcenter von Escalante nachfragen. Das tun wir und der Visitorcenter von Escalante bestätigt mal wieder: Die Amerikaner sind Weltklasse im Servicebereich. Zwei total freundliche Frauen kümmern sich um uns, überlegen, recherchieren und telefonieren. Nichts geht: Die offroad Schotterpisten sind unbefahrbar und deshalb geschlossen worden. Sturzbäche haben sie teilweise weggerissen und die Ranger haben alles gesperrt. Schade! Draußen vor dem Visitorcenter ist eine übergroße Salamanderstatue. Ich hab ein Herz für Reptilien und pose mit dem Salamander für HaDi vor der Kamera. Danach geht’s los: Los in Richtung Grand Canyon – in Ermangelung von Schotterpisten halt über die „normalen“ Straßen. Die wiederum sind wie immer superschön!

 

Kurz vor dem Grand Canyon kommt HaDi auf die Idee, die Reise kurzerhand umzustellen und nicht weiter in Richtung Süden zu fahren, sondern hier zu campen. Vielleicht auf dem Campground am nördlichen Grand Canyon?!? Im Visitorcenter von Jacob Lake (kurz vor dem Eingang des Grand Canyon National Park), erklärt eine sehr feine und freundliche Dame, dass der Campground bereits 6 Monate im Vorhinein ausgebucht ist. Aber: Warum auf den Campground??? Wir könnten doch bis zur „North Rim“ fahren und uns alles anschauen. Danach könnten wir wieder ca. 20 Meilen zurückfahren und außerhalb des National Parks im State Forrest wid campen! Stimmt! Warum eigentlich nicht?!? Wir haben 4 Litter Trinkwasser, wir kaufen in Jacob Lake noch Hamburgerfleisch, Feuerholz, Käse und Brot ein. Danach fahren wir in Richtung des nördlichen Grand Canyons. Es geht rauf auf ungefähr 2600 m. Wir fahren durch Auenlandschaften, die so gar nicht nach Canyons aussehen. Alles ist grün und „weich“. Und plötzlich, aus dem nichts, steht man an einer Kante, die 1,6 km nach unten geht. Ein Riss in der Landschaft. Eine unwirklich anmutende tiefe Canyonlandschaft aus dem Nichts heraus. Wir sind beide wie gelähmt ob der Schönheit der Natur.

Ich kann es mal wieder nicht in Worte fassen. Die Fotos, die wir machen geben die Tiefe und die Weite nicht wieder.

 

Völlig überladen mit Eindrücken erzählen wir uns immer wieder über unsere Helmkommunikation, wie grandios die Landschaft ist. Nachdem wir im Stateforest angekommen sind, fahren wir über eine Schotterpiste in Richtung East Rim Marbel Canyon. Hier suchen wir uns einen Platz für die Nacht. Die Beiden Motorräder werden in die Botanik gefahren (das ist Gesetz – 30 ft weg von den Wegen) und während ich das Zelt aufbaue – wir haben uns für die klassische Rollenverteilung entschieden - macht HaDi Feuer. Der Platz ist ein Traum! Wir campen quasi am Grand Canyon in absoluter Einsamkeit. Abends gibt es Cheeseburger auf dem Feuer zubereitet. Wir sitzen am Lagerfeuer und genießen die sternenklare Nacht, die überwältigende Milchstraße und versuchen das Erlebte zu verarbeiten. Es ist HaDi's erste Nacht in der freien Natur und so besteht er darauf, dass Essensreste und Müll, weit weg vom Zelt in einen Baum gehangen werden. Ich bin da inzwischen etwas abgestumpft und stell das Zeug einfach neben das Zelt. Aber gut, ich weiß ja noch, was für einen Aufwand ich in Alaska betrieben habe! Die Nacht ist wunderbar ruhig und ich höre nur sehr selten Tiere in der Nähe des Zeltes. 

Nach dem Zusammenpacken am nächsten Morgen geht es in Richtung südlichen GrandCanyon. Luftlinie sind es zwischen den beiden Besucherzentren nur etwa 14km....wir müssen aber 330km fahren. Wie muss das für die früheren Siedler frustrierend gewesen sein, sie fahren mit ihren Planwagen durch traumhafte Wiesen- unbd Berglandschaften und stehen urplötzlich vor einem unüberwindbaren Hindernis. Für uns ein Tagestrip, für sie früher wohl eine Jahresreise, denn auch die 330km sind nur durch zwei gewaltige Brücken über den Colorado und einen Nebenfluß möglich. Aber auch auf diesem Teil der Reise ist die Landschaft unglaublich schön. Oft halten wir an und machen Fotos. Dieses weite Tal mit den schroffen Felswänden und dieser roten Farbe! Unglaublich!!

Kurz vorm Erreichen des südlichen Grand Canyon wird der Himmel mal wieder tiefschwarz. Wie seit Wochen meldet sich das nachmittägliche Gewitter an. Eigentlich wollen wir noch ein wenig weiter, um wieder einen wilden Campingplatz zu finden. Aber da auch hier die Schotterpisten unpassierbar bzw. in unbekanntem Zustand sind entschließen wir uns im Nationalpark zu campen und den Abend am Grand Canyon zu beenden. Eine wirklich gute Entscheidung, denn wir bleiben trocken, der Canyon ist auch im Abendlicht grandios und der Zeltplatz ist schön und trotz der Touris recht ruhig. Am Morgen hört Julia sogar die Kyoten heulen.

 

Heute geht es in Richtung Los Angeles, wo wir am Freitag verabredet sind. Diese Strecke werden wir größtenteils auf der historischen Route 66 verbringen – das wird bestimmt ein paar tolle Begegnungen und Fotos geben.

 

Am 05.09.2013 geht es los am südlichen Grand Canyon. Wir fahren süd/westlich Richtung Pazifik. Dazu wollen wir möglichest viel auf der alt ehrwürdigen Route 66 fahren. Ein großer Teil der Strecke geht durch Wüste – die Mohave oder spanisch Mojave Wüste!

Wir tanken auf und dann geht’s weiter, tiefer in die Wüste. Die Route 66 selber ist teilweise sehr schlecht und auch unspektakulär. Doch dann immer wieder kommt man an Ecken oder in Gegenden, wo man staunt wie schnell sich die Landschaft doch ändern kann.

 

Kurz vor Oatman steigt die Route 66 serpentinenmäßig an. Schilder warnen vor Eseln auf der Straße. Als wir nach Oatman einfahren, steht die ganze Straße voller Esel. Die Einheimischen erzählen, dass Oatman einen alte Minenstadt war. In der Goldmine wurden Esel eingesetzt die Mine geschlossen wurde, wurden die Eselchen einfach sich selbst überlassen.

Die Esel kommen in der „Bergwüste“ gut zurecht und haben sich vermehrt. Nun sind sie Touristenmagnet und man kann in dem kleinen Ort Eselfutter, Postkarten etc. kaufen.

 

Wir fahren nach kurzem Aufenthalt weiter Richtung Needles. Needles liegt auf der Grenze zwischen Arizona und Kalifornien. In Kalifornien führt die Route 66 weiter und tiefer in die Mohavewüste hinein. Die Temperatur steigt immer weiter und das obwohl es bereits später Nachmittag ist. Als sie bei 46 Grad ankommt, machen wir Pause und trinken Unmengen an Flüssigkeit. Doch wir wollen weiter – wenigstens ein bisschen noch! Dann sieht man, dass in der Ferne Teile der Landschaft diffus aussehen. Es sieht ein wenig aus, als würde es aus einer Wolke hinaus regnen. Als wir näher kommen sehen und fühlen wir, dass das kein Regen ist, sondern, dass Winde Sand aufnehmen und hochdrücken. Nun kommt zur Müdigkeit, einsetzender Dunkelheit auch noch starke Winde und sandstrahlen. Die Orte, die auf unserer Landkarte eingezeichnet sind und in denen wir ein Motel suchen wollten sind allesamt Geisterstädte. Es ist so wunderschön hier – doch alles ist verlassen. Wir müssen bis nach Ludow weiter bis wir endlich – nun bei völliger Dunkelheit ein Motel finden.

 

Dennoch, sind erst mal die Ladies dran – Kette ölen. Jetzt wir: An der Tankstelle wird mir auf die Frage nach einem Bier hin geantwortet:“This is a dry City!“ - ziemlich schnippisch. Als wäre das das verwerflichste der Welt nach einem Ritt durch die Wüste ein Bier trinken zu wollen! Gut, dann Cola!

Ziemlich KO freuen wir uns auf eine Dusche und dann das Bett!

 

Am nächsten Morgen geht’s auf nach LA!!

 

Seitdem ich (Julia) meine Africa Twin habe, bin ich in einem Forum → „Freunde der Africa Twin“. HaDi ist seit er seine AT hat auch im Forum.

 

Im Forum – also „virtuell“ habe ich bereits vor Jahren „Wind“ - Andreas kennengelernt. Er lebt in Kalifornien. Vor Antritt der Reise habe ich Andreas gefragt, ob ich bei ihm vorbeikommen kann und er hat, auch, als klar war, dass HaDi nun mit von der Partie sein wird zugesagt.

Wir fahren also mit Ziel nach los Angeles ein und sind sehr froh über die fantastische Wegbeschreibung. Auch die Warnung vor den schwierigen Straßen- und Verkehrsverhältnissen auf den Schnellstraßen LA's hilft uns.

So kommen wir problemlos an unsere Destination und freuen uns schon von weiten das Haus von Andreas zu erkennen, wegen der wunderschönen, topp gepflegten Africa Twin auf dem Grundstück.

Obwohl wir uns ja so gut wie gar nicht kennen, können wir bei Andreas und seiner Frau Mischiko übernachten und haben die Möglichkeit Arbeiten an den Motorrädern vor zu nehmen. Ich hab' ein schlechtes Gewissen als die völlig verdreckte Elenore in die sehr saubere Garage von Andreas kommt und selbst nur das Abschrauben des Motorschutzes einen wahnsinns Dreck verursacht.

 

Nachdem HaDi einen neuen Neutralschalter eingebaut hat, das Öl gewechselt wurde (Andreas hat extra alles hierfür eingekauft!) und die Hinterradbremsblöcke ausgetauscht wurden, kommt Kylie dran. Hier müssen die gekrimpten Kabel des verschmorten Steckers verlötet werden.

Das machen wir allerdings am nächsten Tag. Abends laden uns Andreas und Mischiko zu einem japanischen Essen ein und wir verbringen einen wundervollen Abend.

07.08.2013

Nach einem wundervollen Frühstück, kümmern sich HaDi und Andreas noch um die letzten Arbeiten an den Motorrädern. Ich schreibe Homepage und kümmere mich um die Fotos. Dann wird es Zeit, die reparierte Kylie zu testen und was bietet sich in der Stadt der Engel da besser an, als es mit einer Sightseeingtour zu verbinden!?! Andreas und Mischiko fahren voran und HaDi und ich hinterher. Die beiden zeigen uns zunächst das Stadtviertel in dem sie wohnen und danach Viertel, die sehr nah bei liegen. Ich finde es einfach nur traumhaft hier. Obwohl die beiden recht zentral wohnen, ist das Viertel ruhig und wunderschön. Und zum Strand ist es auch ganz nah. HaDi sieht zum ersten Mal in seinem Leben den Pazifik und ist begeistert. Ich sehe den Pazifik nicht zum ersten mal und bin dennoch wie immer auch begeistert. Der Rodondo Beach ist wunderschön und wer hier in der ersten Reihe wohnt hat es geschafft.

Wir sehen Stadtviertel wie Palos Verdes, deren Häuser groß, pompös und einfach nur beeindruckend sind. Das Wetter ist toll und so geht die Fahrt immer weiter. Leider wird dann nach einigen Stunden der Motor von Elenore im Stopp and Go des Stadtverkehrs wieder zu heiß, so dass wir die Seightseeingtour abbrechen müssen. Leider hat die Reparatur an Kylie auch nicht den erwünschten Erfolg gebracht, da muss wohl eine etwas größere Reparatur durchgeführt werden. Aber was gerade HaDi aufgefallen ist, was Los Angeles deutlich von vielen Großstädten unterscheidet – die Menschen wohnen nahezu ausschließlich in kleinen 1-2 Familienhäusern, man sucht fast verzweifelt nach Häusern mit mehr als 2-3 Etagen, wenn man sie findet sind es Büro oder Hotelgebäude. Und das bei 3,8 Millionen Einwohnern bzw. 12,8 Millionen Bewohnern der Stadtregion. Man stelle sich vor, man müsste für alle Einwohner Kölns eine Wohnung im Erdgeschoss oder in der 1. Etage finden – dann müsste sich Köln gewaltig ausdehnen. Genau das aber hat Los Angeles gemacht. Diese Stadt hat einfach nur biblische Ausmaße und bleibt trotzdem attraktiv und in den vielen „Neigbourhoods“ auch noch schön, ruhig und sehenswert … und ein bisschen familiär.

Am Abend diskutieren wir noch lange über das Elektrikproblem von Kylie. Zum Glück hat Andreas einen Regler auf „Vorrat“ rumliegen und ein Batterie kann man in den USA nahezu rund um die Uhr erwerben, so dass wir einfach beides am nächsten Morgen austauschen – jetzt muss es aber klappen (Ich nehme es vorweg – die erste Testrunde am Abend gibt Anlass zum Optimismus). Nachdem wir gepackt und uns ganz herzlich verabschiedet haben – nochmals Danke Euch beiden!!!! - fahren Julia und ich zum Manhatten-Beach. Das hatte ich Julia versprochen, mein Filmjunkee verbindet einen tollen Film mit diesem Traumstrand – nein es ist mehr, es ist ein traumhafter Lebensraum. Nach einem kurzen Spaziergang an der Strandpromenade genießen wir einen leckeren „Tequilla Sunrise“. Ganz oft sind wir uns einig, dass man es geschafft hat, wenn man dort in der 1. bis 7. Reihe ein Haus mit Blick auf den Pazifik sein Eigen nennen darf. Wir beschließen ab sofort nichts mehr zu essen, nichts zu trinken und auch sonst keinen Cent auszugeben …. mit 100 können wir uns dann vielleicht mal ein paar Wochen einmieten......Zum Abschluss legen wir uns erstmals gemeinsam in die Sonne an den Strand......ich schlafe ganz schnell ein......traumhaft.

 


 

Um 17:00Uhr sind wir mit Jose (Joe) verabredet. Joe ist ein pensionierter Kollege, den wir über die Kontakte der IPA (eine internationale Vereinigung von Polizeibeamten zum gegenseitigen Austausch) kennen gelernt haben. Joe und seine Frau Oralia nehmen uns sehr herzlich in ihrem Heim auf und werden uns in den nächsten zwei Tagen Los Angeles zeigen. Beide wohnen in „Leisure World“. Das ist ein geschützter Bereich im Stadtteil Seal Beach. Hier leben 9500 Menschen in einem durch Security bewachten Bereich – quasi eine Stadt in der Stadt. Ein Haus darf man dort erst kaufen wenn man 55 oder älter ist, es gibt dort einfach alles: Ärzte, Landschaftsbauer, Kino, Kirchen, Bücherei und sogar einen kostenfreien Pendelbus nach Long Beach.

Am Abend gibt es einen kleinen Vorgeschmack auf Insiderwissen – wir sehen die „Queen Marie“, die gewaltigen Häfen von Long Beach und Los Angeles, Strand, Strand, und nochmals traumhaften Strand und.....einen kleinen ersten mexikanischen Vorgeschmack in „San Pedro Harbor“. Ich krieg schon jetzt eine Gänsehaut wenn ich bedenke was uns alles erwartet, wenn wir am Mittwoch nach Mexiko fahren. Besonders diese wilde, völlig unabgestimmte Musik von Mengen von Musikern scheint in mexikanischen Ohren ein besondere Glücksgefühl hervorzurufen....mich erinnert es an Rätselspiele der heimischen Radiosender, bei denen 5 Musikstücke wild durcheinander gemischt werden und erraten werden müssen. Joe und seine Frau Oralia (Orie) kennen die Gegend wie ihre Westentasche. Nicht nur, dass sie hier aufgewachsen sind und als Polizeibeamten gearbeitet haben (beide!), nein, Joe hat auch mexikanische Wurzeln und kann so fließend spanisch sprechen, weiß einiges über Mexico und natürlich alles über den spanischsprechenden Teil LA's.

 

Nach einer erholsamen Nacht, kocht uns Orie ein tolles Frühstück. Sie schneidet Früchte auf, brät Kartoffeln, pochiert Eier und brät Schinkenspeck. So gemästet, nimmt uns Joe in seinem PKW mit auf Erkundungsfahrt durch LA. LA ist flächenmäßig tierisch groß. Und so brauchen wir bis zur Police Academy in die Innenstadt 45 min bei ziemlich freien Straßen. Da Joe als pensionierter Polizeibeamter noch seine Marke hat, kommen wir überall problemlos rein und können uns alles anschauen. Nachdem wir die Academy erkundet haben, essen wir noch eine Kleinigkeit in der Kantine. Die hatte eine tolle Atmosphäre. Alles voller Polizeibeamter und Feuerwehrmänner. An den Wänden große Bilderrahmen mit Fotos von Polizeiwagen bei und nach Verfolgungsfahrten. Was auffällt: Die Kollegen sind absolut schnieke gekleidet. Uniform topp! Alles glänzt und sitzt. Toll! Ansonsten ist die Stimmung gelöst und locker. Nach der kleinen Stärkung geht’s weiter: Joe zeigt uns Hollywood und den Hollywood Boulevard. Wir schauen uns die Sterne der Schauspieler an, die Fuß- und Handabdrücke der Berühmten und Reichen.... :) HaDi hat viel Spaß – mir ist's schon wieder zu voll. Ich weiß auch nicht warum ich so eine Affinität zu den Filmlocations habe, aber die Stars und die Finger/Fußabdrücke mich gar nicht beeindrucken ?!?

Nach dem Touristenzentrum fahren wir zur Olvera Street. Hier wurde LA gegründet! Und zwar von Mexikanern. Diese haben quasi den Grundstein gelegt und hier ist auch das älteste Haus der Stadt. Das Stadtviertel ist fest in mexikanischer Hand. Hier sprechen alle spanisch! Es ist, als käme man in ein anderes Land! Wir genießen das Flair und diesen Stadtteil sehr. Joe lädt uns zum Mittagessen ein und wir essen und trinken typisch mexikanische Spezialitäten. Wie wunderbar!

 

Danach geht’s wieder zurück und Siesta ist angesagt. Das Tourileben strengt an!!! ;)

Abends gegeh wir zu viert Krabbenessen. Weder HaDi noch ich haben jeh zuvor Krabben gegessen und sind schwer beschäftigt mit uns selbst und den Krabben! ;) Was für eine Sauerei!! :)) Das Krabbenfleich ist sehr gut geschütz vor hungrigen Menschen!! :))

Es war total lecker, sehr lustig und einfach nur ein wunderbarer Abend mit Joe und Orie!

 

Heute am 10.09.2013 verlassen wir Seal Beach. Aber zuvor laden uns Orie und Joe noch zu einem reichhaltigen Frühstück in toller Atmosphäre ein: Die Marina von Long Beach! Danach kommt mal wieder das unvermeidliche: Der Abschied. Wir sind Oralia und Joe sehr dankbar für den tollen Aufenthalt. Nun geht’s in Richtung Mexiko!!! Der letzte Halt auf US-amerikanischem Boden findet in San Diego statt... morgen geht es früh los über die Grenze.